Kitzbühel - Karl Koller
Ein wahrer Pionier feierte seinen 100er

Der Jubilar erhielt die HK-Trophäe nachgereicht.
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  • Foto: K.S.C.
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Am 16. April feierte Karl Koller seinen 100. Geburtstag; viele Gratulanten für den Ski-Pionier.

KITZBÜHEL (niko). 1946 wurde er Hahnenkamm-Sieger. Vor drei Jahren stand er zum letzten Mal auf Langlaufskiern, mit 92 fuhr er noch Ski.
Am 16. April feierte Karl Koller, der Visionär, Erfinder, Initiator und Innovator seinen 100. Geburtstag. Er hat Kitzbühel und das Skilehrwesen geprägt. Mit seiner Familie sowie dem offiziellen Kitzbühel feierte im kleinen Kreis. „Ein Hoch auf den größten und ältesten Kitzbüheler“, so Bgm. Klaus Winkler.

Mit dabei – als Überraschungsgast – war ÖSV-Präsident Peter Schröcknadel, der Koller ein Bild von Martin Metzger übergab. Koller ist seit 82 Jahren Mitglied beim K.S.C. und seit 75 Jahren beim ÖSV.
Neben Winkler gratulierten K.S.C.-Präsident Michael Huber, TVB-Chefin Signe Reisch, Bergbahn-Vorstand Josef Burger und zahlreiche weitere Freunde und Wegbegleiter.
„Du hast immer den Mut für die Zukunft gehabt und warst ein Vorreiter im Branding", so Burger. "Du hast es verstanden, die Gäste zu binden, heute sagt man dazu CRM Customer-Rlationship-Management", erklärte Reisch.

Besonders stolz ist Koller auf die goldene Siegergams, die ihm vom K.S.C. zum 90. Geburtstag nachgereicht wurde. „1946 habe ich für den Sieg beim ersten Hahnenkammrennen nach dem Krieg (Kombi-Sieg, 2. jew. in Abfahrt und Slalom, Anm.) von der französischen Besatzung als Preis eine Bronzefigur bekommen, die hat mir nie gefallen,“ erzählt er.
Zum 100. Geburtstags erhielt Koller das K.S.C.-Ehrenzeichen in Gold von Präsident Huber überreicht.

Verlorene Generation

Als Skirennläufer gehörte Koller „zur verlorenen Generation“, denn durch den 2. Weltkrieg waren die Möglichkeiten für eine Karriere eingeschränkt. Er war einer der ersten echten Skilehrer und wurde 1950 Leiter der Skischule (bis 1975). Dabei wurden unzählige Ideen von ihm aufgegriffen und umgesetzt. Das Lehren mit dem Kurzski, der Kinderskikurs, die Testrennen für Skischüler, die Kundenbindung durch das „Goldene Skibuch“, das Neujahrsfeuerwerk, das noch heute die Massen anlockt, die großen Siegerehrungen und vieles mehr waren sein Verdienst.

Rote Teufel

Genial war seine Idee zur Bekleidung der Skilehrer. Gemeinsam mit seinem besten Freund, Alfons Walde, entstand die Idee, die Skilehrer mit roten Pullovern, roten Skimützen und schwarzen Hosen elegant einzukleiden – das Markenzeichen der berühmten „Roten Teufel“ wurde geboren. Als Skischulchef unterrichte er auch zahlreiche Prominente, darunter US-Astronaut James A. Lovell.

Seine Vorträge beim Interski machten Kitzbühel nicht nur als Skigebiet weltweit bekannt. Er erfand unter anderem den Koller-Sicherheitsbacken, eine Skibindung, weiters Skilernhilfen für Kinder und die Teufelspiste, die heute Skicross genannt wird.
Koller war auch als Buchautor und Verfasser von Gedichten erfolgreich tätig. Nicht zu vernachlässigen ist seine umfangreiche Sammler- und Archivar-Arbeit. 1953 - 1955 war er Präsident des K.S.C., 1968 - 1972 Obmann des Fremdenverkehrsverbands, Präsident des österr. Berufsskilehrerverbandes und Vize-Präsident des Welt-Skilehrerverbands.

Koller, am 16. 4. 1919 als jüngstes von zehn Kindern geboren, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Schon bald war er auf zwei Brett'ln unterwegs und auch bei Rennen erfolgreich. Im Sommer spielte er gern Fußball. Nach seinem größten Erfolg, dem Hahnenkammsieg 1946, beendete er seine aktive Ski-Karriere 1948. 1950 wurde er Skischul-Leiter; 1976 gründete er die Kinderskischule "Kollerland", die die glücklichste Zeit seiner Lebens bringen sollte, wie er erklärt.

Koller war 54 Jahre lang mit seiner Frau Hilde verheiratet, die 1997 verstarb. Seit 20 Jahren ist er mit "seiner" Ida zusammen glücklich. Der Kitzbüheler hat einen Sohn (Karl); stolz ist er auch auf seine Enkel Alexander (Snowboard-Weltcup-Gesamtsieger 1998) und Matthias, einen erfolgreichen Chirurg. Koller ist geistig fit und liebt noch immer seine Spaziergänge, wenngleich er 2017 nach einem Beinbruch gesundheitlich angeschlagen war. Er kämpfte – und bald ließ er den Rollator wieder links liegen...

Fotos: K.S.C.

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