05.09.2014, 11:29 Uhr

Ab in Richtung Skicircus

Von Reckmoos (Bild) in den Hörndlinger Graben, dann auf den Reiterkogel... (Foto: Foto: Bergbahnen)

Schon im Dezember 2015 könnte die Ski-Verbindung Fieberbrunn-Saalbach-Hinterglemm Realität sein.

FIEBERBRUNN (niko). Bauverhandlung Ende Oktober, Bau Sommer 2015, Eröffnung Dezember 2015 – so sähe der engagierte Zeitplan von Toni Niederwieser, GF Bergbahnen Fieberbrunn, aus, um den Skigebiets-Anschluss an den Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang zu realisieren. Wichtige Schritte in diese Richtung wurden nun gesetzt. Zuerst beschloss der Fieberbrunner Gemeinderat für einen jährlichen Zuschuss von 175.000 € auf 20 >Jahre (ges. 3,5 Mio. €) zur Mitfinanzierung des 18-Millionen-Liftprojekts.
Vorigen Montag zog der Tourismusverband nach. 177 Personen (1.401 Stimmgewichtung) sagten Ja zur Eröhung der Bettenabgabe um 1 € auf 2,50 € ab 1. Mai 2015, zweckgebunden für die Mitfinanzierung der "Infrastruktur-Neuerschließung". Es gab 64 Nein-Stimmen (gewichtet 322). Der Erhöhung findet nur im Gebiet der Gemeinde Fieberbrunn statt.

Pläne seit 25 Jahren

"Die Idee für den Anschluss geht auf 1989 zurück, Planungen lagen vor. Dann kam die vom Land verordnete Lift-Nachdenkphase. Das Projekt geriet ins Stocken. In der Zwischenzeit haben wir als Vorleistung die Bahn Reckmoos-Nord errichtet. Nun liegen die Planungen für die Liftverbindung vom Hörndlinger Graben auf den Reiterkogel und damit ins zentrale Saalbach-Hinterglemmer Gebiet vor. In 50 Minuten kann man von der Talstation Streuböden am Reiterkogel sein", schildert GF Niederwieser. Der Skicircus würde um Fieberbrunn erweitert. Zudem sei in weiterer Folge der Zusammenschluss mit Zell am See möglich - es entstünde eines der größten Skigebiete weltweit.

Anschlussbahn

Geplant ist eine 10er-Einseilumlaufbahn (2,82 km, 2.600 P./St.) und eine Abfahrt (3,5 km) mit 100 % Beschneiung. Die Finanzierung erfolgt über Eigenkapitalaufstockung, Darlehen, Gemeindezuschuss und TVB-Mitfinanzierung (s. o.).
"Die Marketingmittel würden auf 3,3 Mio. € ansteigen, in Fieberbrunn könnten die Bettenpreise angehoben werden", hofft Niederwieser.
Die Fieberbrunner würden zu 100 % in den Verbund "Skicircus" eingegliedert und würden aus dem bestehenden Schneewinkl-Verbund aussteigen. Die Buchensteinwand würde in den neuen Verbund eingebunden (nicht jedoch Waidring und St. Johann, Anm.). Weitere Verbünde (KA Allstar Card, Salzburg Card..) bleiben aufrecht.

Kritik am Projekt

Bei der TVB-Vollversammlung wurde auch Kritik an dem Vorhaben laut: zu hohe öffentliche Querfinanzierung, Erhöhung Bettenabgabe (nur in Fieberbrunn), Waidring im Abseits auf TVB-Ebene...
Die Grünen stemmen sich vehement gegen den Zusammenschluss. "Das ist eine markante Skigebietserweiterung, wo letzte Ruhe- und Rückzugszonen für Tier- und Pflanzenwelt zerstört werden", so Bezirkssprecher Helmut Deutinger. Auch der starke öffentliche Finanzierungsanteil ist den Grünen ein Dorn im Auge. "Investitionen und zu erwartende Erträge stehen in keinem Verhältnis, das rechnet sich nicht."


Weitere Facts/Zahlen zum Projekt:

Fieberbrunn 10 Lifte, 40 km Pisten; Glemmtal + Leogang 56 Lifte, 200 km Pisten - zusammen 66 Lifte, 240 km Piste; bei Zusammenschluss mit Zell am See/Kaprun (ohne Gletscher) über Viehhofen: 110 Lifte, 380 km Pisten; Marketingbudget BB Fieberbrunn dzt. 350.000 €, nach Vereinigung zusammen 3,3 Mio. €.
Kartenpreisbeispiele: 6-Tages-Pass Schneewinkl 222 €, im Skicircus 245 €; Saisonkarten Erhöhung von 310 auf 385 €; Tageskarte 33 wie bisher; Sportpass bleibt, für Kinder werden Karten billiger

Fotos: TVB PillerseeTal, Bergbahn, Kogler
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