Kanal: Zell ist noch ein weißer Fleck

Nun geht auch Zell das Großprojekt Kanalbau mit geschätzten Investitionen von 2,5 Millionen Euro an
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ZELL (vp). Während einige Gemeinden das Kanalisationsnetz schon wieder sanieren, gibt es in vier Kärntner Kommunen noch gar keines. Auch in Zell. Das soll bzw. muss sich jetzt ändern. Denn mit 2016 dürfen keine häuslichen Abwässer mehr ungeklärt in das Grundwasser abgeleitet werden (siehe unten: "Zur Sache").

Bürgerinformation

Erste Schritte sind erfolgt, denn der vorläufige Entsorgungspflichtbereich der Gemeinde wurde definiert, vom Gemeinderat beschlossen und vom Land bewilligt. Es handelt sich um den kompletten Talboden. Der Planer für den ersten Bauabschnitt in Zell-Pfarre wurde auch schon bestellt. Es soll eine Kläranlage in Zell-Pfarre und eine im Bereich Terkl entstehen.
Die Bürger werden nun informiert, ob ihr Haus in die Zuständigkeit der Gemeinde oder in die eigene Zuständigkeit fällt. "Einige Bürger, die entlegen wohnen, sind bereits vor Jahren aktiv geworden - das Thema gibt es ja schon länger. Es gibt aber auch noch etliche außerhalb des Gemeinde-Entsorgungsbereichs, die keine Abwasserlösung nach dem Stand der Technik haben", so Bgm. Heribert Kulmesch.

Gemeinsames Vorsprechen

Bis 2018, spätestens bis 2019, soll der Kanalbau abgeschlossen sein. Kulmesch: "Wir wollen aber keine Hauruck-Aktion machen, sondern nachhaltig planen. Wir prüfen auch, was zusätzlich gemacht werden kann - wie Leitungen der Kelag, Breitband, Asphaltierungen oder Gehwege."
Die geschätzten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro - viel für die Abgangsgemeinde. "Wir hoffen natürlich, dass wir die Kosten unterschreiten. Durch die geringe Anschlussdichte kommt jedenfalls einiges auf uns zu." Hinzu kommt, dass man hört, dass die Förderungen von Bund und Land nur noch 30 Prozent betragen. Kulmesch will daher mit den anderen Gemeinden ohne Kanal in Kärnten Kontakt aufnehmen, um zusammen bei Bund und Land bezüglich Förderungen vorzusprechen. Kulmesch: "Ich hoffe auf Gesprächsbasis. Unsere geringere Anschlussdichte darf keine Strafe sein."

Kleinkraftwerk möglich?

Auch weitere mögliche Förderungen will Kulmesch natürlich ausloten. "Wir prüfen weiters, ob die Möglichkeit besteht, als Gemeinde ein Kleinkraftwerk zu betreiben, um so die Betriebskosten der Anlagen zu senken."
Warum in den ganzen Jahren in Zell nichts im Kanalbau passiert, argumentiert Kulmesch so: "Ein Grund ist sicher das Problem mit der geringen Anschlussdichte. Aber auch der politische Konsens hat gefehlt. Und auch das Verständnis einiger für die Notwendigkeit einer gesetzmäßigen Entsorgung."

"Können nur vertrauen"

Nun, ab 2016, drohen für jene Anzeigen bzw. Strafen, die sich nicht ans Gesetz halten. Auch die Gemeinde ist noch nicht rechtmäßig unterwegs. Das ist Kulmesch bewusst: "Wir können nur darauf vertrauen, dass es zu keinen Anzeigen kommt", verweist er auf Aussagen von Landesrat Rolf Holub gegenüber dem ORF. Holub meinte, von Landesseite werden es keine Anzeigen geben, wenn man sehe, dass die Bereitschaft zum Bauen besteht.

Zur Sache:

Häusliches Abwasser muss ab heuer "nach dem Stand der Technik" entsorgt werden.
Eine ordnungsgemäße Entsorgung bedeutet etwa:
- die Reinigung mittels vollbiologischer Kleinkläranlage
- das Sammeln in einer nachweislich dichten Senkgrube und danach das Überführen in eine öffentliche Kläranlage
- die Ableitung über einen dichten Kanal zu einer öffentlichen Kläranlage.

Nicht dem Stand der Technik entsprechen demnach Drei-Kammer-Faulanlagen, Sickeranlagen oder nicht dichte Senkgruben.
Die Gewässeraufsicht des Landes werde ab 2016 Überprüfungen durchführen.

Nun geht auch Zell das Großprojekt Kanalbau mit geschätzten Investitionen von 2,5 Millionen Euro an
Bgm. Heribert Kulmesch: "Eine geringere Anschlussdichte darf für uns keine Strafe sein."
Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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