30.11.2017, 16:44 Uhr

16 Punkte zur Aufwertung der Lehre

Thomas Spiegl (ÖGB-Jugendvorsitzender), Dominik Lorenz (ÖGB Jugendsekretär), Vorsitzender ÖGB Tirol Philip Wohlgemuth).

ÖGB Kitzbühel alarmiert: Ein Viertel besteht Abschlussprüfung nicht, Fachkräftemangel vorprogrammiert.

KITZBÜHEL (niko). Mit einem 10-Punkte-Programm mit 16 konkreten Forderungen bzw. Vorschlägen will der ÖGB Tirol eine Aufwertung der Lehre erreichen. "Die Anzahl der Lehrlinge sinkt, auch im Bezirk Kitzbühel, es ist Zeit zu handeln", so ÖGB-Jugendvorsitzender Thomas Spiegl.

Spiegl und der Tiroler ÖGB-Vorsitzende Philip Wohlgemuth stellten ihre Programm in Kitzbühel vor. "Das Programm entstand nach dem Feedback mit vielen Jugendlichen bzw. Lehrlingen; es wurde im ÖGB dann einstimmig abgesegnet und bereits an die politischen EntscheidungsträgerInnen und Sozialpartner übermittelt – jetzt hoffen wir auf schnellstmögliche Umsetzung", so Wohlgemuth.

Die Gründe für die sinkenden Lehrlingszahlen sind vielfältig. „Der finanzielle Aspekt ist einer von vielen. Daher fordern wir eine Erhöhung der monatlichen KV-Mindestlehrlingsentschädigung auf 700 Euro brutto im ersten Lehrjahr. Weiters soll ein Gratis-B-Führerschein und die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ein weiterer Anreiz sein, eine Lehre zu ergreifen“, so Wohlgemuth. Berufs- und Bildungsorientierung ab der ersten Bildungsstufe sieht er als Basis, damit Kinder bzw. Jugendliche überhaupt über ihre Möglichkeiten informiert werden.

Bis zum Jahr 2019 fordert der ÖGB 50 zusätzliche Lehrstellen in landesnahen und -eigenen Einrichtungen und die Schaffung eines eigenen Jugend- und Lehrlingsinspektorats. "Es gibt Betriebe, wo Lehlringe als billige Saisonkräfte missbraucht werden, daher fordern wir eine Verkürzung der Probezeit von drei auf einen Monat", so Spiegl.

Um dem Trend zu nicht bestandenen Lehrabschlussprüfungen entgegenzuwirken (dzt. 25 %), sollen die Prüfungen in die Berufsschule verlagert werden, wo die Lehrlinge die Umgebung kennen und gelassener zur Prüfung gehen. Zudem soll es freiwillige Zwischenprüfungen geben, um eine Standortorientierung zu erhalten.

Bereits umgesetzt wurde eine langjährige Forderung des ÖGB: „Das kostenlose Berufsschulinternat ist ein Meilenstein gegen Lehrlingsarmut und eine Win-Win-Situation für alle, denn auch die Unternehmen profitieren. Bisher mussten einige Firmen die Kosten für die Internate übernehmen, damit ist jetzt voraussichtlich Schluss", so Wohlgemuth.
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