Klagenfurt
Elisabethinen Krankenhaus setzt auf Licht

 Eines der speziellen Patientenzimmer auf der Intensivstation des EKH. Die Lichtlösung soll den natürlichen Tag-/Nachtrhythmus unterstützen, Orientierung geben sowie das allgemeine Wohlbefinden der Patienten fördern
3Bilder
  • Eines der speziellen Patientenzimmer auf der Intensivstation des EKH. Die Lichtlösung soll den natürlichen Tag-/Nachtrhythmus unterstützen, Orientierung geben sowie das allgemeine Wohlbefinden der Patienten fördern
  • Foto: Zumtobel/Pinjo
  • hochgeladen von Kathrin Hehn

Ein künstlicher Himmel, über vier Betten der Intensivstation im Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt, soll den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus nachstellen und so zum Wohlbefinden der Patienten beitragen.

KLAGENFURT. Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Licht den Erfolg von Behandlungen beeinflussen kann. Auf der Intensivstation des Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt wurden daher vier Betten mit einem dynamischen Lichtkonzept ausgestattet, das den natürlichen Tag-Nacht-Rhytmus widerspiegelt.
Das Klagenfurter Elisabethinen Krankenhaus ist zudem das erste Krankenhaus in Österreich, das diese Lichttechnik zum Einsatz bringt.

Künstlicher Himmel

Die speziellen Leuchten der Firma Zumtobel wölben sich von Kopf bis Fuß der Patienten und füllen deren komplettes Sichtfeld aus. Die Helligkeit und Farbtemperatur des Lichts entsprechen dabei dem des natürlichen Tagesverlauf.
Die fast natürliche Lichtsituation erweckt ein Gefühl von Normalität und soll dafür sorgen, dass die normale Melatoninausschüttung der Patienten erhalten bleibt. Denn diese ist maßgeblich für den Schlaf-wach-Rhythmus verantwortlich.

Verwirrtheitszustände vermeiden

Eine der größten Herausforderungen in der Intensivmedizin ist das Delir, also die Verwirrtheit von Patienten, etwa nach Operationen, erklärt Michael Zink, Vorstand der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin.
Das Delir tritt bei bis zu 80 Prozent der Patienten auf. Sie sind von einen auf den anderen Moment stark verwirrt und es können Einschränkungen im Bewusstsein, Gedächtnislücken und Wahrnehmungsstörungen auftreten. Dadurch kommt es häufig zu gefährlichen Aktionen, wie dem Herausziehen von Schläuchen, die schwere Komplikationen nach sich ziehen können, betont Zink.

Vielfältiger Ansatz

Das neue Lichtkonzept fördert und stabilisiert nicht nur den Bio-Rhythmus der Patienten, per Knopfdruck kann es im Notfall auch zu einer perfekten Untersuchungsbeleuchtung umgeschalten werden, so Zink.
Um Verwirrtheitszustände zu vermeiden setzt das Elisabethinen Krankenhaus jedoch nicht nur auf Licht-Therapie. Das Krankenhaus verzichtet zudem auf Medikamente die Verwirrtheitszustände auslösen können und setzt gleichzeitig auf Geräusch-Reduktion.
"Wir lassen unsere Patienten nachts in Ruhe. Das ist ein Paradigmenwechsel, der die gesamte Intensivmedizin erfasst hat", betont Zink.

Autor:

Kathrin Hehn aus Kärnten

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.