Über 400 Unterschriften für "Rettung der Freizeitanlage Kohldorf"

Der Linsendorfer See - vor allem der Vorfluter - wächst immer mehr zu
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EBENTHAL. Weit über 400 Unterschriften liegen der Marktgemeinde Ebenthal vor: Anrainer und Besucher des Lindendorfer Sees sind nämlich sehr verunsichert, was die ungewöhnliche Vermehrung von Wasserpflanzen betrifft. Der Pächter der Freizeitanlage Kohldorf, die im Eigentum der Gemeinde steht, hat die Unterschriftenliste aufgelegt. In einem Schreiben an die Gemeinde spricht er von stellenweise so dichtem Bewuchs, dass zu befürchten sei, der See würde noch weiter zuwachsen und Schwimmen könnte irgendwann gar nicht mehr möglich sein. Viele Badegäste befürchten ein Umweltproblem und ein Großteil verzichte jetzt schon aufs Schwimmen.

Gemeinde ist Anrainer

"Als Gemeinde sind wir selbst Anrainer, der See ist öffentliches Wassergut. Wir haben das Land sofort von diesem Problem informiert", sagt Bgm. Franz Felsberger, der versteht, dass viele Angst haben, ins Wasser zu gehen. Einige Gäste am Linsendorfer See kommen schon seit fast 30 Jahren zur Erholung an den "Geheimtipp". 
An die Umwelt-Abteilung des Landes erging die Bitte, den "Vorfluter zum Linsendorfer See einer gründlichen Reinigung zu unterziehen". Auch eine weiße Flüssigkeit - eine Art Schaum - sei stellenweise sichtbar. Dies verunsichere Anrainer und Gäste des Gemeindebades umso mehr.

Keine Auffälligkeiten

Die WOCHE fragte bei der Umwelt-Abteilung nach. Vor ungefähr einem Jahr habe sich der Landeschemiker Erich Polzer die Situation angesehen, weil der Verdacht auf Verunreinigungen bestand, aber nichts Problematisches feststellen können. Der Linsendorfer See werde auch zwei Mal im Jahr vom Kärntner Institut für Seenforschung beprobt. Die Ergebnisse kann man im jährlichen Seenbericht nachlesen - keine Auffälligkeiten.

"Schaum" ist Eiweiß

Letzte Woche sei ein Mitarbeiter der Umwelt-Abteilung vor Ort gewesen. Er nahm sogar etwas von dem "weißen Schaum" mit, der danach überprüft wurde. Diese Schaumbildung sei ein Hinweis auf Eiweiß-Vorkommen. Das entstehe, wenn organisches Material (z. B. Laub im Herbst, Wasserpflanzen etc.) freigesetzt und durch die Strömung - ähnlich wie bei Eischnee - "aufgeschlagen" wird. Auch durch die Einleitung von Abwässern wie Jauche können Eiweiße ins Wasser gelangen, was bei der Beprobung jedoch ausgeschlossen wurde.

Ortsaugenschein versichert

Gegenüber der WOCHE wurde versprochen, dass sich ein Mitarbeiter des fachlichen Naturschutzes bei der Gemeinde melden wird, um einen Ortsaugenschein durchzuführen. Was die Wasserpflanzen betrifft, muss nämlich geklärt werden, was, wo und wie viel entfernt werden darf. Schließlich gibt es auch geschützte Arten und eine naturschutzrechtliche Bewilligung ist dann notwendig. Generell sei in ganz Kärnten eine erhöhte Pflanzenbildung feststellbar, was auch auf die heißen Sommer zurückzuführen sei. 

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