„Investition in Schutzschild Wald zahlt sich aus“

Über zwei Millionen junger, standortangepasster Bäume wurden im Tiroler Schutzwald heuer gepflanzt. Das freut Landesforstdirektor Josef Fuchs und Forstreferent LH-Stv. Josef Geisler.
  • Über zwei Millionen junger, standortangepasster Bäume wurden im Tiroler Schutzwald heuer gepflanzt. Das freut Landesforstdirektor Josef Fuchs und Forstreferent LH-Stv. Josef Geisler.
  • Foto: Land Tirol/Oss
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

TIROL (red.). Der Sommer 2017 war nach einer längeren Trockenperiode von heftigen Niederschlägen, Muren und Hangrutschen geprägt. Im Winter 2017/2018 gab es ebenfalls zahlreiche Hangrutsche und Lawinenabgänge. „Der Wald als unser natürlicher Schutzschild hat gewirkt und die Bürger vor Schlimmerem bewahrt. Investitionen in den Schutzwald zahlen sich für die Allgemeinheit aus. Deshalb ist eine kontinuierliche Pflege und Verjüngung des Tiroler Schutzwaldes sowie die öffentliche Unterstützung dafür unerlässlich“, so LH-Stv. Josef Geisler. Zwei Drittel des Tiroler Waldes sind Schutzwald. 93 Prozent der öffentlichen Mittel für den Forst fließen in den Schutzwald.

Zwei Millionen Bäume gepflanzt

Dass im vergangen Jahr im Tiroler Wald viel für den nachhaltigen Schutz vor Naturgefahren und die wirksame Sicherung des Lebensraumes unternommen wurden, zeigt der aktuelle Waldbericht des Landes. Über zwei Millionen junger, standortangepasster Bäume wurden im Tiroler Schutzwald 2017 auf 1.110 Hektar zur Waldverjüngung und zum Aufbau eines klimafitten Waldes gesetzt. Auf rund 1.800 Hektar Fläche wurde die Verjüngung aktiv eingeleitet und 930 Hektar Schutzwaldbestände wurden gepflegt.

Fast 13 Millionen Euro haben die WaldbesitzerInnen in den Erhalt eines intakten Schutzwaldes investiert. Land, Bund und EU haben diese Anstrengungen mit sieben Millionen Euro unterstützt. Dass das gut investiertes Geld ist, hat auch der Bundesrechnungshof bestätigt: Müsste die Funktion des Schutzwaldes durch technische Verbauungen gewährleistet werden, wäre das 146 Mal so teuer wie die Erhaltung Pflege des bestehenden Schutzwaldes.

Im Wald liegt Potenzial
Als „Herausforderung“ bezeichnet Geisler die Steigerung des Holzeinschlags im Tiroler Wald. Wie schon im vorvergangenen Jahr wurden lediglich zwei Drittel der nachhaltig nutzbaren Holzmenge aus dem Wald geholt. Gründe dafür sind neben dem Rückgang des Holzpreises aufgrund von großen Mengen Schadholz in Europa vor allem auch die Kleinstrukturiertheit im Tirol Wald.

„Ein bewirtschafteter Wald ist in der Regel ein stabiler Wald“, weiß Geisler. Er will die Bewirtschaftung im Kleinwald mit gezielten Beratungsschwerpunkten des Forstdienstes für private WaldeigentümerInnen und einer erweiterten Förderung für Durchforstungen ankurbeln. Wichtig ist, dass die Partnerschaft zwischen WalbesitzerInnen und HolzabnehmerInnen stimmt, und das Tiroler Holz rasch zu einem fairen Preis abgeliefert wird. Damit kann auch dem Borkenkäferbefall effizient vorgebeugt werden.

Autor:

Johanna Schweinester aus Kitzbühel

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