Aron Stiehl
„Das Theater soll spürbar werden“

Stadttheater-Intendant Aron Stiehl zitiert Schiller: „Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt.“
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  • Stadttheater-Intendant Aron Stiehl zitiert Schiller: „Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt.“
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Mit dem neuen Intendanten Aron Stiehl wird sich im Stadttheater Klagenfurt vieles ändern. Denn der 51-jährige, in Wiesbaden geborene Bühnenprofi Aron Stiehl peilt neue Ziele an, will den Theaterbegriff umfassender gestalten und eine ethische Konstante – auch mit Humor – forcieren.

VON ILSE GERHARDT

KLAGENFURT. „Die Würde des Menschen zu wahren, ist unser kultureller Auftrag“. Mit diesem Credo betont Aron Stiehl das Bemühen seiner künftigen Intendanz am Stadttheater Klagenfurt. Künftig, weil der unvorhergesehene Blitz-Abschied von Florian Scholz ihm den eigenen Beginn erschwert. Denn er muss den bereits feststehenden Spielplan und die dafür vorgesehenen Künstlerverträge für die laufende Saison erfüllen.

Werte vermitteln

Hauptsächlich geht es Stiehl darum, mit Hilfe des Theaters Werte zu vermitteln: „In gerade dieser schwierigen Zeit ist es unsere Aufgabe, diese Werte zu vertreten und zu zeigen, dass Demokratie immense Bedeutung besitzt.“ Das Theater soll beitragen, dass die Menschen über sich selbst und die Gesellschaft nachdenken. Über seine erste, schöpferisch etwas abgespeckte Saison ist Stiehl nicht gerade unglücklich, denn während dieser Monate bleibt ihm „die Chance, dieses Haus kennenzulernen, denn es ist unsere Aufgabe, das Theater auf eine neue Schiene zu bringen. Wir müssen über Corona nachdenken und überdenken, was diese Pandemie für uns und unsere Gesellschaft bedeutet. Sie zeigt, dass wir den Staat, den wir schon fast abgeschrieben hatten, benötigen.“

Opern-Produktionen

Und schon verweist Stiehl auf seine erste, eigene Opern-Produktion im nächsten September: „Nichts passt besser, als Wagners ,Ring der Nibelungen‘. Da dominieren tragische Helden, die aber alle untergehen.“ Die Wagnerianer können sich demnach auf „Die Walküre“ als Eröffnungspremiere 2021 schon freuen. Warum wieder Wagner? „Denn es wird die Frage ,Minderheit und Wagner‘, in diesem Fall das Judentum, eine große Rolle spielen.“
Einen Wagner aufzuführen, erfordert gesteigerte Orchester- und Sängerleistungen. Für den Musiktheater-Experten Stiehl scheint das kein Problem zu sein: „Wir haben jetzt doch ,Elektra‘ gehabt und gezeigt, dass wir es können. Wir sind mit Salzburg verglichen worden, teilweise haben wir besser abgeschnitten. Unter Scholz ist die künstlerische Qualität enorm angestiegen. Der Ring wär vor zehn Jahren unmöglich gewesen, aber jetzt ist es möglich.“

Das Schauspiel-Genre

Drängt sich die Frage nach den Vorhaben im Schauspiel-Genre auf. Immerhin hat Stiehl seinen Chef-Dramaturgen Hans Mrak vom Wiener Burgtheater für Klagenfurt begeistern können: „Da gibt es Parallel-Inszenierungen.“ Zur Oper „Figaros Hochzeit“ kommt Horváths Schauspiel „Figaro lässt sich scheiden“ auf die Bühne. Und zur „Walküre“ werden einige Operntexte des Komponisten Gegenstand einer Aufführung sein.

Der 51-jährige, in Wiesbaden geborene Bühnenprofi Aron Stiehl peilt mit dem Stadttheater Klagenfurt neue Ziele an.
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Ganz Kärnten bespielen

Außerdem werden Lesungen die Opern und Sprechstücke ergänzen, sagt Stiehl voraus: „Wir wollen ganz Kärnten bespielen und zeitweise den Stadttheater-Elfenbeinturm verlassen. Auch in Klagenfurt soll das Theater spürbar werden, wie kürzlich im Jazzkeller Kammerlichtspiele. Da haben wir gesungen, zudem in der Stadt Musik gemacht. Überhaupt ist das meine Maxime. Wir schwärmen aus und lassen die Menschen wissen: Euer Stadttheater ist für euch da und wir spielen für euch. Das ist einer der wichtigsten Programmpunkte. Einen Flashmob hatten wir schon im Theatercafé präsentiert.“ Und nun das Bekenntnis des Vollprofis Aron Stiehl, der schon für die besten Bühnen Europas inszeniert hat: „Theater muss unterhalten – in höchster Form. Und immer hinterfragen, wer wir sind. Das ist unsere Verantwortung: Die Würde des Menschen liegt in unsrer Hand“. Dann nochmals Schiller zitierend: „Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt.“

Stadttheater-Intendant Aron Stiehl zitiert Schiller: „Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt.“
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