06.10.2017, 12:59 Uhr

Ab Ende November kommt Wärme auch aus Liebenfels

Auf der Baustelle: Hannes Hafner mit Wolfgang Potocnik (l.) und Jürgen Parzmair von Imro Fernwärmetechnik aus Graz

Lokalaugenschein: Regionalwärme Gruppe errichtet Fernwärme-Transportleitung von Liebenfels nach Klagenfurt - in Rekordzeit.

KLAGENFURT, LIEBENFELS, KÖTTMANNSDORF (vp). 50 Megawatt CO2-neutrale Energie liefert das Biomasse-Heizwerk im Osten von Klagenfurt, 70 Megawatt Wärme wurden zwischen der Bioenergiezentrum GmbH von Otto Zechmeister und der Stadt Klagenfurt vertraglich vereinbart. Die fehlenden 20 Megawatt wird ab Ende des Jahres die Fernwärme-Transportleitung von Liebenfels nach Klagenfurt liefern. Die Bauarbeiten - derzeit an gleichzeitig sieben Abschnitten - sind im Zeitplan, so Hannes Hafner von der Köttmannsdorfer Regionalwärme Gruppe, welche die Leitung im Auftrag der Bioenergiezentrum GmbH baut.

Noch vier Kilometer fehlen

Das Heizungswasser wird im ausgebauten Heizwerk in Liebenfels auf rund 125 Grad aufgeheizt und mit einem Druck von etwa 40 Bar bis nach Lendorf transportiert. "In Lendorf senken wir den Druck auf 16 Bar, das ist der Druck im Stadt-Netz. Der Temperaturverlust von Liebenfels bis Klagenfurt beträgt dabei nur vier Grad", so Hafner. Auf dem Gelände des Klinikum Klagenfurt wird die Wärme schließlich ins Klagenfurter Netz eingespeist. 
Hafner: "Es sind noch rund vier Kilometer an Lückenschlüssen zu bauen. Ende November wird alles fertig sein - das waren dann von der Idee bis zur Inbetriebnahme nur zwölf Monate." Allein der Leitungsbau kostet übrigens rund elf Millionen Euro.

Einige Herausforderungen

Natürlich gab es einige Herausforderungen zu bewältigen, bestätigt Hafner: "Dass wir in so kurzer Zeit Rechtssicherheit herstellen konnten, dazu waren viele Verhandlungen mit Grundstückseigentümern entlang der Trasse nötig. Wo wir uns nicht einig wurden, haben wir eine andere Trasse gewählt. Auf Plan B oder C umzusteigen, sind wir schon gewohnt." Auch Höhenunterschiede und Fels-Vorkommen erschwerten den Leitungsbau, die Hitze im Sommer machte den Bauarbeitern zu schaffen. "Der Abschnitt beim Klinikum ist ebenfalls ein schwieriger, denn hier gibt es so viele Einbauten, Schächte und Kanäle", erklärt Hafner.

Fernwärme für Lendorf

Wenn man schon mal gräbt, wird natürlich auch auf andere Infrastruktur nicht vergessen. So wird in Liebenfels Breitband-Leerverrohrung mitverlegt, ebenso Erd-Stromkabel. In den Genuss von Fernwärme kommt zusätzlich die Schule in Pitzelstätten, wo es eine Auskopplung geben wird. Die Stadtwerke Klagenfurt baut außerdem ein Fernwärme-Netz in Lendorf auf, in weiterer Folge könnte Wölfnitz folgen. 
Natürlich führen die Bauarbeiten auch zu Sperren. "Wir bedanken uns für das Verständnis der Anrainer und Verkehrsteilnehmer. Wir bauen eben für ein besseres Klima. Drehen wir im November auf, wird irgendwo eine große Gasleitung abgedreht", freut sich Hafner.

Eckdaten zum Projekt:

  • Fernwärme-Transportleitung mit 14,9 Kilometer Länge
  • Leistung: ca. 25 Megawatt 
  • 70 Gigawatt an Bio-Wärme werden geliefert
  • Leitungsvolumen: 1.300 m3 aufbereitetes Heizungswasser
  • 2.500 Rohre mit je zwölf Metern Länge werden verlegt, vier Netzpumpen installiert
  • Trasse: Gewerbegebiet Liebenfels über Tentschach und Pitzelstätten nach Lendorf und entlang des Wölfnitzbachs zum Glan-Radweg, dann bis zum Klinikum

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