07.10.2016, 12:50 Uhr

Die KriminElke

Was macht eine Wienerin beim Spaghettikochen? Sie telefoniert, entdeckt auf frischer Tat Einbrecher - und anschließend verliebt sie sich!

KITZBÜHEL (navi). Als Kind hasst Elke die Urlaubsfahrten mit dem Wohnmobil nach Kufstein, dennoch schreibt die zehnjährige Ballett-Besessene in ihrem Tagebuch: “Wenn ich groß bin, werde ich auf der Bühne stehen und in Wien und Tirol leben.”

“Ich konnte tanzen und singen, bevor ich laufen konnte. Meine Mutter war Balletttänzerin, und meine holländischen Großeltern konnten sehr gut singen. In einer Künstlerfamilie aufgewachsen, wusste ich sehr früh, dass ich mein Leben der Bühne widmen würde,” so Elke Winkens, eine inzwischen sehr gefragte Schauspielerin im deutschsprachigen Raum.

Nach ihrem Schulabschluss ist sie endlich erleichtert, da ihrer Künstlerkarriere nichts mehr im Wege steht. Ihr ausgeprägtes Tanztalent öffnet ihr die Türen der London Studio Center School, wo sie ein Stipendium bekommt und ihren Abschluss mit Bravour absolviert. Vor genau 25 Jahren geht die Künstlerin deutsch-holländischer Abstammung an die Musical School am Theater nach Wien, um Gesang, Tanz und Schauspiel zu lernen. Der glamourösen Walzer-Stadt bleibt sie bis heute treu. In kurzer Zeit erobert die vielseitg talentierte Elke die Aufmerksamkeit der Kabarett-, Film- und TV-Zuschauer. Sie moderiert die TV-Magazine “Zell-O-Fun” (SWR) und “One” (ORF) und dreht ihren ersten Kinofilm von Niki List: “Die Helden in Tirol”, der 1999 den ersten Preis beim Bergfilmfestival Trento erhält.

Wirklich “kriminell” wird Winkens Karriere 2002, als sie zur Kriminalinspektorin Niki Herzog in der Serie “Kommissar Rex” wird.

“Erfolg im Beruf, stört das im Privatleben?”
“Dank meinem Wesen bin ich ein offener, positiv denkender Mensch. Jede Beziehung, die man eingeht, hat ihre Qualitäten und bringt neue Erfahrungen mit sich. Erst mit 35 Jahren lernte ich hier in Kitzbühel das Skifahren. Nur der Liebe wegen wurde ich zur Hobby-Skiläuferin. Unsere Allianz ist längst passé, aber freiwillig verlasse ich inzwischen keine Skipiste,” so die fanatische Skifahrerin.

Der Einbruch

“Eines Abends, nach dem Dreh, kochte ich mir Spaghetti und telefonierte dabei mit einer Freundin. Plötzlich sah ich durch das Fenster, dass in der Wohnung im Haus gegenüber, keine 20 Meter von meinem entfernt, das grelle Licht einer Taschenlampe die Dunkelheit der Räume durchkreuzt. Ich fand es seltsam, dennoch plauderte ich weiter, bis auf einmal eine zweite Taschenlampe auftauchte. Das sah dann doch nach einem Einbruch aus! Ich rief die Polizei und versteckte mich vor lauter Angst in einer Ecke meines Badezimmers. Die 20 Minuten, bis die Polizei ankam, sind mir wie eine Ewigkeit vorgekommen. Die Täter wurden geschnappt, und man bat auch mich, aufs Revier zu kommen. Dort wurde ich lustigerweiser vom Kriminalkommissar erkannt und kollegial mit 'Ah, Frau Kommissarin, danke, dass Sie auch in Ihrer Freizeit so wachsam sind!' empfangen. Das Ende dieser Geschichte ereignete sich einige Tage später, als sich der Bewohner der Opferwohnung als Anwalt entpuppte, den ich per Zufall in einer Wiener Kanzlei kennenlernte. Zu meinem Glück war der nette Gut-Aussehende ein Single. Ich ließ mich gerne von ihm beraten, und inzwischen sind wir zusammen,” so die glückliche Frau.

“Wie fanden Sie das Filmfestival heuer in Kitzbühel?”

“Ich bin zum ersten Mal in die Rolle der Jurorin geschlüpft und fand es herrlich. Es herrschte hier eine großartige Atmosphäre. Man traf auf hochkarätige Gäste aus der Film- und Kunstbranche. Das große Event-Programm und die Partys, und all das bei Top-Wetter und der himmlischen Naturkulisse, bleiben noch lange in meiner Erinnerung."

“Planen Sie, wieder nach Tirol zu kommen?”
“Ja, natürlich! Ich bringe im Mai 2017 etwas zum Lachen mit. Mein neues Kabarettprogramm "Alles gelogen" stelle ich dem Publikum im Casino Kitzbühel vor. Ob ich es wieder bis zur Gefühlsebene meiner Zuschauer schaffe? Es kribbelt schon in meinem Bauch! Es ist mir ein inneres Bedürfnis, die Herzen der Menschen zu erreichen und aufs Neue eine Bestätigung zu bekommen, dass ich in meinem Beruf die Richtige bin. Und wehe, wenn eine nicht lacht!”

Fotos: Schilling, Kogler
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