Tag der Mütter sehr beliebt
Muttertag noch zeitgemäß?

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Während in Amerika der Muttertag bereits seit 1914 gefeiert wurde, dauerte es in Österreich noch weitere 10 Jahre, bis Muttertag auch hier „heimisch“ wurde. Marianne Hainisch, Begründerin und Führerin der Frauenbewegung in Österreich und Mutter des späteren Bundespräsidenten Michael Hainisch, war maßgeblich dafür verantwortlich, dass in der zweiten Amtszeit ihres Sohnes als Bundespräsident der Muttertag auch in der Alpenrepublik eingeführt und gefeiert wurde. Allerdings wurde der Muttertag nicht ein gesetzlicher Feiertag, wie es in vielen anderen Ländern sehr wohl der Fall ist, sondern er wurde und wird immer am zweiten Sonntag im Mai gefeiert.

KLAGENFURT. Wie beim Valentinstag sind Blumen die beliebtesten Geschenke. Ebenso Süßigkeiten, Parfum und sonstige kleine Geschenke werden gerne überreicht. Kinder lernen Muttertagsgedichte und basteln Kleinigkeiten im Kindergarten oder in der Schule. Der Begründerin des Muttertags aus den USA dagegen gefiel die Kommerzialisierung ihrer Errungenschaft gar nicht. Ann Maria Reeves bereute es, den Muttertag ins Leben gerufen zu haben und kämpfte bis an ihr Lebensende für dessen Abschaffung. Erfolglos, denn die Kommerzialisierung hat sich nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa etabliert.

Muttertag sehr beliebt

In Österreich erfreut sich der Muttertag immer noch ungebrochener Beliebtheit. In über 70 % der heimischen Haushalte wird dieser Tag gefeiert, in Haushalten mit jüngeren Kindern sind es sogar über 90 %. Natürlich bereitet man sich auch im Praxis-Kindergarten der BAfEP Kärnten in Klagenfurt auf diesen Tag vor, wobei die Entscheidung, was und wie genau gefeiert wird, den jeweiligen gruppenführenden Pädagoginnen obliegt.

Muttertag noch zeitgemäß?

Jedes Jahr flammt die Diskussion darüber, ob der Muttertag heute noch zeitgemäß ist, neu auf. Das Bild der sich aufopfernden Mutter, ohne die Familie und Haushalt zusammenbrechen würde, stimmt so nicht mehr. Die große Frage ist, ob dieses Rollenverständnis noch unserer heutigen Gesellschaft entspricht. Diese Frage kann man leicht mit einem klaren Nein beantworten. Das Festhalten am Muttertag ist eigentlich schon diskriminierend, denn es lässt Familien-Modelle wie Patchwork, soziale Elternschaft, gleichgeschlechtliche Ehen oder Alleinerziehende außen vor. Ganz zu schweigen von der individuellen Aufgabenverteilung bei Paaren: Auch Männer nehmen Elternzeit oder bleiben mit dem Kind ganz zuhause, kümmern sich um die Erziehung oder den Haushalt.

Gemischte Gefühle

Die Abteilungsvorständin Barbara Lichtenegger sieht das Thema Muttertag mit gemischten Gefühlen: „Kein Kind kommt auf die Welt und will von sich aus Muttertag feiern. Das Bedürfnis dahingehend wurde und wird von der Gesellschaft konstruiert. Man könnte über eine Ersatzform, wie zum Beispiel einem Familienfest, nachdenken, das würde dem Diversity-Gedanken viel eher entsprechen. Durch die Kommerzialisierung hält die Wirtschaft ganz stark an der bisherigen Form des Mutter- oder auch Vatertages fest. Immerhin sorgen diese Tage für hohe Umsätze. Da sind wir Pädagoginnen schon einem gewissen Druck ausgesetzt. Das Ganze ist ein künstliches Konstrukt, das hier geschaffen wurde. Es ist nichts, das Kindern von sich aus einfallen würde, denn sie haben ihre Mama das ganze Jahr lieb und nicht nur an einem bestimmten Tag.“

Bildung, Erziehung und Betreuung

Aber nicht nur an diesen „besonderen“ Tagen sorgen die Pädagoginnen des Praxiskindergartens für die optimale Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder. „Wir haben das Glück, dass in allen fünf Gruppen, die wir haben, je zwei Kindergartenpädagoginnen tätig sind. Das entspricht dem Kärntner Bildungs- und Betreuungsgesetzes. Wir haben zurzeit ausschließlich weibliche Fachkräfte, ein viel höherer Männeranteil wäre sehr wünschenswert. Im Moment sind an der BAfEP Kärnten 42 Männer in Ausbildung, das sind 7,7 % aller Schüler. Die Tendenz ist da zum Glück steigend“, meint Barbara Lichtenegger.

