24.06.2017, 11:25 Uhr

Wasser: der wichtigste Infrastrukturbereich

77.000 Meter lang ist das Wasserleitungsnetz in der Marktgemeinde St. Johann. (Foto: Gemeinde)

77 Kilometer Wasserleitungsnetz, 1 Mio. m3 Fördermenge jährlich: Wasser in St. Johann.

ST. JOHANN (niko). Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – "das sind die teuersten Sturkturen bei Investitionen und Erhaltung für die Gemeinden", weiß Markus Schweinberger, Tiefbau-Abteilungsleiter in der Marktgemeinde St. Johann.

Schon 1905/06 wurde in "Seinihåns" die erste Quellfassung im Reintal, der Hochbehälter Hilscherpark (1996 stillgelegt) und das Ortswasserleitungsnetz im Ortszentrum gebaut. In den Jahren 1980 bis 2000 wurden angesichts desolater Strukturen zur Sicherung der Wasserversorgung umfangreiche, millionenschwere Baumaßnahmen durchgeführt "sowie in weiterer Folge die Anlagenteile laufend dem Stand der Technik und den gesetzlichen Bestimmungen angepasst", so Schweinberger. U. a. wurden errichtet: Tiefbrunnen Taxa, Ringleitungen, mehrere Hochbehälter, Kraftwerk Kiedern, neue Quellfassungen und Quellableitungen.

Kanal ab 1928

1928 wurde bereits mit der Ortskanalisation begonnen. Ab 1979 startete der massive Kanalbau; in den 1980er-Jahren wurde die Verbandskläranlage in Erpfendorf errichtet (St. Johanns Anteil rund 67 %). Im Ort fallen jährlich rund ein Million m3 Abwässer an. "Heute besteht ein Kanalnetz von 90 Kilometern mit 2.000 Hausanschlüssen. Letzter Bauabschnitt (2018 - 2021) ist das BA 14 Winkl, 2,8 Mio. € Investition, wir berichteten)", so Referent GR Alois Foidl.

"Auch das gesamte Skigebiet ist an den Kanal angeschlossen. Heute heißt das Schlagwort 'Instandhaltung' und wenn nötig 'Sanierung', dafür müssen jährlich rund 70.000 € investiert werden", so Schweinberger.

77 Kilometer

Das Wasserleitungsnetz ist heute 77 Kilometer (!) lang, 1.800 Objekte sind angeschlossen; rund 1 Million m3 Wasser werden jährlich gefördert, davon 80 - 90 % Quellwasser, der Rest Grundwasser. Der Tagesverbrauch schwankt je nach Saison zwischen 2.500 und 4.500 m3. Das Trinkwasserkraftwerk Kiedern liefert 150 kW Leistung; die 800.000 kWH Ökostrom jährlich werden ins öffentliche Netz eingespeist. "Dabei wird der Höhenunterschied der Ableitung vom Hochbehälter Reintal genützt", so Schweinberger.

"Wir haben rund 10.000 ständige Einwohner; wir können jedoch rund 15.000 versorgen, und das ist auch nötig, da wir mit Brauerei, Schlächterei, Wäscherei, Krankenhaus, Schulen und Tourismusbetrieben auch Wasser-Großabnehmer haben", erklärt Schweinberg.

Mit über 100 Einzelproben pro Jahr wird das Wasser geprüft (Bakteriologie, Chemie, Pestizide, Schwermetalle etc.). "Zudem wird der Betrieb rund um die Uhr überwacht; ein Bereitschaftsdienst steht 24 Stunden am Tag bereit, wenn es einen Alarm gibt", so der Abteilungsleiter.

"Wir als Wasserversorger müssen über lange Zeiträume denken; daher müssen heute Maßnahmen gestartet werden, um die Versorgung in Zukunft zu sichern. Möglich wäre ein weiterer Hochbehälter, der viele Jahre Vorlauf braucht (Behörde, Quellschutzgebiet etc.)", so Schweinberger, der auch betont, dass nur geschultes Personal und insgesamt ein sehr engagiertes Team im Einsatz ist, "denn wir unterliegen dem Lebensmittelgesetz und vielen technischen und hygienischen Vorschriften."

Fotos: Gemeinde St. Johann
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