Abriss Schloss-Stadel Emmersdorf: Anrainer legen Einspruch ein

 Auch Anrainer setzen sich für Erhalt des Schlossstadels ein und legten Einsprüche bei der Bauverhandlung ein. Diese werden nun geprüft
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Bei der Bauverhandlung zum Abriss des Emmersdorfer Schloss-Stadels legten Anrainer nun Einspruch ein. Denkmalschutz für Gebäude wurde eingeleitet.

EMMERSDORF (vep). Kürzlich fand die Bauverhandlung zum Abriss des Schloss-Stadels in Emmersdorf statt. Dieser ist im Besitz der Stadt Klagenfurt und soll bekanntlich um 162.000 Euro abgerissen werden, die WOCHE berichtete seit dem vergangenen Jahr ausführlich darüber.
Seit dem Bekanntwerden über den drohenden Abriss haben jene, die sich seit Jahren für die Revitalisierung des Stadels einsetzen, noch einmal alle Kräfte mobilisiert und versuchen, diesen zu verhindern. Allen voran der Verein Stadelfenster von Ingeborg und Dieter Müllner, aber auch Grüne-Gemeinderätin Evelin Schmidt-Tarmann sowie Grüne-Stadtrat Frank Frey. Seit Ende vergangenen Jahres hat sich zudem eine Bürgerinitiative zur Rettung des Schlossstadels formiert, unter der Leitung des stellvertretenden Landesdelegat des Burgenvereins, Constantin Staus-Rausch, der seit geraumer Zeit die "Abriss-Gegner" tatkräftig unterstützt. 

Anrainer legen Einspruch ein

Nun wurden die Anrainer vom Magistrat zur Bauverhandlung geladen - und einige haben Einspruch erhoben. Diese werden nun auf ihre Zulässigkeit nach Baurecht geprüft. 

Denkmalschutz wurde nun beantragt

Allen voran beeinspruchte "Nachbar" und Schloss-Emmersdorf-Besitzer Prim. Sigurd Hochfellner. Er begründet den Einspruch gegen den Abriss folgend: "Wir haben beim Bundesdenkmalamt unter hinzuziehen des Landeskonservats nun beantragt, dass der Schloss-Stadel erneut unter Denkmalschutz gestellt wird. Erstens ist durch die Erwähnung im franziszeischen Kataster von 1826 nachweisbar, dass der Stadel weit älter ist, als bisher vermutet. Zudem ist er einer von nur insgesamt fünf neugotischen Bauwerken in ganz Kärnten. Wird er abgerissen, gibt es nur noch vier. Diese Prüfung sollte zumindest abgewartet werden."

Verkauf angeblich doch möglich: Zwei Angebote liegen am Tisch

Weiters argumentiert Hochfellner, das der Stadt Klagenfurt zwei Kaufangebote für den Schloss-Stadel vorliegen und "sie sich die 162.000 Euro Abrisskosten mit Steuergeldern sparen könnten": "Zum einen gibt es ein Angebot des internationalen Designers und Künstlers Leslie Lane. Er würde das Gebäude um einen symbolischen Euro kaufen, revitalisieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen."

Zum anderen hat Hochfellner selbst ein Angebot unterbreitet: Um 1.000 Euro würde er den Stadel kaufen und ihn ebenso wie Lane revitalisieren und öffentlich zugänglich machen. 
Hochfellner erläutert: "Die Stadt argumentierte stets, ein Verkauf des Stadels wäre nicht möglich, da sonst das zusammenhängende Gebiet ihrer Eigenjagd, die sie hier haben, unterbrochen und die Jagd somit obsolet wäre. Das stimmt aber nicht, wir haben das nun prüfen lassen." Staus-Rausch erläutert: "Selbst bei einem Verkauf würde ein Weg oberhalb des Gebäudes die Eigenjagd noch verbinden, da dieser im Besitz der Stadt bleibt." Hochfellner ergänzt: "Zumal dieses Problem auch baurechtlich bzw. über ein Superädifikat gelöst werden könnte." 

Abriss könnte Geologie verändern

Weitere Argumente Hochfellners, mit denen er bei der Bauverhandlung Einspruch erhoben hat sind geologischer Natur: "Schlossstadel, Kirche und Schloss stehen auf der selben Schieferplatte. Bei einem Abriss könnte es zu geologischen sowie Veränderungen der Wasserströme im Schieferstein kommen." 

Kärntner Stadelfenster könnten Unesco-Welterbe werden

Staus-Rausch schickt noch etwas voraus: "Es gibt bereits Gespräche mit der Unesco, dass die für Kärnten so regionaltypischen Stadel mit ihren wundervollen Ziegelfenstern zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt werden könnten. Genauso, wie das nun in Linz für die dort regionaltypischen Vierkanthöfe angedacht ist." Allerdings wäre dies ein Prozess, der noch rund zwei Jahre dauere. "Vor diesem Hintergrund sollte man sich das als Kulturstadt, als die man Klagenfurt präsentiert, vielleicht auch noch einmal überlegen", so Staus-Rausch.

Online-Petition gegen Abriss 

Die Bürgerinitiative jedenfalls kämpft weiter und hat nun auch eine Online-Petition gegen den Abriss gestartet (www.openpetition.eu/at/). Staus-Rausch: "Wir hoffen, viele helfen, das historische Kulturgut zu retten."

Alle Berichte zum Schloss-Stadel hier:

- Schloss-Stadel droht Abriss
- Bürgerinitiative für Schloss-Stadel startet
- Bgm. Mathiaschitz und StR Geiger wegen Verdacht auf Untreue und Korruption angezeigt

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