Klagenfurter Leben
Dark City: Kultur jenseits von Elfenbeintürmen

Gerhard Fresachers Kulturbegriff verbindet Hochkultur mit Subkultur. Er geht interdisziplinär vor und verbindet einzelne Kunstsparten miteinander.
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  • Gerhard Fresachers Kulturbegriff verbindet Hochkultur mit Subkultur. Er geht interdisziplinär vor und verbindet einzelne Kunstsparten miteinander.
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  • hochgeladen von Florian Gucher

Mit innovativ denkenden Kulturschaffenden und einen Austausch auf Augenhöhe soll die Stadt zur kulturellen Hochburg werden. Stets im Blick: ein erweiterter Horizont.

KLAGENFURT. „Kunst und Kultur muss und soll für alle erreichbar sein“, lautet das Motto des seit 2007 aktiven Vereins „Dark City“, der sich nach dem Auszug aus dem Raum 8 neu orientiert. Die Gesellschaft als Ganze im kulturellen Prozess miteinbeziehend, soll die Förderung Kulturbegriff mit flachen Hierarchien und einem gegenseitigen Austausch zwischen Hoch- und Subkultur forciert werden, der auf Teilhabe der breiten Bevölkerung abzielt. Der öffentliche Raum wird dabei zum Spiel- und Reflexionsort einer Kultur, die mehr denn je von Diversität geprägt ist.

Ein Kulturbegriff ohne Grenzen

Aufbruchsstimmung macht sich im Kultursektor der Stadt Klagenfurt breit. Kulturvereine der Zukunft denken anders, binden auch das Publikum mit ein. Gerd Fresacher lebt es als Initiator des Vereins Dark City paradigmatisch vor: Dort ansetzend, wo viele Institutionen versagen, legt er Schranken des starren Kulturverständnisses ab, nicht zuletzt durch die vermehrte Aktivierung des öffentlichen Raumes als Ort, wo Kultur im Zusammenspiel und Austausch unterschiedlicher Gruppen erfahrbar wird. Und das in der Nutzung eines Raumes, der uns alle gehört und nicht elitären Kreisen vorbehalten sein sollte. Was den Verein von vielen anderen unterscheidet, ist der Stellenwert, den Kunst hier einnimmt: Weg vom Elitären, hin zur Kommunikation von und mit Kunst und Kultur als wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft. Ganz in diesem Sinne nimmt sich der Verein neben der Förderung von vornehmlichen jungen Kulturschaffenden an, die sich nicht einfügen können, wollen und sollen und autonom sind, auch interessierten Publikum an, das mit dem klassischen Kulturbegriff nicht viel anzufangen vermag: „Die Selbstermächtigung einer Szene ist unser Ziel, wobei ich mich um die direkte Umsetzung kreativer Potentiale ohne Zwischenhändler kümmere“, so Fresacher, seines Zeichens selbst Künstler. Er verbindet Theater und Ausstellung, sucht den Weg nach draußen, um nicht nur sichtbar zu werden, sondern auch um eine unmittelbare Reflexion anzuregen. Auch wenn der Verein einen eigentümlichen Weg geht, der ausschert und nicht so zeitgemäß ist, verbirgt sich gerade darin die große Stärke. Grenzen einzelner Kunstsparten werden aufgesucht, interdisziplinär ausgelotet und überwunden bzw. hinterfragt. Im Mittelpunkt steht dabei jedoch immer die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu Kunst, wo jeder Teil davon sein kann. Die in diesem Kontext verorteten Projekte, wie das kürzlich über die Bühne gelaufene temporäre Kunstintervention der Bachmann-Kuppel zeigen, wie ein öffentlicher Austausch über Kultur gesamtgesellschaftlich funktionieren kann: „Durch die Performances im Kontext der Bachmann Kuppel sind wir vermehrt in das Thema 'Öffentlicher Raum' gekommen. Auch um die Schau und Angst vor Kultur zu nehmen und verschiedene Kunstformen wie die bildende und darstellende Kunst zusammenzubringen. Der Erfolg der Bachmann Kuppel hat gezeigt, wie wichtig und notwendig die Aktivierung des öffentlichen Raums als Diskussionsplattform sein kann. Das wollen wir auch in Zukunft weiter ansetzen.“ Fresacher und Co geht es um die Mitbeteiligung der Zivilgesellschaft im kulturellen Prozess. Seine Botschaft: Kultur soll gesellschaftliche Räume durchdringen und im Privaten, wie auch in Ämtern, diversen Institutionen, Schulen und Museen als Plattform zur Diskussion zu finden sein.

Typisch kärntnerische Melancholie

Ein Teaser, der das Programm des nächsten Jahres durchdringen soll und seinen Höhepunkt in einem Festival findet: Die für den kommenden Herbst geplante Festivalreihe unter dem Aufhänger der „Melancholie“ soll das Herbstloch nutzen, um den ganz eigentümlichen Zugang des Kärntner Schwermutes thematisch ganz mit der Jahreszeit des Herbstes zu verbinden, in seiner Naturkulisse eingefügt und umrahmt mit all seiner Farbenpracht. Veranstaltungen im öffentlichen Raum sollen abgestimmt auf die jeweiligen Veranstaltungsorte ihr Potential vollends entfachen können. Der genaue Ablauf steht noch in den Sternen und wird erst durch das Work in Progress genauer ermittelt.

Verknüpfungen im Fokus

Das Ziel des Vereines: „Weg vom Internationalen hin zum Regionalen, wobei das eine das Andere befördern und interessanter machen kann.“ Ein Atelier für Heimkehrer der Kulturszene soll ihnen nicht nur ein Arbeitsfeld ermöglichen, sondern auch neue Projekte und frische Ideen von außerhalb in die Stadt bringen. „Ein offenes, lässiges Ambiente strebt mir dabei vor“, so Fresacher zu dem Vorhaben. Die Freiheit der Kunst erlaubt alles, löst Barrieren auf und schafft Zugänge, die bereichern. Nicht nur im kulturellen Sinne, sondern auch im Hinblick auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung.

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