Kitzbühel - Lebenberg- Grundstücksdeal
Kritik an möglichem "Tauschgeschäft"

Das Schlosshotel Lebenberg soll ausgebaut werden; Bauherren wollen Wohnungs-Widmungen.
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  • Das Schlosshotel Lebenberg soll ausgebaut werden; Bauherren wollen Wohnungs-Widmungen.
  • Foto: ZOOM-Tirol
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Widmung für Wohnungen in Luxushotel? Liste Fritz warnen vor illegalen Freizeitwohnsitzen.

KITZBÜHEL (niko). Wie bereits kurz berichtet planen die Investoren Michael Heinritzi und Robert Hübner (RH-Gruppe) einen großen Umbau beim Schlosshotel Lebenberg, das sie vor drei Jahren von der Bank Austria um kolportierte 30 Millionen Euro gekauft hatten. Das 320-Betten-Haus soll vor allem in qualitativer Hinsicht ausgebaut und aufgewertet werden.

Nun will die Investorengruppe im erweiterten Hotelgebäude auf 2.000 Quadratmetern fünf bis sechs Wohnungen integrieren, die am freien Markt verkauft werden sollen. Damit soll ein Teil der hohen Investitionen in dem Um- und Ausbau finanziert werden (30 bis 40 Mio. €). Dazu wäre eine entsprechende Widmung durch den Kitzbüheler Gemeinderat nötig. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik der Opposition in Kitzbühel (FPÖ, UK) ein, wie die TT berichtete. Gegen den Hotelumbau habe man kein Problem, mit der Widmung für Wohnung sehr wohl. Die Entstehung illegaler Zweitwohnsitze wird befürchtet. Auch ein angebotenes "Tauschgeschäft" – die Investoren würden der Stadt ein unbebautes Grundstück, das jedoch außerhalb der Baulandgrenze liegt, anbieten – stößt auf keine Gegenliebe bei den Kritikern.


Liste Fritz warnt

Hier setzt auch die Kritik der Liste Fritz ein. "Abgesehen davon, dass das Grundstück für die Stadt Kitzbühel von geringem Wert im Vergleich zum Wohnungs-Millionen-Deal ist, ist diese Verquickung von Wohnungs-Widmung gegen Grundstück nicht gesetzeskonform. Jede Widmung einer Gemeinde ist ein Hoheitsakt und darf nicht mit Gegengeschäften verknüpft werden. Von diesem Wohnungs-Millionen-Deal profitieren nur die Investoren, sicher nicht die Bevölkerung von Kitzbühel", so Liste Fritz-LA Markus Sint.

Für die Liste Fritz ist dieses Millionenprojekt in Kitzbühel ein Elchtest für die schwarz-grüne Platter-Regierung. "Jetzt können ÖVP und Grüne beweisen, ob sie ernsthaft gegen Freizeitwohnsitze vorgehen und diese frühzeitig verhindern wollen", so LA Sint.

Die gewünschten Wohnungen im Hotel würden sicher keine Wohnungen für Einheimische sondern wieder illegale Freizeitwohnsitze, so Sint. "Es ist lächerlich und weltfremd zu glauben, dass die Käufer dieser Millionen-teuren Wohnungen ihren Hauptwohnsitz begründen und wirklich ganzjährig dort wohnen und leben werden. Die Kitzbüheler brauchen aber nicht noch mehr illegale Freizeitwohnsitze, sondern sie braucht Wohnraum, den sie bezahlen kann."

Investoren können ein Hotel kaufen und es weiterführen, solche Zusatzgeschäfte gingen aber in die falsche Richtung. Die Stadtpolitik müsse aufpassen, dass sie mit dem Deal nicht die Büchse der Panora öffne: "Wie will sie dem nächsten Investor, Hotelbetreiber oder Gewerbetreibenden erklären, dass zur Finanzierung seiner Millioneninvestitionen die Widmung von ein paar Wohnungen am Gelände nicht gestattet wird?“, so Sint.

Fotos: ZOOM-Tirol

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