17.11.2017, 00:00 Uhr

"Die Zeit war reif für viele Projekte"

Bgm. Walter Astner berichtet über aktuelle Gemeindethemen.

Bgm. Walter Astner, über einen Hotel-Boom, Wohnbau, Breitbandausbau, Radweg, Aubad, Feuerwehr, Hofer, Budget.

FIEBERBRUNN. Wir sprachen mit dem Fieberbrunner Ortschef Walter Astner über wichtige Gemeindethemen, Projekte und Vorhaben. "Die Zeit war nun reif für viele Vorhaben und Bauten, daher ist bei uns derzeit sehr viel los", schickt Astner voraus.

BEZIRKSBLATT: Können Sie uns einige aktuelle Eckdaten des heurigen Gemeindebudgets nennen?
ASTNER: "Bei rund 4.400 Einwohnern haben wir heuer einen Gesamthaushalt von 16,8 Millionen €. 2,5 Mio. € nehmen wir aus eigenen Steuern ein, davon 1,4 Mio. € aus der Kommunalsteuer; 4,1 Mio. € erbringen die Ertragsanteile. Insgesamt haben wir vorsichtig budgetiert."

Die Radwegverbindung Richtung St. Johann soll bald realisiert werden?
"Ja, das ist ein langgehegter Wunsch. Wir sind in Verhandlungen mit dem Grundeigentümer. Ich gehe davon aus, dass wir 2018 das Radwegstück vom bestehenden Weg bis zur Grenzbrücke errichten können (nicht asphaltiert). Das Baubezirksamt wird ja die Grenzbrücke neu errichten; da ist die Radweganbindung hinter dem Klärwerk vorgesehen. Details sind noch offen, da der Bauer möglichst wenig Grundfläche verlieren will. Mit der Verschwenkung der Bundesstraße bei der Brücke erhalten wir auch Reserveflächen für eine mögliche Erweiterung beim Klärwerk. Ad acta gelegt wurde eine Begradigung der sog. 'Vital-Kurve.'"

Der Breitbandausbau geht voran?
"Die Gemeinde forciert in Eigenregie den Ausbau der Internet- bzw. Glasfaser-Infrastruktur. Heuer wurden bereits 11 km Grabungen durchgeführt und die Ausstiegsschächte installiert. Ab April 2018 sollen die Glasfasern 'eingeblasen' werden. Im Verlauf des nächsten Jahres können dann die ersten Häuser ans Netz anschließen."

Das Aubad soll saniert werden?
"Architekten und Techniker haben den Gemeinden und dem TVB-Aufsichtsrat Pläne präsentiert. Es gibt inzwischen den TVB-Beschluss über Zuschüsse von je 40.000 € über 15 Jahre hinweig ab 2020. Wir sind damit zufrieden, wenngleich es früher eine 50:50 Finanzregelung gab. Wir wissen, was wir von TVB-Seite bekommen, nun müssen wir abwägen, was wollen wir und was ist möglich. Wir werden 2018 die Planungen also verfeinern und dann sehen, wie umfangreich die Sanierung bzw. Modernisierung sein kann; dann kann man den Zeit- und Kostenplan fixieren, heute ist es dazu zu früh. Die Sauna wurde ja inzwischen bereits auf den neuesten Stand gebracht. Jedenfalls ist die Anlage weiterhin wichtig und sinnvoll – für Gäste, Einheimische und auch für die Schulen."

Leistbarer Wohnbau für Einheimische ist auch in Fieberbrunn ein großes Thema?
"Natürlich. Zuletzt gab es eine großflächige Erschließung für das Wohnprojekt 'Neuhausen'. Die Gemeinde hat hier bereits 19 Grundstücke vergeben, elf Häuser wurden schon errichtet; das Interesse von heimischen Bauwerbern ist groß und wir haben damit einigen Bedarf abdecken können. Es wird weitere Grundstücke geben und in den nächsten Jahren sind weitere Wohnbau-Standorte angedacht. Dabei bedienen wir uns der Vertragsraumordnung. Im Vorjahr wurden auch Mietwohnungen (Lehmgrube, sozialer Wohnbau, ÖBf-Grundstück, per Baurecht) realisiert. Nun sind Eigentums- und Mietkaufwohnungen über gemeinnützige Wohnbauträger im Gespräch und auch ein Projekt 'Betreutes Wohnen' als 'Vorstufe' zum Sozialzentrum."

