Poggersdorf
Neuer Verein zum Schutz der Bienen

Kurt Zwesper ist der Obman des Bienenschutz- und Zuchtverein Poggersdorf.
  • Kurt Zwesper ist der Obman des Bienenschutz- und Zuchtverein Poggersdorf.
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Kurt Zwesper weiß, was Bienen brauchen. Er ist Obmann des neu gegründetetn Bienenschutz- und Zuchtverein Poggersdorf. 

POGGERSDORF. Das Thema Bienenschutz und Bienenzucht beschäftigt die Gemeinde Poggersdorf seit Jahren. Bereits 2015 haben SPÖ-Gemeinderäte einen Antrag auf Förderung der Bienenhaltung eingebracht. Dieser wurde dann ein Jahr später im Rahmen der Ergänzung des landwirtschaftlichen Förderkataloges aufgenommen. Bienenhalter werden gefördert, auch für Weiterbildungen gibt es Fördermittel. Anfang des Jahres wurde der Bienenschutz- und Zuchtverein Poggersdorf gegründet. Obmann des Vereins ist Kurt Zwesper. "Seit Anfang Jänner wurde über die Statuten beraten und ein Vorstand aus Hobbyimkern aufgestellt", informiert Bürgermeister Arnold Marbek. Damit soll ein wichtiger und wertvoller Beitrag für die unverzichtbare Bestäubungsfunktion der Bienen für die Natur und Landwirtschaft und besonders für das gesamte Ökosystem in Poggersdorf geleistet werden.

Flächendeckende Erhaltung

"Die Sicherstellung einer flächendeckenden Bienenhaltung ist Ziel des Vereins", so Zwesper. In Poggersdorf gibt es rund 30 Bienenhalter mit etwa 200 Bienenvölkern. Im Verein will man Bedrohungen der Biene durch äußere Einflüsse breiten Raum schenken und die Nutzfunktion für die Bestäubung der Pflanzen und Blüten nutzen. "Ziel ist es auch, weitere Jungimker zu gewinnen, damit es flächendeckend in allen 25 Ortschaften der Gemeinde Bienenvölker gibt", so Zwesper. 

Mit Bienen groß geworden

Die Biene liegt dem neuen Obmann am Herzen: "Ich bin mit Bienen quasi aufgewachsen." Bereits sein Vater war Imker. Seit etwa 50 Jahren ist es Zwesper bereits. Der fast 80-jährige Pensionist will als Obmann des neuen Vereines Jungimkern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bei Vereinssitzungen steht der Erfahrungsaustausch dann im Vordergrund. Die Imkerei an sich ist mit den Jahren schwieriger geworden. Es herrscht massives Insekten- und Bienensterben. Ein Grund hierfür ist definitiv der Klimawandel. Auch die Varroa-Milbe und amerikanisches Faulbrett zerstören ganze Bienenvölker. Poggersdorf ist eigentlich nicht der ideale Ort für die Honigernte – viele Maisfelder, wenig Naturwiesen – für den Honig nicht ideal. Trotzdem geht es darum, eine flächendeckende Bestäubung für die Natur sicherzustellen. "Im 500-Meter-Umkreis ist ein Bienenvolk unterwegs", informiert der Experte. Für eine flächendeckende Bestäubung in der Natur und auf den Feldern wären vier Völker pro Quadratkilometer nötig. Für den Honig will Zwesper die Imker in Poggersdorf auch bei der Wanderplatzsuche unterstützen. Jungimkern empfiehlt Zwesper einen Kurs für Anfänger, um die Grundlagen zu lernen. Und vorab einen Allergietest.

Futtervorrat kontrollieren

Ein Appell von Zwesper an alle Imker: "Kontrolliert jetzt rasch den Futtervorrat der Bienen." Da sich jetzt gerade schon frühlingshaftes Wetter zeigt, beginnen die Bienen mit der Aufzucht ihrer Brut. Auch dafür brauchen sie Futter und die Natur bietet bisher nur ein wenig Pollen. Palmkätzchen sind das frühe Bienenfutter. "Deshalb sollten wir auf diese als Osterdekoration weitgehend verzichten", sagt Zwesper. Notfütterungen können jetzt nötig werden.
Deshalb ist es wichtig, die Futtervorräte jetzt zu kontrollieren, das Winterfutter könnte laut dem Imker nämlich knapp werden. Beurteilen kann man die Futtervorräte durch eine Gewichtskontrolle oder indem man die Abdeckfolie von den Völkern abzieht und in die Wabengassen schaut – ohne Waben zu ziehen. Sind die Beuten sehr leicht, steht eine Notfütterung an.

Zur Sache: 

Zur Förderung der Bienenhaltung in Poggersdorf wurde der Bienenschutz- und Zuchtverein Poggersdorf gegründet.
Ziel ist eine flächendeckende Bienenhaltung.
Obmann: Kurt Zwesper
Förderungen:
• Bienenhalter mit Hauptwohnsitz in Poggersdorf erhalten pro Bienenvolk eine Bestäubungsprämie von 15 Euro pro Jahr.
• Kurse für Anfänger und Jungimker
• Kleingeräteförderung für Gemeindeimker in Form eines Zuschusses
Projekt Bienenwiesen:
2019 entstand das Projekt Bienenwiesen. "Es geht um die Anlegung von Blumenwiesen im öffentlichen Bereich", informiert Bürgermeister Marbek. Die Bevölkerung erhielt Samen von Blumenwiesen um einen Euro. Der Verkaufserlös kommt den Volksschulen zugute. Auch heuer wird die Aktion fortgeführt.

Autor:

Sabrina Strutzmann aus Klagenfurt

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