16.10.2017, 14:29 Uhr

Klagenfurt Land: Partei-Obleute zum Wahlergebnis

Klagenfurt Land hat gewählt: Großer Sieger ist die FPÖ (Foto: Pixabay)

Der Bezirk ist jetzt politisch blau statt rot. Reaktionen aus Klagenfurt Land.

KLAGENFURT LAND. Die Nationalratswahl ist vorbei. Die Wahlkarten-Ergebnisse lassen noch auf sich warten.
Statt in Rot im Jahr 2013 ist Klagenfurt Land nun in Blau "eingefärbt". Die FPÖ kommt (ohne Wahlkarten) auf 30,46 Prozent der Stimmen (+ 15). Bezirksparteiobmann Gernot Darmann freut das "ausgesprochene Vertrauen". Einfluss auf das Kärntner Ergebnis der FPÖ, das über dem Bundestrend liegt, habe auch die Kärntner Regierungskoalition mit SPÖ, ÖVP und Grünen, glaubt er. "Sie hat vergessen, auf die eigene Bevölkerung zu schauen. Die FPÖ hat auf die Bürger geschaut und so zu Stärke zurückgefunden." Präferenzen für eine Bundes-Koalition hat Darmann keine: "Das werden die Verhandlungen zeigen. Die FPÖ drängt sich sicher nicht um jeden Preis in die Regierung, freiheitliche Themen müssen im Arbeitsabkommen abgebildet sein."

Südgrenze weiter rot

Zweitstärkste Kraft im Bezirk wird die SPÖ - mit Verlusten: 28,88 Prozent (- 3,26). Für SPÖ-Bezirksvorsitzenden Ingo Appé hat Sebastian Kurz den Regierungsauftrag. "Und dann schauen wir, was passiert." Blickt er auf das Bezirksergebnis, ist Appé "nicht zufrieden". "In einigen Gemeinden haben wir nicht erzielt, was wir uns erwünscht haben. Die Voraussetzungen waren suboptimal - wenn man darauf schaut, was in Wien passiert ist. Auf lokaler Ebene waren wir sehr stark im Einsatz, da kann man niemandem Vorwürfe machen. Trotzdem: Kärntens Südgrenze ist seitens der SPÖ noch gut aufgestellt." 

Keine Zurufe von außen

Mit ordentlichem Plus (+ 11,92) auf dem dritten Platz in Klagenfurt Land ist die ÖVP mit 27,95 Prozent. Bezirksparteiobmann Herbert Gaggl zeigt sich sehr zufrieden. "Luft nach oben gibt es immer." Was mögliche Koalitionen auf Bundesebene betrifft, hält er nichts von Zurufen von außen. "Kurz muss das umsetzen, was er versprochen hat. Er braucht dafür den Partner, mit dem sich das am besten realisieren lässt." 

Johann: "Uns fehlen die Worte"

Die Grünen haben stark verloren und wurden von der Liste Pilz - wie österreichweit - "überrollt". Sie liegen nun im Bezirk bei 2,35 Prozent (- 10,91), Pilz kommt ohne Wahlkarten auf 4,04 Prozent. Für Grünen-Bezirksvertreter Michael Johann enttäuschend: "Uns fehlen die Worte. Ausschlaggebend waren, so glaube ich, mehrere Faktoren - etwa die Zuspitzung des Wahlkampfs auf die drei Großparteien und, dass es im grünen Bereich zwei Parteien gab. Es wird nun im Bund sehr schwierig, unsere Anliegen zu vertreten." Johann vermutet eine schwarz-blaue Koalition. "Die ist uns schon mal sehr teuer gekommen. Wir hoffen, dass sich das nicht wiederholt."

Kraft für Neos

Auch die Neos können ihr Bezirksergebnis steigern und erreichen 4,57 Prozent (+ 0,85). Kärntens Neos-Spitzenkandidat Christoph Haselmayer zum Wahlergebnis: "In ländlichen Regionen ein Plus von 1,5 bis 3 Prozent zu erreichen, gibt Kraft. Über Parteigrenzen hinweg zu arbeiten, war der richtige Weg. Die Leute haben die Schnauze voll vom Streiten."
In seiner Heimatgemeinde Krumpendorf erreicht Haselmayer übrigens 9,26 Prozent, Kollege Matthias Köchl, NR-Spitzenkandidat der Grünen und Gemeindevorstand in Krumpendorf, muss sich mit 4,69 Prozent zufrieden geben. Köchl dazu: "Krumpendorf, meine Heimatgemeinde, ist die neue grüne Hochburg. Mit 4,7 Prozent von Hochburg zu sprechen, ist allerdings gewagt."

Aufgefallen / Klagenfurt Land (Ergebnis ohne Wahlkarten):

  • "Blaue Gemeinden" (acht): Ebenthal, Grafenstein, Köttmannsdorf, Magdalensberg, Moosburg, Poggersdorf, Schiefling, Techelsberg.
  • "Rote Gemeinden" (sechs): Feistritz, Ferlach, Keutschach, Ludmannsdorf, St. Margareten, Zell.
  • "Schwarze Gemeinden" (fünf): Krumpendorf, Maria Rain, Maria Saal, Maria Wörth, Pörtschach.

  • SPÖ-Top: Zell - 50,75 %
  • SPÖ-Flop: Pörtschach - 19,59 %
  • ÖVP-Top: Pörtschach - 38,51 %
  • ÖVP-Flop: Ferlach - 20,63 %
  • FPÖ-Top: Ebenthal - 34,98 %
  • FPÖ-Flop: Zell - 7,81 %
  • Grüne-Top: Krumpendorf - 4,69 %
  • Grüne-Flop: St. Margareten - 1,16 %
  • Neos-Top: Krumpendorf - 9,26 %
  • Neos-Flop: St. Margareten - 2,48 %
  • Pilz-Top: Zell - 8,71 %
  • Pilz-Flop: St. Margareten - 1,65 %
 

Genauere Infos zur NR-Wahl 2017:


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