07.02.2018, 07:00 Uhr

Neues Rüsthaus in Bärndorf wird Dorfzentrum

Alt und neu: Das alte Rüsthaus der FF Bärndorf-Stallhofen wird noch heuer abgerissen

Neues Feuerwehrhaus wird heuer fertig - auch dank ganz viel Eigenleistung der FF Bärndorf-Stallhofen. Für die Bevölkerung entsteht ein Mehrzwecksaal.

MOOSBURG (vp). Schon seit über zehn Jahren besteht der Wunsch, für die FF Bärndorf-Stallhofen ein modernes Rüsthaus zu errichten. Das alte Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1950 ist nicht nur längst in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, sondern verfügt über keine adäquaten Sanitäranlagen und ist viel zu klein für die knapp 30 Kameraden starke Mannschaft. "Um zum Spind zu gelangen, müssen wir durchs Feuerwehrauto durchsteigen. Häufige notdürftige Sanierungsmaßnahmen gehen außerdem auch ins Geld", sagt Kommandant Alexander Schwarzfurtner.

Sehr viel Eigenleistung

Im Jahr 2014 bildete sich endlich ein Rüsthaus-Projektteam. Man begab sich auf die Suche nach einem Grundstück und ging dann an die Planung. Nicht einfach, denn die finanziellen Mittel sind begrenzt. "Zum Glück hat uns der ortsansässige Baumeister Franz Kogler bei der Projektierung sehr unterstützt. Ohne einer Handvoll ambitionierter Leute im Team wäre das alles nicht möglich", so Schwarzfurtner. 
Die Feuerwehr selbst steckt - unterstützt von Fachleuten - sehr viel Arbeit in das neue Rüsthaus. Bisher waren es rund 3.500 Stunden an Eigenleistung. 

Feuerwehr ist Dorfmittelpunkt

Demnächst wollen die Kameraden ins neue Rüsthaus siedeln. Dann steht noch der Abriss des alten Hauses und die Fertigstellung der Außenanlagen an. Ziel ist eine offizielle Eröffnung beim Dorffest im August. 
Das moderne und barrierefreie Feuerwehrhaus verfügt über eine große Fahrzeughalle, zwei separate Umkleiden mit Duschen, WC-Anlagen für Frauen und Männer, eine Werkstatt für kleinere Reparaturen in Eigenregie und sogar über einen Mehrzwecksaal mit eigenem Zugang. Schwarzfurtner: "Den können wir für Schulungen und Besprechungen nutzen. Er soll allerdings auch für die Bevölkerung offenstehen - etwa für die zwei Gesangsvereine oder Turnen, für Veranstaltungen. Das neue Rüsthaus wird eine Art Dorfmittelpunkt."
Was nun auch möglich ist: Der Neubau kann bei einem Stromausfall auch mit Notstromaggregat versorgt werden - für mindestens 96 Stunden.

Investition in Sicherheit

Nur durch den großen Anteil an Eigenleistung ist es möglich, unter 300.000 Euro an Kosten zu bleiben. Rund 290.000 Euro an öffentlichen Mitteln werden investiert, davon kommen beachtliche 42.000 Euro an Barmitteln von der Feuerwehr.
Die Finanzierung war nicht einfach, wenn man bedenkt, dass es in Moosburg fünf Wehren gibt und laufend Neuanschaffungen notwendig sind. "Über Bedarfszuweisungsmittel und Mittel aus dem ordentlichen Haushalt können wir das finanzieren. Hut ab vor dem Einsatz der Feuerwehr", sagt Bgm. Herbert Gaggl. 
Die Marktgemeinde Moosburg hat nebenan noch zusätzlich ca. 100 Quadratmeter Grund für einen anständigen Vorplatz und genügend Parkflächen erworben. Gaggl: "So kann ein echtes Dorfzentrum entstehen. Das ist eine gute Investition in Sicherheit und in die Dorfgemeinschaft."
 

Zur FF Bärndorf-Stallhofen

Die knapp 30 Kameraden der FF Bärndorf-Stallhofen werden pro Jahr zu durchschnittlich zehn bis 15 Einsätzen gerufen. 
Großes Ziel von Kommandant Alexander Schwarzfurtner ist, den Nachwuchs für ein Mitwirken bei der Wehr zu motivieren. Die Nachwuchs-Offensive soll sich allerdings nicht nur auf unter 20-Jährige beschränken. "Mir ist es wichtig, zu verdeutlichen, dass man der Gesellschaft, in der man lebt, auch etwas zurückgeben sollte. Nur so funktioniert das Zusammenleben."
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