25.10.2017, 16:16 Uhr

"Große Chancen wahrnehmen!"

Bgm. Helmut Berger mit der ee-Urkunde.

Budget, Wohnungsbau, Bahnhof, e5-Gemeinde, Begegnungszone – viele Themen beschäftigen den Kirchberger Ortschef.

KIRCHBERG. Wir sprachen mit Bgm. Helmut Berger über aktuelle Themen und künftige Projekte.

BEZIRKSBLATT: Nennen Sie uns bitte einige aktuelle Eckdaten aus dem Gemeindebudget 2017.
BERGER:
"Wir haben Einnahmen von 16 Millionen Euro budgetiert (14 Mio. im ordentlichen, 2 Mio. im außerordentlichen Haushalt). Die eigenen Steuern sollen heuer 2,2 Mio. € einbringen, davon 1,2 Mio. € Kommunalsteuer; die Bundesertragsanteile wurden mit 5 Mio. € angesetzt. Die Kommunalsteuer ist durch Betriebsansiedlungen stark gestiegen – seit 2012/13 um ca. 1 Mio. €.; daher bleibt es unser Bestreben, Betriebe anzusiedeln, das bringt Arbeitsplätze, Einnahmen und Wertschöpfung für den Ort."

Wie ist die Situation im Wohnbau (für Einheimische)?
"Am Kalsfeld werden 28 Mietwohnungen entstehen; die Zustimmung vom Land ist da, die Neue Heimat plant; es ist noch ein Lärmschutzgutachten nötig. Im Anschluss daran ist ein Wohnbau im Bereich Untertannerbauer geplant (neuen Eigentumswohnungen). Wir versuchen laufend, Flächen zu finden und neuen Wohnraum zu schaffen, denn wir haben derzeit 180 Wohnungssuchende auf der Liste, ständig kommen weitere hinzu. Zuletzt wurden rund 60 Wohneinheiten am Pflanzgartenareal errichtet. Derzeit nichts geplant ist auf einem ursprünglich ins Auge gefassten Areal in Spertendorf (schlechte Bewertung."

Stichwort Bahnhof: Dieser bedarf einer Sanierung bzw. Modernisierung.
"Ja, der Bahnhof ist nicht mehr zeitgemäß und nicht barrierefrei. Wir wünschen uns seit längerem eine Erneuerung. Es gab zuletzt sehr positive Signale seitens der ÖBB. Da sollte sich in den nächsten Monaten etwas tun."

Bei einem Anbau im Bereich der Friedhofsmauer in Aschau gab es Unstimmigkeiten.
"Ja, es gab Unstimmigkeiten zwischen einem Wirt und der Kirche bei einem Anbau, das wurde inzwischen bereinigt. Der aktuelle Baubescheid wird nun umgesetzt. Es gibt keinen Rückbau, aber eine Änderung bei den Baumaßnahmen, was mit Diözese und Denkmalamt abgesprochen wurde, um dem äußeren Erscheinungsbild Rechnung zu tragen."

Kirchberg ist nun e5-Gemeinde.
"Ja, wir wurden inzwischen mit ee ausgezeichnet (zwei von fünf e) für unsere Bemühungen um Energieeffizienz und Verkehrsberuhigung. Sehr aktiv arbeitet in diesem Bereich der Ausschuss für Energie und Innovation unter Obmann Vize-Bgm. Andreas Schipflinger.

Vor längerem war einmal ein Projekt "Surfers Paradies" im Gespräch?
"Ja, da gab es Pläne eines heimischen Unternehmers. Das ist aber derzeit nicht mehr aktuell."

Es ist wiederholt die Rede von einem Verkehrs-Vollanschluss des Orts an die Bundestraße im Bereich Eichenhalle.
"Ja, das wird derzeit vom Land geprüft. Wenn die Gutachen passen, können wir das innerhalb von zwei Jahren anstreben. Die Eichenhalle müsste weichen, es entstünden auch Gewerbeflächen; das wäre eine große Chance für den Ort."

Was steht an kurz- und mittelfristigen Projekten an?
"Wenn es finanziell möglich wird, wollen wir als e5-Gemeinde in einer ersten Umsetzungsphase im Ortszentrum eine Begegnungszone schaffen (Landbrücke bis Kreisverkehr); der Abschnitt soll wohnenswerter, geschwindigkeits-reduziert und sicherer werden; vorgesehen wäre auch eine 7,5-Tonnen-Beschränkung (mit Ausnahmegenehmigungen, Anm.) in der Kitzbüheler Straße, um die Anrainer zu entlasten. Derzeit läuft die Fertigstellung der Sanierungen in der Kitzbüheler Straße (samt Kanal und Wasserleitung, 4-Jahres-Programm). Als größeres Projekt steht auch die Sanierung der 30 Jahre alten Tiefgarage an; das wollen wir 2018 starten und dabei die Garage an moderne Standards anpassen."

Interview: Klaus Kogler

Fotos: Kogler
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