Der große Kampf um Kitzbühels Lehrlinge

Berufs-Festival der WKO Kitzbühel - Betriebe buhlen um zukünftige Lehrlinge.
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KITZBÜHEL (elis). Auf einen potenziellen Lehrling kommen im Bezirk Kitzbühel vier suchende Betriebe. Dementsprechend umgarnt werden die Kids. Die Gründe für den Mangel sind vielfältig und zum Teil hausgemacht.
Das 16. Berufsfestival der WKO Kitzbühel, das in den vergangenen Tagen im KitzKongress über die Bühne ging, zeigt zweierlei: Junge Menschen suchen sich nach wie vor Ausbildungsplätze in klassischen Berufen. Und der Kampf um die Lehrlinge im Bezirk wird härter
Gute Aussichten für junge Menschen, wenn sie in einen Lehrberuf einsteigen wollen, möchte man meinen. Firmen buhlen um jeden Einzelnen, oft mit Zugeständnissen, die andere nach vielen Jahren im Beruf nicht bekommen.
Doch dem Fachkräftemangel setzt das kein Ende. Die demographische Entwicklung im Bezirk und die spezielle, oft vor allem finanzielle, Situation in den Lehrberufen sind Schuld daran.

Auf der Suche nach der Zukunft

„Kinder und Eltern können nicht genug informiert sein. Daher fordern wir die SchülerInnen immer auf, in die Betriebe zu gehen“, so Georg Scharnagel, Pflichtschulinspektor für den Bezirk. Man wolle damit aktiv dem Fachkräftemangel entgegen wirken.
Aber auch die Schulen des Bezirkes buhlen um die Kinder. Auch an den Schulen wird jede Schülerin, jeder Schüler dringend gebraucht. „Dementsprechend werden auch jene genommen, die nicht für die weiterführende Schule geeignet sind. Das verstärke den Facharbeitermangel“, so Scharnagel. Den größten Mangel an Lehrlingen gebe es nach wie vor in den Bereichen Tourismus, Handel und Gewerbe. Jene Bereiche also, die entweder aufgrund ihrer saisonalen Struktur oder weil sie in den Niedriglohnsektor fallen wenig attraktiv sind.
Der Handel hat ein „Bekenntnis zur Jugend“ mit den vergangenen Lohnverhandlungen abgegeben. Zumindest 1545 Euro beträgt das Einstiegsgehalt im Handel nunmehr. 1700 Euro will die Gewerkschaft in möglichst raschen Schritten erreichen. Im Tourismus ist eine Erhöhung des Mindestlohnes bis 2018 vereinbart.
Allerdings ist der Mangel an Arbeitskräften in diesen Bereichen akut und aktuell.
Lackner sieht zur Zeit nur die Möglichkeit über das Ausland an gewillte Arbeitskräfte zu kommen. „Natürlich wäre es uns lieber, Einheimische zu haben“, so der Bezirksobmann der WKO, Klaus Lackner. Aber man kämpfe um jede Arbeiterin, jeden Arbeiter aus dem Bezirk, so der Obmann der Interessensvertretung.
„Unser Wunsch ist, dass Lehrlinge eine gute Entlohnung erhalten. Die Mindestlohndiskussion ist aber eine Sozialparnter-Geschichte“, ergänzt Scharnagel.
Die Lohnnebenkosten, finanzielle Belastung für den Arbeitgeber, sei aber jedenfalls ein Manko.

Mit 13 wissen wohin

Die Berufsorientierung in der NMS ist mittlerweile verpflichtend. Eine Stunde pro Woche können und müssen sich SchülerInnen der 3. Klassen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt Orientierung verschaffen. Die Unternehmer der Region schicken sogar Busse, um die SchülerInnen von der Schule abzuholen und in ihre Betriebe zum Schnuppern zu bringen.
„Die Betriebe bemühen sich extrem, dass sie Lehrlinge bekommen. Bei den Kids merkt man, dass sie in der ersten und zweiten Klasse noch die Berufe ergreifen wollen, die ihre Eltern ausüben, aber später auch über Aspekte wie das Gehalt nachdenken“, so Herr Kals, Lehrer für Berufsorientierung an der NMS 2 in St. Johann.
Einige von ihnen werden sich wahrscheinlich für eine Lehre im Tourismus entscheiden. Sie würden dringend gebraucht in der Region. Doch 80 % der Tourismus-Fachkräfte arbeiten später einmal nicht in einem Tourismusbetrieb. Ihre Vorstellungen vom Job waren offenbar zu weit von der Realität entfernt.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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