GTI-Nachtreffen
Bürgermeister senden Resolution an Bundesministerin

GTI-Nachtreffen: Bürgermeister der betroffenen Gemeinden fordern mehr Durchgriffsmöglichkeiten vom Bund.
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  • hochgeladen von Sabrina Strutzmann

Die Bürgermeister von Finkenstein, Keutschach, Rosegg, Schiefling, Velden und Villach fordern in gemeinsamer Resolution an Bundeministerin Leonore Gewessler mehr Durchgriffsmöglichkeiten für die Behörden.

KÄRNTEN. Vergangenes Wochenende herrschten beim inoffiziellen GTI-Treffen in Kärnten chaotische Zustände. Auch Gebiete in Villach-Stadt und –Land waren von überbordendem Lärm, Abgasen und Rasereien betroffen.
„Das Problem, dass sich viele der Teilnehmer nicht an die Verkehrsregeln halten, ist seit Jahren bekannt“, sagt Bürgermeister Günther Albel. Zusätzlich verschärft wurde die Situation im heurigen Jahr durch beobachtete Missachtung der Corona-Regeln. „Den Behörden sind aber oft aufgrund fehlender Gesetzesvorgaben seitens der Bundesregierung die Hände gebunden“, so Albel. 

Schwächen bei den Durchgriffsmöglichkeiten

Weder die Straßenverkehrsordnung 1960 noch das Kraftfahrgesetz 1967 geben der Straßenpolizeibehörde sowie der Verkehrspolizei ausreichende Möglichkeiten, bereits im Vorfeld auf derartige Zusammentreffen mit Straßensperren zu reagieren.
Der Bürgermeister fordert gemeinsamen mit den Gemeinden Finkenstein, Keutschach, Rosegg, Schiefling und Velden in einer Resolution an die zuständige Bundesministerin Leonore Gewessler dringend mehr Durchgriffsmöglichkeiten anhand gesetzlicher Vorgaben.
„Wir fordern die Bundesministerin auf, durch bundesgesetzliche Verankerung von entsprechenden Regelungen dafür Sorge zu tragen, dass während der GTI- Treffen Straßensperren, Kennzeichenabnahmen oder Fahrzeugstillegungen erfolgen können“, sagt Albel. Behörden brauchen dringend klare gesetzliche Vorgaben, die es ihnen ermöglichen, einzugreifen, um Wildwüchse wie am vergangenen Wochenende wirksam zu bekämpfen. "Es kann nicht sein, dass die Anrainer der Hotspots wochenlang Lärm und Abgasen ausgesetzt sind und einige Rowdies andere Menschen gefährden, oder sensible Naturlandschaften wie den Naturpark Dobratsch schädigen“, so der Bürgermeister.

So extrem wie noch nie

„Die Situation rund um das so genannte GTI-Nachtreffen war dieses Jahr so extrem wie noch nie. In der Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See drohen Gemeindebürger mittlerweile schon damit, wegzuziehen", sagt Christian Poglitsch, Bürgermeister in Finkenstein. Die wild organisierten Treffen seien image schädigend für die Region und für den gesamten Kärntner Tourismus, der auf eine intakte Umwelt und Familienfreundlichkeit setzt. "Viele Gäste sind heuer verfrüht abgereist, weil sie den Lärm nicht mehr ausgehalten haben", informiert Poglitsch und fordert: "Dem muss Einhalt geboten werden.Um den „Autofans“ die Bühne zu nehmen, ist das derzeit einzig probate Mittel die Sperrung öffentlicher Plätze wie des Faaker Bauernmarktgeländes." Damit verlagert sich das Problem jedoch nur auf andere Schauplätze. "Wichtig wäre vor allem eine entsprechende Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, damit die Exekutive bessere Werkzeuge in die Hand bekommt, die schwarzen Schafe sprichwörtlich aus dem Verkehr zu ziehen", so Poglitsch, "gesittete Treffen einmal pro Jahr begrüßen wir sehr, Chaos und Respektlosigkeit haben hier aber keinen Platz. “

"Es braucht mehr Strafen" 

"Vor allem bei den ohrenbetäubenden, gänzlich sinnlosen Fehlzündungen muss die Polizei ermächtigt werden, tatsächlich abschreckende Strafen auszusprechen", fordert Keutschachs Bürgermeister Karl Dovjak.  Die Lärmbelastung und die Staus auf der Straße zum Pyramidenkogel sowie der Landesstraße durch die Gemeinde waren für Anrainer während der letzten „Autotreffen-Chaostage“ die reine Hölle.

"Genug ist genug"

Franz Richau, Bürgermeister in Rosegg sagt klar: "Genug ist genug. Wenn man mehrere Wochen im Jahr den gesamten Verkehr zwischen Velden und dem Faaker See bei den GTI-Treffen sowie beim Harley Treffen auf sich nehmen muss und dadurch im Rahmen von Geschwindigkeits-, Lärm- und Geruchsbelästigungen starke Einschränkungen erfährt, ist es an der Zeit, dass den Behörden alle Möglichkeiten eines rigorosen Einschreitens gegeben wird." Geschwindigkeitsbeschränkungen, Radarüberwachungen, Beschlagnahmung von Fahrzeugen, Führerscheinentzug sind nur einige Möglichkeiten, die diesem Treiben ein Ende setzen können.

Schutz der Anrainer im Vordergrund

"Dem Gesetzgeber muss klar sein, dass hier der Schutz der Bewohner und Anrainer der betroffenen Ortschaften im Vordergrund steht", so Valentin Happe, Bürgermeister in Schiefling. Weiters gehe es um den Schutz der Landschaft, besonders das Keutschacher Seental mit seinen Ramsar und Landschaftsschutzflächen leiden sehr unter den Treffen. Klar ist: "Ohne die Koordination der Kräfte, die in diesem Jahr überhaupt nicht funktioniert hat, wird ein effizientes Vorgehen nicht funktionieren", so Happe.
Veldens Bürgermeister Ferdinand Vouk: "Die Auswüchse und Vorkommnisse beim inoffiziellen GTI-Treffen, bei dem der Rechtsstaat mit Füßen getreten wurde, waren für Anrainer, den Tourismus und die Exekutive nicht zumutbar." 

Die Forderungen im Detail: 

  • Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen, die das Eingreifen der Behörden bei Gefährdung durch Lärm, Schadstoffausstoß und überhöhter Geschwindigkeit früher möglich machen. 
  • Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Ermöglichung des Vorgehens gegen „getunte“ Fahrzeuge (bisher gibt es nur die Möglichkeit, gegen Fahrzeugarten, also zum Beispiel LKW oder PKW, Verkehrsbeschränkungen und –verbote zu erlassen). Gefordert werden Mittel zum Vorgehen gegen spezielle „getunte“ Fahrzeugtypen, zbsp. Kennzeichenabnahmen, Stilllegung von Fahrzeugen. 
  • Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung von Straßensperren vorab.

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