"Brauchen 2017 viele engagierte Führungskräfte"

Iris Strasser (re.), Initiatorin des Netzwerkes Verantwortung Zeigen, lud zur Jahresabschlussdiskussion mit namhaften Experten aus Wirtschaft und Politik zum Thema "Zwischen Prävention und Repression: Wie wir Jugendliche fördern und fordern"
  • Iris Strasser (re.), Initiatorin des Netzwerkes Verantwortung Zeigen, lud zur Jahresabschlussdiskussion mit namhaften Experten aus Wirtschaft und Politik zum Thema "Zwischen Prävention und Repression: Wie wir Jugendliche fördern und fordern"
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Engagierte Menschen zusammenbringen und gemeinsam etwas für die Gesellschaft zu tun – dieser Aufgabe hat sich das Netzwerk Verantwortung Zeigen (VZ) verschrieben. Es besteht aus namhaften Unternehmen und Organisationen, die miteinander dazu beitragen wollen, dass Wirtschaft und Gesellschaft im Süden Österreichs gut verbunden sind. Zum Jahresausklang lud VZ-Initiatorin Iris Strasser zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel "Morgen anders" in das Landesarchiv Klagenfurt, in der es um die Probleme, aber auch die Chancen der heutigen Jugendlichen ging. Ein gesellschaftspolitisch brennendes Thema, bei dem Strasser noch großen Handlungsbedarf ortet: "Es gibt viele Jugendliche mit schwierigen Startvoraussetzungen, genauso aber viele talentierte." Gerade in der heutigen Zeit bräuchten junge Menschen, egal mit welchem Hintergrund, viel Rückendeckung und Mut. Und: "Neue Verbindungen", so Strasser, "Bildung etwa muss mehrdimensionaler werden, besonders Unternehmen können hier einen sehr guten Beitrag leisten." Auch deshalb hat das VZ-Netzwerk heuer ein Mentoring-Programm initiiert und dabei zwei Jugendliche mit Führungskräften zusammengebracht, damit sie voneinander lernen können.

VZ-Mentoring-Programm wird ausgeweitet

Das Mentoring-Programm wird auch 2017 fortgesetzt – in erweiterter Form. Neu ist etwa die Kooperation mit dem Institut für Zukunftskompetenzen. "Zukunftsprojekte, die dort eingebracht werden, werden mit Mentoren vernetzt. Wir brauchen also besonders viele engagierte Führungskräfte, die den aufstrebenden Menschen zur Seite stehen möchten", sagt Strasser.

Jugend zum gesellschaftspolitischen Denken animieren

Ebenso möchte Strasser 2017 einen runden Tisch initiieren, an dem Jugendliche und Unternehmer gesellschaftspolitische Themen wie Energieeffizienz, Gesundheit, Armut, Integration oder Digitalisierung diskutieren. "Wir wollen damit die Jugendlichen anregen, frühzeitig gesellschaftspolitisch denken zu lernen", erläutert Strasser.
Natürlich wird das VZ-Netzwerk Bewährtes im neuen Jahr fortsetzen, wie die Engagementtage oder den VZ-Adventkalender, bei denen Unternehmer sich, ihre Mitarbeiter und ihre Zeit in den Dienst der guten Sache stellen. Heuer konnten in Kärnten 50 Projekte im Rahmen der Engagementtage realisiert werden. "Und aktuell finden gerade 42 Adventkalender-Projekte statt", ergänzt Strasser.

Integration und Armut sind die großen Zukunftsthemen

Ein Thema, das das Netzwerk Verantwortung zeigen in den nächsten Jahrzehnten massiv beschäftigen wird, ist laut Strasser die Intergation. "Es wird all unsere Kraft brauchen, Türen zu öffnen und dafür zu sorgen, dass sich Migranten mit unserer Gesellschaft und unserer Kultur auseinandersetzen können. Wenn man sie separiert und auch nicht in den Arbeitsmarkt integriert, nimmt man ihnen die Möglichkeit, dies zu tun."
Auch die Auseinandersetzung mit dem sich verändernden Begriff der Armut, Stichwort working poor, wird die Gesellschaft und damit auch die Arbeit des Netzwerkes VZ künftig begleiten. Strasser: "Armut ist kein Randphänomen mehr, sondern hat die Mitte der Gesellschaft erreicht."

Info-Veranstaltung zum Jahresausklang

Bei der Abschlussveranstaltung des Jahres 2016 setzte VZ auf den Schwerpunkt Jugend. Der Abteilungsvorstand der Neurologie und Psychiatrie für Kinder und Jugendliche am Klinikum Klagenfurt, Dr. Wolfgang Wladika, informierte anschaulich über die Probleme, mit denen Jugendliche heute konfrontiert sind. Immer häufiger würden Störungen des Sozialverhaltens auftreten. "Es ist mittlerweile die zweithäufigste Diagnose", so Wladika. Oberst Gottlieb Türk, Leiter des Kriminalamtes Kärnten erläuterte, dass es nur wenige Jugendliche seien, die für den Großteil der Straftaten verantwortlich sind. "In Klagenfurt etwa sind es meist die gleichen fünf bis zehn Jugendlichen, die für den Großteil der Delikte verantwortlich sind." Dennoch dürfe man die Jugendlichen nicht abschreiben, denn – so Manfred Herrnhofer, der Vizepräsident des Landesgerichtshofes: "150 bis 200 Jugendliche verantworten sich pro Jahr in Klagenfurt vor Gericht. Aber die meisten finden ihren Platz in der Gesellschaft."
Wie man Jugendliche am besten fördert auf ihrem Weg, diskutierten namhafte Vertreter aus der Wirtschaft, wie Fahrschulchefin Elisabeth Rothmüller-Jannach, Christof Doboczky von der WK-Talenteakademie und Maschinenbau-Chefin Ulrike Schrott-Kostwein ebenso an diesem Abend. In einem waren sich alle einig: Nur durch Wertschätzung und Aufmerksamkeit ihnen gegenüber würden die Jugendlichen motiviert, an sich zu glauben und an sich zu arbeiten.

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