Der schiefe Turm von PISA

Wenn es derart weitergeht, wird unser Schulsystem zusammenbrechen und der „Schiefe Turm“ im Italienischen Pisa noch stehen. Meine eigene Schulzeit ist zugegeben mit 15 Jahren schon etwas her – doch haben sich meine „Beurteilungen“ zum Österreichischen Schulsystem in den vergangenen Jahren nur wenig verändert:

Endlose Kompetenzstreitigkeiten mit einem ewigen Hin und Her zwischen den Koalitionsparteien untereinander und mit den Oppositionsparteien, welche die Schüler/innen von heute (wenn überhaupt) nur sehr am Rand interessieren. Was interessiert – heute, wie vor 15 Jahren –, sind Lehrpläne, welche sich näher am realen Leben orientieren. Gewiss nicht meine ich an dieser Stelle Fächer wie „Facebook & Co.“ Ich meine Fächer, welche geeignet sind, „Wissensdurst von heute“ zu befriedigen. Und Lehrpädagogen, die sich auch unbequemen Fragestellungen stellen – natürlich auch im Zusammenhang mit „Facebook & Co.“.

Selbstverständlich ist die Lehrperson eine Autoritätsinstanz, welche wie alle anderen Mitmenschen Respekt verdient und doch sollte es meiner Meinung nach zwischen Lehrkraft und Schüler eine „Begegnung auf selber Augenhöhe“ geben; Wissensweitergabe und –Ergänzung im Sinne des Wortes.

Beim PISA-Test ist Österreich dramatisch abgestürzt (im Zeitraum von 2006 bis 2009 um 30 PISA-Bewertungspunkte) – die amtierende Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) war umgehend mit Ankündigungen von Reformen zur Stelle. Angeblich gab es Boykottaufrufe, den vorgelegten Test entweder bewusst falsch, oder gar nicht auszufüllen und damit gegen das gegenwärtige Kompetenz-Wirwar im Bildungssystem zu protestieren; diese Boykottaufrufe wurden wenig später widerrufen.

Was meiner Ansicht nach wirklich an der Zeit ist, ist die Einrichtung eines „Schüler-Experten-Rates“.
In welchem nicht von und mit längst ausgeschulten „Bildungsexperten“ diskutiert wird, sondern von Schülern selbst – die Tag für Tag in der Schule sitzen. Sehr sicher bin ich mir, dass es keine Diskussionen á la „Cola für alle!“, oder „Mindestens 30 Minuten Pause in einer 45-Minuten-Stunde!“ geben würde, sondern die Wissensvermittlung binnen kurzer Zeit sehr viel effizienter werden könnte.

Wichtiger denn je wäre es, wirklich den Schülern die Stimme zu geben und sich wieder bewusst werden, dass eigentlich die Schüler selbst das Sagen haben. Wenn es keine Schüler gäbe, hätten Lehrpädagogen auch keine Arbeit – bzw. eine andere!

Sehr gut erinnere ich mich, dass mir manche meiner Lehrer/innen manchmal gerne mehr - über den Lehrplan hinaus - beigebracht hätten, dieser jedoch eingehalten werden musste.

Schön wäre es, wenn der „Schiefe Turm von Pisa“ (sollte es mal soweit sein) mit dem Zusammenbrechen wartet, bis wir ein „Schulsystem 2.0“ haben – so dass auch Leute der „Generation Internet“ wieder gerne zur Schule gehen und keine Boykottaufrufe des PISA-Tests notwendig sind.

Autor:

Ivo-Ferdinand Kaier aus Klagenfurt

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