Neue Feuerwehrzentrale, Ansiedlung Hofer-Markt – wie hängt das zusammen?
"Da geht es um die zwei Standorte beim alten Kindergarten-Areal bzw. dem ehemaligen Kino-Standort. Ersteres bevorzugen wir für den Neubau der Feuerwehr-Zentrale. Das Kino-Areal liegt seit langem brach und würde sich für eine wirtschaftliche Nutzung, konkret auch für einen Hofer-Markt, eignen. Hofer hat wegen eines Baurechts angefragt. Ich sehe das neutral, aber der Ort entwickelt sich und die Infrastruktur muss mitwachsen, auch im Handelssegment. Mit dem Geld, das man daraus lukrieren kann, wäre auch der Feuerwehrstandort einfacher zu realisieren, somit hängen die zwei Dinge auch finanziell zusammen. Optimal wäre auch die räumliche Nähe zum Roten Kreuz, obwohl wir nicht an eine Blaulicht-Zentrale denken; möglich wären meiner Meinung aber Räumlichkeiten für die Bergrettung im neuen Feuerwehrhaus."

Fieberbrunn bekommt rund 600 neue Hotelbetten?
"Möglich. In Bau ist der erste Abschnitt des Vaya Hotels im Bereich Brunnau (insges. 450 Betten). Realistisch ist auch das Projekt "Kristall Spaces" in der Dorfstraße (149 Betten). In der Brunnau gab es vorerst einige Verkehrsmaßnahmen für die Zufahrt, der Gehsteig wird in späterer Folge gebaut. Es gibt im Großen und Ganzen keine Beschwerden, wenn auch die Baustellenzeit eines Großbaus immer Belastungen mit sich bringt. Bis Juli 2018 soll der erste Hotelteil stehen bzw. aufsperren, der zweite Abschnitt soll in weiterer Folge gebaut werden. Beide Vorhaben folgen dem Konzept 'Aparthotel', was eine Finanzierung möglich macht und auch vom Land ein anerkanntes Finanzierungsmodell ist; ein einwandfreier Hotelbetrieb ist garantiert, es entstehen per Verbot keine Freizeitwohnsitze. Ähnliche Projekte, die gut funktionieren, gibt es bereits. In der Dorfstraße ist ein gewünschter Wohnbau nicht möglich, die Grundpreise sind dafür einfach zu hoch. Die Höhenentwicklung bei dem Projekt 'Kristall Spaces' wurde kritisiert, wir werden uns aber in diese Richtung bewegen müssen, denn Grund und Boden werden rarer und sicher nicht billiger. Jedenfalls sind lt. Gemeinderat zwei bis drei solcher Apart-Modelle denkbar und im Ort verträglich."

Gibt es Neues vom (Hotel-)Standort Tragstätt?
"Es gibt zwar Gespräche mit einem Investor und mit einem international renommierten Tourismuskonzern, aber nichts Aktuelles. Die Gemeinde hat vor Jahren das Areal gekauft. Es ist für uns nach wie vor ein touristischer Entwicklungsbereich, wir haben aber keinen Druck, etwas auf Biegen und Brechen realisieren zu müssen. Zuvorderst ist das ein Erholungsraum. Auch ein Golfplatz ist meiner Meinung nach lange schon kein Thema mehr."

Das Fontana Hotel öffnet wieder?
"Ja, im Sommer wurden nötige und wichtige Umbauten vorgenommen. Zur Wintersaison sperrt das 4-Sterne-Haus wieder auf."

Danke für das Gespräch.
Das Gespräch führte Nikolaus Kogler
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