09.11.2016, 07:00 Uhr

Poggersdorf will zweiten Hausarzt

Ein zweiter Hausarzt für alle Kassen muss her. Das fordern die Poggersdorfer Bürger (Foto: mev.de)

Unterschriften-Aktion für eine zweite Kassenstelle soll gestartet werden.

POGGERSDORF (vp). Poggersdorf hat über 3.000 Einwohner, Tendenz steigend. Doch in der Marktgemeinde gibt es nur einen Hausarzt mit Kassenvertrag sowie einen zweiten, der als Wahlarzt tätig ist. "Um die Versorgung zu verbessern und vor allem die Wartezeiten zu verkürzen, will ich mich um einen zweiten Hausarzt mit Kassenvertrag bemühen. Das ist ein Wunsch vieler Poggersdorfer", sagt Bürgermeister Arnold Marbek. Auch in der Nachbargemeinde Grafenstein gibt es zwei Hausärzte mit Kassenvertrag. "Doch von der Einwohnerzahl her ist Grafenstein kleiner", so Marbek.

Forderung durch den Gemeinderat

Er will erreichen, dass sich der ganze Gemeinderat für eine zweite Kassenstelle ausspricht. Weiters soll eine Unterschriften-Aktion gestartet werden.
Die zweite Kassenarzt-Stelle ist nur ein Wunsch der Bürger, auf deren Mitsprache bei Projekten im Rahmen von Bürgerbeteiligung nun viel Wert gelegt wird. Unter dem Titel "Poggersdorf neu denken" plant man gemeinsam mit den Bürgern "Poggersdorf 2030" (die WOCHE berichtete). Noch im November finden fünf Info-Abende in den größeren Ortschaften statt, wo die Poggersdorfer ihre Idee einbringen sollen. Zusätzlich gibt es einen Fragebogen als Leitfaden.
"Die Bürger machen wir so zu Beteiligten bei der zukünftigen Gestaltung der Gemeinde", meint Marbek.

Dorf statt Wohnsiedlung

Der nächste Schritt sind Gespräche mit verschiedenen Dialoggruppen wie Schule oder Pfarrgemeinderat. Marbek: "Ein Grobkonzept wird dann wiederum den Bürgern präsentiert und diskutiert. Wenn nötig, gibt es danach Arbeitsgruppen, um eine Grobplanung zu erstellen. Auch die Ergebnisse der 2014 durchgeführten Jugendumfrage fließen ein."
Außerdem sei man in ständigem Austausch mit den vier Architekten - Roland Winkler, Edmund Hoke, Elias Molitschnig und Mario Schierl -, die den Prozess fachlich begleiten. "Zentral ist, ein echtes Dorf für die Zukunft zu gestalten, keine Wohnsiedlung. Die Architekten bringen da durchaus interessante Ideen ein."

Haushalt konsolidiert

Für die aus dem Bürgerbeteiligungsprojekt abgeleiteten Gestaltungsmaßnahmen sollte in Zukunft auch wieder mehr Geld zur Verfügung stehen. Denn mit Ende 2016 hat Poggersdorf seinen Haushalt konsolidiert, 2017 laufen auch langfristige Finanzierungen aus. "Wir haben viel gespart, in den letzten Jahren in nichts Großes investiert. So konnte dies gelingen", erklärt der Bürgermeister.

Termine der Gesprächsrunden mit den Bürgern - "Poggersdorf neu denken":

>> 25. November, 19 Uhr, Wabelsdorf
>> 28. November, 19 Uhr, Linsenberg
>> 30. November, 19 Uhr, Leibsdorf
>> 1. Dezember, 19 Uhr, Pubersdorf
>> 2. Dezember, 19 Uhr, Poggersdorf


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