Weltkindertag
Jedem Kind ein Zuhause

Mädchenwohnen in Klagenfurt: Nadine mit der Leiterin Julia David, der Betreuerin Katrin Wohlmuth und Angelika fühlen sich gut betreut und aufgehoben. In dem SOS-Kinderdorf-Haus in Klagenfurt werden insgesamt zehn Mädchen im Alter zwischen 14 und 21 von insgesamt sieben MitarbeiterInnen betreut.
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  • Mädchenwohnen in Klagenfurt: Nadine mit der Leiterin Julia David, der Betreuerin Katrin Wohlmuth und Angelika fühlen sich gut betreut und aufgehoben. In dem SOS-Kinderdorf-Haus in Klagenfurt werden insgesamt zehn Mädchen im Alter zwischen 14 und 21 von insgesamt sieben MitarbeiterInnen betreut.
  • hochgeladen von Bernhard Knaus

Der Entscheidung, einen Weltkindertag zu begehen, gingen Überlegungen voran, Kinder weltweit an einem Tag in den Fokus des öffentlichen Interesses zu stellen. 1954 verabschiedete daher die UN-Vollversammlung eine Resolution, in der die Installation eines „Universal Children’s Day“ empfohlen wurde.

KLAGENFURT. Dieser Aktionstag wurde nicht an ein verbindliches Datum gebunden, er wird aber in über 160 Staaten an unterschiedlichen Tagen begangen. Offiziell gilt zwar der 20. November als Weltkindertag, doch in Deutschland und Österreich hat sich der 20. September als Weltkindertag etabliert. Obwohl die Ziele zwar dieselben sind, ist dieser Tag nicht mit dem Internationalen Kindertag, der am 1. Juni gefeiert wird, zu verwechseln. Das erste Land, das einen Weltkindertag eingeführt hat, war 1920 die Türkei.

Kinderschutz und Kinderpolitik

Im Mittelpunkt stehen an diesem Tag die Themen Kinderschutz und Kinderpolitik. So sollen die Rechte der Kinder konzentriert und somit verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht werden. Weiters sollen Erwachsene und vor allem die Politik für diese Rechte und Bedürfnisse sensibilisiert werden, es soll auf Defizite hingewiesen werden, alternative Ideen vorgestellt werden und vor allem Kinder zu Wort kommen lassen.

Kinderrechte

In Österreich nutzen zahlreiche Vereine und Verbände diesen Tag, um mit Festen und Aktionen auf Kinderrechte aufmerksam zu machen. Eine der bekanntesten dieser Institutionen sind die SOS-Kinderdörfer. Die Wahrung der Kinderrechte sind zwar ein sehr wichtiges Aufgabenfeld von SOS-Kinderdorf, doch bei weitem nicht das einzige.

SOS-Kinderdorf

„Die SOS-Kinderdorfwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten ganz stark verändert. Wir haben uns den Anforderungen entsprechend viel breiter und gleichzeitig aber auch tiefer aufgestellt“, erzählt der SOS-Kinderdorfleiter Gerald Stöckl. „War das primäre Ziel anfänglich der Elternersatz und somit die Schaffung einer Familie vor allem für Waisenkindern, so sind es heute die Einrichtung von Kinderwohngruppen und Kriseneinrichtungen, in denen Kindern kurzfristig und rasch geholfen werden kann. Und diese Unterstützung wird in immer größer werdenden Ausmaßen benötigt.“ Heute reicht das Spektrum von stationären und ambulanten Hilfen über Angebote zur schulischen und beruflichen Bildung sowie der Beratung für Familien bis hin zu vernetzten Hilfen im Sozialraum.

Veränderte Gesellschaft

Die Veränderungen der Gesellschaft mit allen ihren auftretenden problematischen Begleiterscheinungen und Problemen, macht auch ein rasches Reagieren der Politik und der Sozialeinrichtungen notwendig. Vor allem die Gefährdung des Kindeswohls durch Misshandlung, sexueller Missbrauch oder Vernachlässigung des Kindes machen Krisen- bzw. Schutzeinrichtungen umso notwendiger.

