Neue Studie
Bahnlärm führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bahnlärm macht krank – Initiative fordert Sofortmaßnahmen
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  • Foto: Stopp Bahnlärm | Martin Assam
  • hochgeladen von Sabrina Strutzmann

Die brandneue Studie der Mainzer Universitätsmedizin zeigt erstmals Befunde, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge von Bahnlärm vermehrt auftreten. 

KLAGENFURT, WÖRTHERSEE. Die Bürgerinitiative "Stop den Bahnlärm" fordert schon länger Sofortmaßnahmen für Lärmschutz in Klagenfurt und ganz Kärnten (die WOCHE berichtete). "Nichtstun ist keine Option, denn Bahnlärm ist stark gesundheitsschädlich", fordert Peter Unterluggauer von der Bürgerinitiative. Die sogenannte "Leise Bahnstrecke mit 85 Dezibel", die in fünf Jahren in Kraft treten soll, erfüllt ebenso nicht die WHO-Richtlinie von 44 Dezibel. 

Bahnlärm ist der schlimmste Lärm

Die Studie wurde von einem großen Forscherteam begleitet. "70 Personen wurden getestet", informiert Unterluggauer. Sie wurden mehrere Nächte lang mit simuliertem Bahnlärm beschallt, medizinische Messungen folgten. Erstmals wurde der Bahnlärm isoliert untersucht. "Das Ergebnis ist erschreckend", sagt Unterluggauer. Bahnlärm ist gleich schädlich wie 20 Jahre lang zu rauchen und der Lärm hat sofortige Auswirkungen auf das Gefäßsystem. Zu Frühphasen der Gefäßverkalkung führte bei der aktuellen Untersuchung simulierter nächtlicher Bahnlärm mit 65 Dezibel Spitzenlärmpegeln und bis zu 54 Dezibel mittleren Schalldruckpegeln. Zum Vergleich werden in Pörtschach bei Nacht 85 Dezibel und im Durchschnitt 60 Dezibel gemessen. Gleichzeitig wurden im Blut der Probanden Veränderungen der Eiweiße in Richtung Thrombose und Entzündung festgestellt. Dies führt zu einem höheren Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Herzschwäche. 

Gesundheitsstudie für Klagenfurt

Unterstützt wird die Initiative seitens der Politik bereits von Vizebürgermeister Wolfgang Germ und Gemeinderat Klaus Jürgen Jandl. Diese fordern nun eine eigene Gesundheitsstudie für Klagenfurt und den Wörtherseeraum. "Lärmschutzwände oder eine Geschwindigkeitsreduzierung könnten ebenso Sofortmaßnahmen sein", sagt Germ. Er bedauert, dass sich die Politik von Klagenfurt nicht mit dem Thema befasst. 

Sondergemeinderatssitzung

Gemeinsam wollen Germ und Jandl nun eine Sondergemeinderatssitzung in Klagenfurt einberufen, um endlich zu handeln. Die Bürgerinitiative soll hier ebenso wie Experten der ÖBB dabei sein. "Diese soll noch im November stattfinden", sagt Jandl. 

Bürger zweiter Klasse

Laut Christoph Neuscheller, Tourismusreferent in Pörtschach, ist der Raum Wörthersee nicht für den Güterzug geeignet: "Anrainer werden aufgrund der Gesundheitsgefährdung sonst zu Bürgern zweiter Klasse." Denn Lärm ist nicht nur lästig, sondern Körperverletzung. 

Sofortmaßnahmen durchführen

"Es ist Zeit, Taten zu setzen", fordert auch Markus Steindl, Bürgerinitiative Krumpendorf. Das Thema trifft nicht nur den Nerv der Zeit, die Zeit drängt und Handlungen müssen nun endlich folgen. 

Kernforderungen:

  • Tempo 50 für alle Güterzüge für die Eisenbahnbrücke Villacher Straße und den Bahnübergang Waidmannsdorf
  • Neubau der Eisenbahnbrücke Villacher Straße und hochwertige Lärmschutzwände im Bereich Lendbahnhof
  • Hochwertige Lärmschutzwände für die Bereiche Anzengruberstraße und Waidmannsdorf
  • Beschluss 25 Prozent Finanzierung Stadt Klagenfurt und 25 Prozent Land Kärnten
  • Unabhängigen Fachgutachter für Lärmschutzmaßnahmen für Klagenfurt
  • Sofortige Baumaßnahmen
Bahnlärm macht krank – Initiative fordert Sofortmaßnahmen
Gehen weiter gegen Bahnlärm vor: Christoph Neuscheller, Markus Steindl, Klaus Jürgen Jandl, Peter Unterluggauer und Wolfgang Germ
Autor:

Sabrina Strutzmann aus Klagenfurt

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