In vielen Lebensmitteln stecken tausende Transportkilometer

Durch bewusstes Einkaufen (regionale Produkte) kann der Schwerverkehr reduziert werden.
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  • Foto: MEV
  • hochgeladen von Klaus Kogler

TIROL (vcö/niko). Unser Lebensmittelkonsum hat wesentlichen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen in Österreich, wie ein VCÖ-Bericht zeigt. Pflaumen aus Chile oder Birnen aus Südafrika sind mehr als 10.000 Kilometer unterwegs, bevor sie in Österreich im Regal landen. In Tomaten aus Spanien oder Butter aus Irland stecken mehr als 2.000 Kilometer.
Wer saisonale Produkte aus der Region einkauft, vermeidet viel Verkehr und verbessert die Umweltbilanz des Einkaufs, betont der VCÖ.

Durch den Flugtransport haben viele Lebensmittel eine katastrophale Klimabilanz, betont der VCÖ. "Aus Verkehrs- und Umweltsicht ist es sehr wesentlich, darauf zu schauen, woher das Essen kommt", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

Ein weiteres Beispiel ist Spargel aus Südamerika. Ein Kilogramm Spargel, das eingeflogen wird, belastet das Klima mit fast 17 Kilogramm CO2, das ist 280 Mal so viel wie zur Saison gekaufter Spargel aus der Region, verdeutlicht der VCÖ.
Wer Tomaten aus der Region kauft, vermeidet nicht nur rund 2.600 Lkw-Kilometer (aus Spanien), sondern reduziert auch die vom Transport verursachten CO2-Emissionen um rund 80 Prozent.

Für die Klimabilanz ist aber auch wesentlich, saisonal einzukaufen und Bioprodukte zu wählen. Während ein Kilogramm saisonal gekaufte Bio-Tomaten aus der Region in Summe 180 Gramm CO2 verursacht, verursacht ein Kilogramm Tomaten aus einem beheizten Glashaus aus der Region mit 1.440 Gramm achtmal so viel CO2. Saisonale Lebensmittel aus der Region zu kaufen, unterstützt nicht nur die Nahversorger und heimische Bauern, sondern trägt auch zur Vermeidung von Lkw-Verkehr bei, betont der VCÖ.

Dass Lebensmittel oft tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden, liegt auch daran, dass der Lkw-Transport in der EU zu billig ist. Der Lkw-Verkehr zahlt nur für einen Teil der von ihm verursachten Schäden, wie Gesundheits- und Umweltschäden durch Abgase und Lärm. Zudem nutzen die 40-Tonnen Lkw eine Straße etwa 40.000 Mal stärker ab als ein Pkw. Der billige Lkw-Transport schadet den regionalen Anbietern und Hersteller.

In Österreich werden pro Person und Jahr im Schnitt knapp mehr als 900 Kilogramm Nahrungsmittel für Haushaltskonsum und Gastronomie gekauft.

Entscheidend für eine gute Umweltbilanz des Einkaufs ist aber auch, mit welchem Verkehrsmittel der Einkauf erledigt wird. In Österreich wird immerhin jeder dritte Einkauf zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. In Wien werden 51 Prozent der Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad erledigt. Vorarlberg liegt mit 43 % an zweiter Stelle, dahinter folgen Tirol (35 %).
Liegt ein Supermarkt im Ortskern, kommt die Mehrheit der KundInnen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Bei Filialen am Ortsrand hingegen kann der Anteil der Autos sogar auf über 90 Prozent steigen. Der VCÖ fordert verstärkte Anreize, damit sich Geschäfte im Ortskern ansiedeln.

Autor:

Klaus Kogler aus Kitzbühel

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