02.10.2014, 16:02 Uhr

Flüchtlings-Lage spitzt sich weiter zu

Am Flüchtlingsheim Bürglkopf wurden bereits Hunderte Fahrzeuge von Flüchtlingen repariert. (Foto: Foto: Land Tirol/Archiv)

Suche nach weiteren Unterkünften in Tirol; bisher zwei Flüchtlingsheime im Bezirk Kitzbühel.

BEZIRK (niko). Durch die anschwellenden Flüchtlingsströme auch nach Österreich sind auch das Land Tirol und die Gemeinden gefordert, geeignete Plätze und Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende zu finden und bereitzustellen. Dabei müssen Rahmenbedingungen stimmen und Auflagen erfüllt werden, wie die politisch zuständige Landesrätin Christine Baur betont. Es gilt auch die vom Bund geforderte Quote zu erfüllen, wobei Tirol bisher säumig ist.

Im Bezirk gibt es bereits zwei Standorte, an denen Flüchtlinge wohnen. "In der Gemeinde Kössen sind bereits seit über zehn Jahren 30 bis 35 Asylsuchende untergebracht. Dank der guten Betreuung durch Asylbetreuerin Greti Perterer und der Familie Hupf, bei denen die Asylanten untergebracht sind, haben wir bis dato keinerlei Probleme mit den Asylanten gehabt und daher ist auch die Akzeptanz bei den Einheimischen gegenüber den Asylsuchenden sehr groß", erklärt Bgm. Stefan Mühlberger.

Das Flüchtlingsheim Bürglkopf in Fieberbrunn ist im Sommer von einem Landes- zum Bundesheim umgewandelt worden. Damit wurde in erster Linie Platz für rund 100 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge geschaffen (wir berichteten). Die bisher in Fieberbrunn untergebrachten Flüchtlinge bzw. Asylwerber wurden auf andere Quartiere verteilt. "Für uns gibt es wenig Veränderung dadurch. Die Betreuung wurde vom Ministerium übernommen (neuer Leiter ist Thomas Trixl, er folgte Hilde Haselsberger nach, Anm.)", so Bgm. Herbert Grander.

Ansonsten tun sich wenig Möglichkeiten auf, wie ein Rundruf in einigen Gemeinden ergab. "In Oberndorf gibt es keine Unterbringungsmöglichkeiten für eine größere Anzahl von Flüchtlingen. Ich würde es allerdings sehr begrüßen, wenn im leerstehenden Pfarrhaus Flüchtlinge wohnen würden. Dort hätten sicherlich zwei Familien leicht Platz. Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung voll dahinter stehen würde und wir gemeinsam den Menschen volle Unterstützung zukommen lassen würden", so Bgm. Hans Schweigkofler. "Derzeit ist mir keine Möglichkeit von Räumlichkeiten, ob ereit oder adaptierfähig, zur Unterbringung von Flüchtlingen bekannt", winklt Jochbergs Ortschef Heinz Leitner ab. "an macht sich derzeit Gedanken, ob wir eine Hilfe anbieten können. Eine Lösung gibt es aber momentan noch nicht", wird aus dem Kitzbüheler Rathaus mitgeteilt.
In Waidring wäre man derzeit nicht vorbereitet, Flüchtlinge aufzunehmen, die Gemeinde selbst hat keine diesbezüglichen Wohnkapazitäten. "Wir haben nur unsere vier Gemeindewohnungen, die vermietet sind, andere dafür verfügbare Gebäude sind Mangelware", so Bgm. Georg Hochfilzer. Er habe medial vernommen, dass die Gemeinden vom Bund bzw. Land in die Pflicht genommen werden sollen, Konkretes dazu gibt es meines Wissens nach aber noch nicht", so der Ortschef.
Bgm. Ernst Schwaiger, Kirchdorf: "Eine sofortige Aufnahme von Flüchtlinger wäre derzeit nicht möglich; bei uns stehen keine geeigneten Wohnung zur Verfügung. Wenn zwei bis drei Familien einquartiert werden könnten, würde die Bevölkerung das sicherlich positiv aufnehmen."

Und auf kirchlicher Ebene? Die Erzdiözese Salzburg (mit dem Tiroler Anteil, Anm.) erhebt derzeit in allen Dekanaten und Pfarrgemeinden die Situation der pfarrlichen Gebäude in Bezug auf die Verwendung als Flüchtlingsunterkunft. In einer ersten Sichtung hat die Finanzkammer bereits 52 Pfarrhöfe und Pfarrheime (davon auch einige im Tiroler Anteil der Erzdiözese) aufgelistet, die leer stehen. "Nun werden alle leerstehenden Gebäude geprüft, ob kurzfristig Flüchtlinge dort untergebracht werden können. Es müssen die sanitären Anlagen, Heizung etc. in Ordnung sein. Im Land Tirol arbeiten wir mit der Landesregierung zusammen. Wenn ein in Frage kommendes Quartier ermittelt ist, wird sofort mit der jeweiligen Gemeinde über die nächsten Schritte beraten", berichtet Diakon Wolfgang Kumpfmüller. Im Land Salzburg wurden bereits mehrere Unterkünfte verfügbar gemacht. "Erzbischof Franz Lackner ist Soforthilfe ein großes Anliegen. Er hat ausdrücklich alle Pfarren gebeten, nach Unterkünften für Flüchtlinge umzuschauen", so Kumpfmüller.
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