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"Wir schließen als Erste und öffnen als Letzte"

Bald könnte Outdoor-Training wie dieses wieder erlaubt sein.
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  • hochgeladen von Nicole Fischer

Ab 19. Mai sollen auch die Fitnessstudios wieder öffnen dürfen. Die Auflagen sind aber noch nicht ausreichend geklärt. 

KLAGENFURT LAND. Der Optimismus unter den Fitnessstudio-Betreibern und Fitness-Trainern ist verhalten. Zu oft wurden Öffnungen angekündigt, zu oft mussten sie aufgrund steigender Fallzahlen und Intensivbetten-Belegungen wieder abgesagt werden. Die Klagenfurter WOCHE hat mit Franz Berger von Karawankenfit in Ferlach und mit Betti Brandner, Frischluft-Fitness-Trainerin aus Grafenstein über die bevorstehenden Öffnungen gesprochen. 

Abstand halten

Laut ersten Verordnungen sollen 20 m2 pro Person gerechnet werden. Das Fitnessstudio Karawankenfit in Ferlach hat eine Gesamtfläche von 1.100 Quadratmetern auf zwei Stockwerke sowie eine Outdoor-Terrasse zur Verfügung. "Wir haben jetzt drei Monate lang umgebaut und haben den großen Vorteil, als einziges Fitnessstudio in Kärnten eine 300 Quadratmeter große Outdoor-Trainingsterrasse zu haben, damit können wir auf die Regelungen beim Outdoor-Sport zurückgreifen, die besagen, dass wir pro Kunde einen Abstand von zwei Metern beim Training einhalten müssen", erklärt Franz Berger. So kann der Fitnessstudio-Betreiber zumindest teilweise eine Lösung anbieten. Für Indoor-Kurse hat sich der Ferlacher überlegt bei vielen Anmeldungen jeweils zwei Kurse hintereinander anzubieten. Was das Ferlacher Fitnessstudio auszeichnet, es verfügt unbeabsichtigt schon über ein Contact-Tracing-Zugangssystem. "Ins Studio kommt man bei uns nur mit einem Chip, auf dem alle Kontaktdaten der jeweiligen Person gespeichert sind, damit haben wir eigentlich schon unser eigenes Contact-Tracing", lacht Berger. Frischluft Fitness-Trainerin Betti Brandner ist verwirrt: "Es fehlt leider noch immer die entsprechende Verordnung. Aktuell schaut es so aus, dass wir meiner Meinung nach ohne Zutrittstests trainieren dürfen, da wir an der frischen Luft sind und auch keinen Kontakt- bzw. Mannschaftssport ausüben. Außerdem können wir den Abstand leicht einhalten - gerne auch mehr als zwei Meter. Noch unklar ist für mich, mit welcher Gruppengröße wir trainieren dürfen. Auf der Seite des Bundesministeriums steht, Breitensport bis maximal zehn Personen. Wenn es elf sind, muss man das vorher anmelden, noch blicke ich da nicht ganz durch", so Brandner. 

Einfach vergessen

Was sowohl Brandner als auch Berger kritisieren ist der Fakt, dass auf den Sport ansich sowie auf die Fitnessstudios irgendwie vergessen wird. "Wir waren die Ersten die geschlossen wurden und sind die Letzten die aufsperren dürfen", klagt Berger. "Und das obwohl Fitnessstudios, mal abgesehen von der Pandemie, immer schon ein ausgeklügeltes Hygienekonzept haben. Bei uns wird ständig desinfiziert, schon vor der Pandemie", ergänzt der Betreiber von Karawankenfit. Das Konzept von Frischluft Fitness steht dafür ganzjähriges Outdoor-Training anzubieten, deshalb weiß Brandner bis heute nicht, warum ihre Art des Trainings verboten war. "Es gibt zwar wenige Firmen, die auch in der kalten Jahreszeit Outdoor-Trainings anbieten, deshalb glaube ich, dass an diese Art des Trainings an der frischen Luft gar nicht gedacht wurde. Laut der WKO gelten Sportkurse als Veranstaltung und unterliegen daher den selben Regeln wie Veranstaltungen. Für mich ist das unverständlich, da wir ja an der frischen Luft genügend Platz haben Abstand zu halten. Außerdem stärken wir mit unserem Training das Immunsystem und halten uns fit und gesund", so die Grafensteinerin. 