Corona und Kindergarten

Ist die Arbeit mit den Kindern schon an sich eine große Herausforderung, so wurden die Arbeitsbedingungen mit Beginn der Corona-Pandemie im Vorjahr noch um einiges schwieriger. Während des ersten Lockdowns wurde der Kindergartenbetrieb eingeschränkt geführt, für Kinder von Eltern in - damals sogenannten - systemrelevanten Berufen. Dass die Arbeit im Kindergarten in der öffentlichen Berichterstattung sofort auf reine Betreuungszeit reduziert wurde, habe viele Kolleginnen sehr geärgert, so Barbara Lichtenegger. "Bildung, Erziehung und Betreuung gehen immer Hand in Hand und lassen sich im Grunde nicht voneinander trennen."

In Kontakt bleiben

„Wir haben uns sofort überlegt, wie wir mit den Kindern trotz der Pandemie in Kontakt bleiben können. Wir ließen jedem Kind in der ersten Woche ein Kuvert zukommen. In dem Kuvert waren neben einem persönlichen Brief noch Spielanleitungen und ähnliches zu finden. Da die Resonanz so positiv war, haben wir weitere acht Wochen lang wöchentlich jedem Kind einen dicken Briefumschlag mit gezielten Spiel- und Übungsanleitungen für viele verschiedene Entwicklungsbereiche geschickt“, erzählt die Kindergartenleiterin Barbara Lichtenegger. „Von den 90 Kindergartenkindern waren während des ersten Lockdowns nur mehr rund zehn Kinder anwesend. Nach dem Lockdown kam es dann zu einer Entspannung der Situation, wobei es doch einige Eltern gab, die aufgrund der Ansteckungsgefahr ihre Kinder noch zu Hause behielten.“ Durch eine Verordnung wurden die Kinder vom verpflichtenden Kindergartenjahr vor der ersten Schulstufe befreit.

Neu einzugewöhnen

Nach dem ersten Lockdown normalisierte sich die Situation zusehends. Auch konnte beim Verhalten der Kinder keine offensichtliche Veränderung festgestellt werden. Tatsächlich gab es kaum Kinder, die um die Einhaltung des Sicherheitsabstandes besorgt waren. „Was wir aber bemerken mussten war, dass vor allem die Jüngsten nach den Wochen der Abwesenheit neu einzugewöhnen waren. Ob die wochenlangen Abwesenheiten vom Kindergarten pädagogischen Auswirkungen haben werden, wird man erst im kommenden ersten Schuljahr der betroffenen Kinder feststellen können

Visionen

Die Abteilungsvorständin hofft für die Zukunft auf verbesserte Rahmenbedingungen für den Kindergarten. Eine Verkleinerung der Anzahl an Kindern in den Gruppen wäre mehr als wünschenswert. „Durch andere Rahmenbedingungen bestünde die Möglichkeit, dass sich die jungen Menschen verstärkt auf den Beruf des Kindergartenpädagogen einlassen würden. Die weitere Begleitung der Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen analog den Lehrkräften in Form eines Anerkennungsjahres, wie in Deutschland auch für Erzieherinnen üblich, wäre ebenfalls ein guter Weg.“ Barbara Lichtenegger denkt aber noch einen Schritt weiter: „Für mich denkbar wäre eine Entwicklung hin vom Kindergarten zu Familienzentren. Solche „Early Excellence Centers“ (EEC) entstanden in den Neunziger Jahren in England.“ Das EEC-Programm wurde 1997 von der englischen Regierung ins Leben gerufen. Nach diesem Konzept sollen Eltern als die ersten Erzieher ihrer Kinder partnerschaftlich in die pädagogische Arbeit einbezogen werden.

Kinderbibliothek

Etwas ganz Besonderes gibt es im Praxiskindergarten Klagenfurt: eine Kinderbibliothek. Die Bibliothek geht auf eine Idee von Barbara Lichtenegger zurück: „Für jedes Buch in unserer Bibliothek wird einmal in der Woche das Buchcoverbild auf einer Wäscheleine befestigt. Die Kinder kommen nun mit einem Buchsackerl – anfangs eines aus Papier – und leihen sich ein Buch aus. Dafür bekommen sie einen Sticker mit dem Bild des Buchcovers in ihren Lese-Pass eingeklebt. Wenn nun der erste Pass voll ist, dann bekommen die Kinder ein von mir handbemaltes Stoffsackerl mit einem Motiv ihres Lieblingsbuches. Beim zweiten vollen Lesepass erhält das Kind einen Bilderbuch-Orden und der Mama oder dem Papa wird ein Vorlese-Orden verliehen. Die Idee dahinter ist, dass vor dem Lesen das "Vor-Lesen" kommt. Lesefreude und Leseförderung beginnt ja lange vor dem Schuleintritt. Die Kinderbibliothek wird daher bestens als ein gelebter Teil von Lebens- ist gleich Schulvorbereitung angenommen.“

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