Kärnten
Die Polizei im Wandel

Manchmal geht es bei Polizei-Einsätzen auch durchaus tierisch zu.
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Übergriffe auf Polizisten sind auch in Kärnten im Steigen. Polizei-Sprecher Rainer Dionisio im Gespräch mit der WOCHE Kärnten.

KÄRNTEN. Immer wieder schockieren uns Bilder von Polizeiübergriffen in den USA. Vermehrt gibt es Vorwürfe gegen deutsche Polizisten wegen angeblicher rechtsnationaler Aktivitäten. Die WOCHE ging der Frage nach, ob solche Vorkommnisse auch in unserem Bundesland möglich wären. Dem erteilt der Polizei-Kommunikationschef für Kärnten, Rainer Dionisio, sofort eine klare Absage, wenn auch mit Sinn für Humor: „Bei uns sind Übergriffe der Polizei so selten wie Schnee im August.“


Autoritätsverlust generell spürbar

Dennoch: Unsere Zivilgesellschaft befindet sich im Wandel. Autoritäten wie Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter oder Politiker verlieren an Stellenwert. Diesbezügliche Zahlen mögen da schon fast ein wenig schockieren. So gab es in den Jahren 2016 bis 2019 nicht weniger als 226 Polizisten, die im Einsatz verletzt wurden, leider auch Schwerverletzte. Als problematisch gelten dabei besonders die Ballungsräume Klagenfurt und Villach, vor allem an den Wochenenden. Dionisio: „Häufig passieren Übergriffe gegen Polizisten auf Grund eines zu intensiven Nachtlebens und durch zu viel Alkohol. Die Gruppendynamik macht es leichter, sich gegenüber Beamten aggressiv zu verhalten.“ Als hervorstechendes Beispiel nennt der Polizei-Sprecher das jährliche GTI-Treffen rund um den Wörthersee: „Da sind unsere Kollegen des Öfteren schwer unter Druck.“

Auch Polizei muss sich umstellen

Diese neue Realität erfordert neue Strategien, auch bei der Polizei. Um sich diesem gesellschaftlichen Wandel anzupassen, wurden neue Bausteine in die polizeiliche Ausbildung eingebaut. Man legt heute wesentlich mehr Wert auf psychologische Elemente und auf Kommunikation. Einsatztrainings wurden spezialisiert und intensiviert. Im Vordergrund steht der Schutz des einschreitenden Beamten, aber auch der Schutz seines Gegenübers. Der Polizei-Kommunikationschef dazu: „Im Vordergrund steht ganz klar die Deeskalation. Unser Ziel ist es, wenn möglich eine Verhaftung zu vermeiden. Wir trainieren auch nicht Karate oder Kickboxen, sondern Techniken, die es uns ermöglichen, Amtshandlungen professionell und möglichst ohne Verletzungen auf beiden Seiten zu bewältigen.“


Generationswechsel auch bei der Polizei

In nicht weniger als 71 Polizeiinspektionen (Wachzimmern) in ganz Kärnten, in vier Autobahn-Polizeiinspektionen und in drei Inspektionen für fremdenpolizeiliche Angelegenheiten versehen kärntenweit aktuell 1.793 Polizisten ihren Dienst. Derzeit befinden sich 305 Polizisten in Ausbildung, insgesamt gibt es aber auch schon 399 Polizistinnen. Die Zahl der Frauen im Polizeidienst ist dabei stark im Steigen. Dionisio: „Auf Grund von zahlreichen Pensionierungen stehen wir vor einem spürbaren Generationswechsel. Wir suchen deshalb immer neue Kollegen. Es gibt auch immer mehr Frauen, die sich für den Polizeidienst interessieren.“

Covid-19-Virus fordert auch die Polizei

Die Corona-Pandemie bescherte auch unseren Polizisten neue Aufgaben. „Generell ist aber durch Corona die Kriminalität deutlich gesunken“, weiß Rainer Dionisio, „es gibt weniger problematische Hotspots wie Nachtlokale, Bars, Discos oder große Veranstaltungen“. Hier muss die Polizei verstärkt überwachen, setzt dabei aber zuerst immer auf einen Dialog. Der Polizeisprecher weiter: „Wir versuchen zu erklären, wenn nötig zu ermahnen. Wir strafen erst ab, wenn es unbedingt notwendig ist. Mehr sichtbare Präsenz durch unsere Fuß- und Verkehrsstreifen verändert auch das Verhalten der Menschen.“


Auch etwas andere Situationen

Nicht immer herrscht bei einem Polizei-Einsatz das Alltägliche, man verzeichnete auch so manche Kuriosität, etwa der wild um sich schlagende Rothirsch im Linienbus im Liesertal oder die verschreckte Ziege auf der Motorhaube eines Polizeiautos in Obervellach. Als besonders kurios erwies sich eine Anzeige wegen Ruhestörung in einer Nachbarwohnung. Bei dem darauffolgenden Einschreiten wunderten sich sogar die Polizisten: Der gerade im Einsatz befindliche Vibrator war schlicht und einfach zu laut.

Manchmal geht es bei Polizei-Einsätzen auch durchaus tierisch zu.
Kärnten-Kommunikationschef Rainer Dionisio: „Zuerst setzen wir nach Möglichkeit auf den Dialog!“

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