Erfolgreiches Modell "Mädchenwohnen"

In Klagenfurt gibt es seit vielen Jahren das sehr erfolgreiche Modell „Sozialpädagogisch-Therapeutisches Mädchenwohnen“. „In unserem Haus werden nur Mädchen im Alter zwischen 14 bis maximal 21 Jahre betreut“, erklärt die Leiterin der Mädchenwohneinrichtung Viktoriaweg in Klagenfurt, Julia David „die aus den verschiedensten Gründen zu Hause nicht wohnen können. Gemeinsam mit den zurzeit sieben BetreuerInnen wird mit den Mädchen der Alltag gelebt. In unserem Haus leben sechs Mädchen, die jede ihr eigenes Zimmer hat. Gemeinsam genutzt werden die Küche, der Gemeinschaftsraum und die sanitären Einrichtungen. Des Weiteren sind in unserem Haus zwei kleine Garçonnière eingerichtet. Hier haben die Mädchen die Möglichkeit, das „Alleine-Wohnen“ quasi zu üben und sich ihren Alltag selbst zu organisieren. An zwei weiteren externen Standorten gibt es dann noch je eine Wohnung, wo das Selbstorganisieren noch intensiviert und gefestigt wird.“

Erhöhter Bedarf

Der Bedarf an solchen Einrichtungen wird sich in den nächsten Jahren, wie auch schon in den Jahren zuvor, deutlich erhöhen, davon ist Julia David überzeugt. „Wir könnten auf Anhieb noch etliche solcher Wohngemeinschaften mit Jugendlichen besetzen, der Bedarf ist nicht annähernd gedeckt. Hier wäre die Politik gefordert, um entsprechende weitere Voraussetzungen zu schaffen.“
Die intensive Vernetzung der SOS-Kinderdorfeinrichtungen ist hier ein klarer Vorteil. Auch hier geht man aber noch einen Schritt weiter.

Lobby für Kinder

„Wir wollen uns als kinderpolitische Kraft noch stärker engagieren und somit für Kinder- und Jugendthemen stark machen“, so Gerald Stöckl. „Kinder haben in unserem Land kaum eine Lobby. Diese Aufgabe übernehmen wir seit einigen Jahren sehr gerne und werden unsere Bemühungen in diese Richtung noch viel stärker ausüben.“ In Österreich wurde 1989 die „Konvention über die Rechte des Kindes“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen und ratifiziert. Das bedeutet, dass die Gesetze, die vom Nationalrat und Landtagen beschlossen werden, der Kinderrechtskonvention entsprechen müssen. 2011 hat der österreichische Nationalrat beschlossen, einen Teil der Kinderrechte in abgeschwächter Form in die Bundesverfassung aufzunehmen.

Erfolgsgeschichte SOS-Kinderdorf

Die Erfolgsgeschichte der SOS-Kinderdörfer nahm im Jahre 1949 in Imst in Tirol ihren Anfang. In diesem Jahr gründete Herman Gmeiner das erste Kinderdorf. Ein Beweggrund, diese Einrichtungen ins Leben zu rufen, war Gmeiners Vision, verlassenen und elternlosen Kindern ein echtes Zuhause zu geben. Das Motto lautete „Jedes Kind braucht eine Mutter“. Es sollte mit Geschwistern in einem eigenen Haus innerhalb einer Dorfgemeinschaft aufwachsen. Dieser familienpädagogische Ansatz machte die SOS-Kinderdörfer zu Pionieren der Kinderbetreuung.

Begriff "Familie"

Natürlich hat sich die Bedeutung des Begriffs „Familie“ in den letzten Jahrzehnten stark verändert. „Heute müssen wir viel offener sein, was das klassische Familienbild betrifft, denn“, erklärt Julia David, „es existiert immer seltener. Patchworkfamilien oder alleinerziehende Mütter oder Väter bestimmen immer stärker das Familienbild. Ebenso gibt es immer öfter gleichgeschlechtliche Eltern, zwei Mütter, zwei Väter. Immer seltener sind auch Großfamilien zu finden, wo neben mehreren Geschwistern auch noch Oma und Opa im Familienverband aktiv waren.“

Herkunftsfamilie

„Heute spielt für uns die Herkunftsfamilie eine sehr starke Rolle. Im Gegensatz zu damals haben heute fast alle von uns zu betreuenden Kinder leibliche Eltern. Wir betrachten die Lebenssituation der Kinder ganz genau, stellen fest, welche „Ressourcen“ können dennoch genutzt werden, um die Herkunftsfamilie in die Betreuung der Kinder miteinzubeziehen. Im Regelfall passiert hier eine enge Zusammenarbeit zwischen Herkunftsfamilie, Jugendamt und SOS-Kinderdorf“, erklärt der Sozialpädagoge Gerald Stöckl.

Seit 1959 in Kärnten

In Kärnten gibt es SOS-Kinderdorf seit 1959. In Moosburg wurde weltweit das fünfte Kinderdorf errichtet. Seit 2013 werden vom Standort Klagenfurt und Villach verschiedene mobile und ambulante Angebote sowie Wohngruppen angeboten. „Wir beschäftigen in Kärnten rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, führt Gerald Stöckl aus. „In Moosburg sind derzeit 82 Kinder und Jugendliche dauerhaft untergebracht. Auf Kärnten verteilt befinden sich knapp 40 weitere Kinder und Jugendliche in unseren Einrichtungen.“

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