22.11.2016, 16:32 Uhr

Auf seine Fähigkeiten besinnen...

Melanie Hutter (Freiwilligenzentrum Pillerseetal), GR Hedwig Heidegger, Helga Rohra, Manuela Baum-Tamerl, Markus Mossbrugger. (Foto: licht.blicke)

Hohes Interesse für Demenz-Infoabend in Kitzbühel; Rohra beeindruckte

KITZBÜHEL (niko). Der Verein licht.blicke - demenz.hilfe.tirol lud zum Infoabend über das Thema "Demenz" nach Kitzbühel, zu dem Obfrau Ingeborg Freudenthaler zahleiche Besucher begrüßen konnte.

Sehr berührt haben dabei der Vortrag und die Lesesequenzen von Helga Rohra, einst erfolgreiche Simultandolmetscherin in sieben Sprachen, die mit knapp 53 Jahren die Diagnose Levy-Body-Demenz gestellt bekam. Nach anfänglicher Verzweiflung mobilisierte sie ihre Kräfte und begann Hilfe zu bündeln und darüber zu sprechen und zu schreiben. Unterstützt durch Ärzte und Therapeuten besann sie sich auf Fähigkeiten, die noch geblieben sind und begann aus dem Schatten zu treten. Mittlerweile hat sie mehrere Bücher verfasst.
Sie nutzt ihre Ressourcen und kämpft als Frontfrau und erste Vorsitzende der Demenz-Betroffenen in Europa für einen Perspektivenwechsel. Sie zeigte deutlich auf, dass doch noch vieles möglich ist, wenn man aktiv ist und „trotzDEM“ an sich glaubt.

Markus Moosbrugger (Pflegedirektor in Hall) sprach unter dem Titel „Nicht jedes Vergessen ist krank“ und machte damit Mut, dass man nicht panisch reagieren soll, wenn man seine Schlüssel mehrmals täglich sucht. Hingegen sollt man achtsam sein, wenn man Probleme mit alltäglichen Arbeiten bekommt oder tatsächlich die Handtasche im Kühlschrank steht.
Hilfestellungen gab es auch für betreuende Angehörigen, die dabei selbst oft an ihre physischen und psychischen Grenzen stoßen. Er brachte viele lebensnahe Beispiele und wies darauf hin, dass es äußerst wichtig ist, wie man mit Menschen mit dementieller Beeinträchtigung kommuniziert. Das Eingehen auf die Menschen, deren Wertschätzung, das Entgegen-bringen von Respekt und trotzdem ein bisschen Humor walten lassen machen es für alle Beteiligten einfacher.

Manuela Baum-Tamerl zeigte auf, dass man nicht früh genug damit beginnen kann
sein Gehirn zu trainieren. Denn wenn wir es nicht fordern, verkümmern viele Fähigkeiten.
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