90 Leute am Tag reichen

Franz Berger stellt eine ganz einfache Rechnung auf: "Wenn ich pro Stunde fünf Kunden hereinlassen dürfte, wären das bei unseren Öffnungszeiten 90 Kunden am Tag, das würde mir schon reichen." Seit Beginn der Pandemie musste der Fitnessstudio-Betreiber einen Kundenschwund von 20 Prozent hinnehmen. "Ich denke aber die richtige Kündigungswelle wird erst kommen. Viele wollen sich nicht testen lassen oder haben auch einfach die Zeit dafür nicht. Wenn jemand drei Mal die Woche trainieren will, rennt der ständig nur zur Teststation, ich versteh das schon", so der Ferlacher. Aktuell sind alle Abos ruhend gestellt. "Wir haben aktuell natürlich 0 Einnahmen, meine beiden Lehrlinge musste ich in Kurzarbeit schicken und die Abschlagszahlungen der Regierung sind ein Tropfen auf dem heißen Stein", so Berger. Für die Frischluft Trainerin, die ihre Trainings im Europapark und am Kreuzbergl in Klagenfurt und am Sportplatz in Grafenstein anbietet ist eines klar: "Es gibt keinen dokumentierten Fall wo sich jemand beim Outdoor-Sport mit genügend Abstand mit Corona infiziert hat, deshalb hoffe ich, dass wir mit möglichst wenigen Einschränkungen ab 19. Mai wieder trainieren können." 

Einbußen ausgleichen

Andy Wankmüller, Fachgruppenobmann der Kärntner Freizeit- und Sportbetriebe über die bevorstehende Öffnung der Fitnesscenter und Tanzschulen. "Uns wurden erste Öffnungsschritte in Aussicht gestellt. Wir glauben, dass wir öffnen dürfen. Zurzeit wird von einer 20-Quadratmeter-Regel gesprochen. Je nach Branche muss man das aber anders zu betrachten. Die Fitnessstudios werden mit den 20 Quadratmetern gut zurechtkommen. Bei den Tanzschulen ist es damit schwierig, da ist nur Privatunterricht möglich. Bei Räumen von 160 Quadratmetern in den Tanzschulen würden man nur 3 bis 4 Paare reinbekommen. Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar", sagt Wankmüller. Auch die Eintrittstests und deren Durchführung spricht er an. Die große Frage: "Wie soll es kontrolliert werden?". "Manche haben schon entsprechende Systeme, mit dem man sein Testergebnis hochladen kann und so beim Betreten der Betriebsstätte die Sicherheit gewährleistet ist", sagt der Fachgruppenobmann.

Unterstützung fehlt

Für ihn ist die Öffnung ein kleiner Schritt, der den Betrieben wieder eine Perspektive gibt, wieder langsam zu starten. Wankmüller betont aber, dass man sich ansehen muss, wann weitere Öffnungsschritte möglich sind. Irgendwann muss es sich für die Betreiber ja wieder rentieren.
"Vor ein paar Wochen wurde eine Erhebung gemacht, die ergab, dass zwischen 25 und 30 Prozent der Betriebe existenziell gefährdet sind. Das wird eine schwierige Situation werden. Viele Abos und Kunden sind weggebrochen", sagt Wankmüller. Hier hofft er auf branchenspezifische Unterstützung, dass die Betriebe, wie die Tanzschulen, deren Hauptsaison durch den Lockdown im Winter komplett weggefallen ist.

Erfinderisch

"Die Räume für den Gruppenunterricht in den Fitnessbetrieben haben bei den meisten mindestens eine Größe von 80 Quadratmetern. Ich kenne keinen Betrieb, der größer, es trifft somit alle gleich", so Wankmüller. Dass das Gruppentraining schwierig wird, steht außer Zweifel. Manche wollen daher mehr Einheiten anbieten, um das zu kompensieren. Tanzschulen wollen nun auch sonntags vormittags ihre Kurse anbieten. "Wenn der Abstand unterschritten wird, ist ein Mund-Nasenschutz des Trainers zu tragen. Eine kurzzeitige Unterschreitung des Mindestabstandes ist erlaubt. Es gelten nur der Antigen- und PCR Test, die Mitarbeiter müssen alle sieben Tage getestet werden", sagt Wankmüller abschließend.

Zur Sache
In Kärnten gibt es 110 Fitnessbetriebe und 35 Tanzschulen.

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