"Sicherheit und sicher morgen"
Landwirtschaftskammer-Spitze traf sich in St. Ulrich

Lokalaugenschein am Pillersee-Zulauf: Leo Fischer (Wasserverband St. Ulrich-Waidring), LK-Führungsspitze Helga Brunschmid und Josef Hechenberger, Bezirksobmann Josef Heim (v. li.).
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  • Lokalaugenschein am Pillersee-Zulauf: Leo Fischer (Wasserverband St. Ulrich-Waidring), LK-Führungsspitze Helga Brunschmid und Josef Hechenberger, Bezirksobmann Josef Heim (v. li.).
  • Foto: Roswitha Wörgötter
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

ST. ULRICH (rw). Dem Jahresschwerpunkt „Sicherheit und sicher morgen“ der Landwirtschaftskammer (LK) Tirol angepasst, war unter anderem der Hochwasserschutz der Gemeinden St. Ulrich. und Waidring ein Thema im Rahmen eines Lokalaugenscheines der LK-Spitzenfunktionäre in der Pillerseegemeinde.
Einführend verwies LK-Präsident und Nationalratsabgeordneter Josef Hechenberger auf die Wichtigkeit einer produzierenden Landwirtschaft in den Regionen. „Die Corona-Pandemie hat es auf den Punkt gebracht, wie abhängig wir durch Auslagerung in Billigländern in vielen Bereichen sind. Die Krise hat das Bewusstsein geschärft, heimische Produzenten zu unterstützen und damit Familieneinkommen und Arbeitsplätze zu sichern. Durch das Umdenken im Konsumverhalten gehen vor allem Direktvermarkter und Zustelldienste gestärkt aus der Krise, wobei andererseits viele Bereiche der Landwirtschaft Schwierigkeiten hatten“, betont Hechenberger.

Herkunftskennzeichnung im Fokus

Aus dem Parlament kann er von einem beschlossenen Entschließungsantrag zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln berichten. Ziel ist es, in öffentlichen Großküchen die verpflichtende Verwendung von heimischen Produkten zu forcieren, und in weiterer Folge dann flächendeckend auch im Gastro- und Tourismusbereich. „Wurden in Tirol 1994 noch zwei Drittel heimische Produkte konsumiert, sind es heute nur mehr ein Drittel, zwei Drittel kommen aus ganz Europa oder anderen Kontinenten.

Lebensmittel vor der Haustür

Vizepräsidentin und Bezirksbäuerin Helga Brunschmid: „Land- und Forstwirtschaft sind systemrelevant. Neben dem Herzstück der Lebensmittelversorgung sind damit viele Arbeitsplätze verbunden, der Erhalt des Landschaftsbildes und der Infrastruktur sind besonders in Tirol wichtig, ebenso der Schutz vor Naturgefahren.“ Laut einer Studie der BOKU Wien sind 96 Prozent der Bevölkerung für die Landwirtschaft vor der Haustüre, auch weil "coronabedingt" in den Haushalten deutlich mehr gekocht wird. „Unverständlich ist, dass öffentliche Küchen nur preisgesteuert einkaufen, hier muss eine Verpflichtung kommen.“

"Fluch und Segen"

Tourismus und Landwirtschaft bringt einiges an Konfliktpotenzial, von Fluch und Segen spricht Bezirksobmann Josef Heim. „Ich sehe die Direktvermarkter als erste Botschafter beim Konsumenten, obwohl ich keine Abstufungen vergebe, weiß ich aus Erfahrung, dass Direktvermarktung am obersten Level der Landwirtschaft angesiedelt ist. Sicherheit beim Hochwasserschutz und in der aktuellen Wolfsfrage ist angebracht. 500 Almen in Österreichs Almenreichsten Bezirk einzuzäunen ist unmöglich, dass Thema Wolf wird mehr werden, angesichts seiner Vermehrung von 36 Prozent. Biker und Radfahrer zu hunderten auf Almen bringen weitere Probleme, hier in Bahnen lenkend einzugreifen ist sinnvoll. Einen Ansturm von tausenden Wanderern hatte kürzlich die Security am Parkplatz der Grießbachklamm zu bewältigen – Fluch und Segen des Tourismus.

Acht Millionen Euro Hochwasserschutz

Das Hochwasser 2013 verursachte in St. Ulrich und Waidring große Schäden, damals schlossen sich die Gemeinden zum Wasserverband zusammen. Dessen Obmann Leo Fischer gab Einblick in das acht Millionen teure Hochwasserschutzprojekt: „Das Wehr am Ablauf des Pillersees reguliert den Seespiegel, das bringt eine gewisse Sicherheit für Waidring. Dort sieht das Projekt vorrangig Dammverstärkungen und Retentionsoptimierungen vor. „Konkret haben 98 Prozent der insgesamt 135 Grundeigentümer vom Fleckner Ried bis nach Strub in Waidring ihre Zustimmung erteilt, mit dem Rest sind wir im Gespräch. Der erste Entwurf von 2015 ist mittlerweile überarbeitet: die ursprünglich bis zu vier Meter hohen Dammerhöhungen sind hinfällig, dafür werden die Retentionsflächen optimiert und die Brückenfreiräume erweitert (Prävention bei Verklausungen). In Sachen Versandung des oberen Seebereiches, wird als Kompromiss am Zulauf 25.000 Kubikmeter Schlamm und Sand entfernt.
Durch den Pillersee als natürliches Retentionsbecken und einer flächensparenden Planung kann der Verbrauch von fünf bis sechs Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche relativ gering gehalten werden. Die Schutzpotentialerhebung hat ergeben, dass 111 Objekte (76 Privathäuser, 35 Tourismus-/Gewerbebetriebe) durch das Projekt geschützt werden“, erklärt Fischer.

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