Freizeitwohnsitze
Liste Fritz beharrt auf Verbot von Freizeitwohnsitzen

LA Markus Sint, KO Andrea Haselwanter-Schneider, Harald Weidacher.
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Legale und illegale Freizeitwohnsitze, Chaletdörfer und Investorenmodelle im Visier der Liste Fritz, die durch das Land tourt.
BEZIRK KITZBÜHEL. "On tour" ist die Liste Fritz, wobei in den Bezirken aktuelle Probleme angesprochen werden. Im Bezirk Kitzbühel brennt der Liste nach wie vor das Thema "Freizeitwohnsitze" unter den Nägeln. Auch Investorenmodelle und Chaletdörfer stehen in der Kritik.

"Mit unseren Anträgen, Anfragen und Vorschlägen haben wir eine Lawine losgetreten, das Thema Freizeitwohnsitze gewann an Brisanz und sogar Regierungsmitglieder wie LR Johannes Tratter haben die Diktion der Opposition übernommen und wollen mittlerweile schärfer gegen illegale Freizeitwohnsitzler vorgehen. Im Bezirk Kitzbühel ist die Situation dramatisch. Nur vier Orte liegen unter der erlaubten 8-%-Quote für genehmigte Freizeitwohnsitze",

so LA Markus Sint.

Druck für Genehmigungen

In den Gemeinden steige der Druck, weitere Wohnsitze zu genehmigen. Tirolweit gibt es 16.306 genehmigte Freizeitwohnsitze, die Dunkelziffer ist unbekannt, dürfte aber auch in die Tausende gehen, so Sint.

"Ein völlig falsches Signal war auch, Freizeitwohnsitze auf Bauernhöfen zu genehmigen, da gehört das Gesetz wieder geändert. Denn sonst kommt es zu Situationen wie in Fieberbrunn, wenn ein Bauer einen Radwegbau nur ermöglicht, wenn er einen Freizeitwohnsitz genehmigt bekommt. So kann es ja nicht gehen! Wir sind allgemein für ein völliges Verbot neuer Freizeitwohnsitze, und nicht wie derzeit nur ein teilweises Verbot",

so Sint. Man habe auch eine Landes-Task-Force gefordert, die Gemeinden zur Kontrolle von Freizeitwohnsitzen anfordern können, da die Gemeinden mit den Kontrollen überfordert seien.

"Es gibt juristisch keine 'Waffengleichheit' zwischen Kommunen und meist gut situierten Freizeitwohnsitzlern",

so Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Wenn nun Rechtsanwälte und Makler monieren, dass die Wohnsitzkontrollen nicht rechtens wären, dann sei das "ein hilfloses Aufbäumen jener, die Geschäfte machen und Nutznießer bei legalen und illegalen Freizeitwohnsitzen sind", so Sint.

Das laufende Opfern von Grund und Boden für nicht ganzjähriges Wohnbedürfnis treibt klar die Preise im Land, Einheimische können sich das Grundbedürfnis "Wohnen" nicht mehr leisten, das ist ein massives Problem, erklärt Sint. Zunehmend erkenne das auch die regierende ÖVP.

Stopp für Chalets

Gefordert wird auch ein Stopp bzw. Beschränkungen für Investorenmodelle und Chaletdörfer. "Da gibt es ein ständiges Bauen am Bedarf vorbei zugunsten Investoren und Spekulanten. "Kitzbühel ist ein 'Signalbezirk', der ausstrahlt. Hier ist der Kampf gegen Freizeitwohnsitze und flächenfressende Chaletdorf-Projekte besonders wichtig", so Sint.

Die Landesregierung bringe bei den zwei Hauptproblemfeldern, Wohnen und Verkehr, nichts weiter; man ergebe sich in Notwehrmaßnahmen und bemühe sich nicht um Problemlösungen", so Haselwanter-Schneider.

Am Bedarf vorbei

"In der Region wird am Bedarf, an Anrainern und Einheimischen vorbei gebaut. Ich bin nicht gegen Tourismus, ganz im Gegenteil. Aber wir müssen auch wohnen können, auch jene, die eben im Tourismus arbeiten. Ein Negativbeispiel für mich: In St. Johann rührt sich nichts bei der 'Löwengrube', aber in Berglehen will man alles für ein Chaletdorf aufreißen", beklagt Harald Weidacher (stv. Bezirkssprecher Liste Fritz).

Illegale Freizeitwohnsitze, getarnt als Hauptwohnsitze, könnten präventiv über die Bauordnung verhindert werden, zeigt Sint eine weitere restriktive Möglichkeit auf, um Umgehungen hintanzuhalten. Bei bereits vorhandenen helfen nur Meldungen an Gemeinde und BH bei begründeter Verdachtslage, so Sint. Das ziehe ein Ermittlungsverfahren nach sich. Erhärtet sich der Verdacht auf illegale Nutzung eines Wohnsitzes kann es über die BH zu einem Strafverfahen kommen.

Factbox - genehmigte Freizeitwohnsitze:

  1. Unter 8-%-Quote: St. Johann, Going, Fieberbrunn, Hochfilzen
  2. Höchste Quoten: Westendorf 26 %, Reith und Aurach, 24 %
  3. Quote Kitzbühel (Stadt): 18 %
LA Markus Sint, KO Andrea Haselwanter-Schneider, Harald Weidacher.
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