16.09.2014, 00:00 Uhr

Nur noch 2 Sprengelärzte

Die Sprengelarzt-Agenden werden heute vorwiegend von Praktikern wahrgenommen. (Foto: Foto: Internet)
BEZIRK (niko). Im Bezirk Kitzbühel gibt es in den sieben Sanitätssprengeln nur mehr zwei Sprengelärzte - nämlich in Hopfgarten und Kössen - gemäß der „alten“, bis 2011 geltenden gesetzlichen Regelung, wonach ein Sprengelarzt während der Dauer seines Dienststandes keinen Anspruch auf Bezüge hat, sondern ihm bei Pensionsantritt ein Ruhegenuss zusteht, wie Marianne Döttlinger von der Bezirkshauptmannschaft zur aktuellen Sprengelarzt-Situation erklärt.

In den vergangenen Jahren sind viele bisher tätige Sprengelärzte in den Ruhestand getreten.
Mit dem Landesgesetzblatt Nr. 39/2011, das am 10. Mai 2011 verlautbart wurde, legte der Gesetzgeber fest, dass in jedem Sanitätssprengel nach entsprechender Ausschreibung mit zumindest einem zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Arzt für Allgemeinmedizin eine schriftliche Vereinbarung über der zu erbringenden Leistungen zu schließen ist. "Trotz mehrfacher Ausschreibungen konnte zuletzt jedoch kein Arzt für Allgemeinmedizin gefunden werden, der als Vertragssprengelarzt tätig sein wollte", so Döttlinger. Das fehlende Gehalt für die Leistung und die Rundumverpflichtung der Sprengelärzte sei nicht mehr zeitgemäß und entsprechend unattraktiv. Einziger Vorteil sei bis 2011 gewesen, dass die Sprengelärzte pensions- und krankenversichert waren.

In den fünf Sanitätssprengeln Fieberbrunn, Kirchberg, Kirchdorf Kitzbühel und St. Johann nehmen die meisten der dort ansässigen praktischen Ärzte die Totenbeschau wahr, wobei sie sich turnusmäßig (wöchentlich) abwechseln. Das hiefür gebührende Entgelt wird zwischen den Gemeinden und den Ärzten im Vereinbarungsweg festgelegt. "Für die Gemeinden bedeutet das zumeist eine finanzielle Mehrbelastung", so Döttlinger, "da die Praktiker für ihre Dienstleistung entlohnt werden müssen."

Zu den Sprengelarzt-Aufgaben gehört die Totenbeschau; er ist auch Sachverständiger auf dem Gebiet der örtlichen Gesundheitspolizei und wird zu Alkohol- oder Drogenuntersuchungen oder für Einweisungen in die Psychiatrie herangezogen.
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