Die Schlüsselressource Wasser

Wasser: Lehrende und Studierende bei der Buchpräsentation der interdisziplinären Studie zum Thema Wasser
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KLAGENFURT (chl). Wasser ist eine Schlüsselressource. So lautete der Ausgangspunkt der interdisziplinären Annäherung zum Thema Wasser, den vier Fakultäten der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt vor zwei Jahren für ein Lehrprojekt wählten. "Dieses forschungsnahe Lehrprojekt ermöglicht Verknüpfungen und Verbindungen sowie kritische und konstruktive Diskussionen zwischen verschiedenen Disziplinen und Fächern", erklärt der Philosoph und Unternehmensberater Horst Groß in seiner Funktion als Leiter des "Institutes zur Förderung von Wissenschaft und Forschung der Kärntner Sparkasse AG".
Lehrende und Studierende setzten sich mit der Ressource Wasser als kulturellem, historischem, materiellem und wirtschaftlichem Element auseinander. Die Ergebnisse wurden vor Kurzem in einem Buch publiziert: "Wasser. Interdisziplinäre Ansätze zum zukunftsfähigen Umgang mit einer Schlüsselressource" (erschienen im Profil-Verlag). Es ist der siebente Band in der Reihe "Klagenfurter Interdisziplinäres Kolleg", die ebenfalls von der Privatstiftung Kärntner Sparkasse unterstützt wird.
"Das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht für die Studenten bedeutsam: Sie lernen, wissenschaftlich zu arbeiten, lernen, wie man einen wissenschaftlichen Beitrag verfasst und sie lernen alle wesentlichen Voraussetzungen, diesen zu publizieren", berichtet Groß. Jeweils ein Wissenschaftler erarbeitet dabei mit eine kleinen Gruppen von zwei bis fünf Studenten einen vorher festgelegten Arbeitsbereich zum Thema.

Umweltgeschichtlich

Von großer Bedeutung für die Gegenwart sei die Beschäftigung der Fakultät Umweltgeschichte mit dem Thema gewesen, betont die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter: "Bisher hat man sich in Kärnten nicht hinreichend mit der Geschichte des Umgangs mit Wasser auseinandergesetzt. Eine historische Langzeitperspektive kann aber dabei unterstützen kann, zu einem besseren Verständnis nicht nur historischer Zustände, sondern auch der heutigen Szenarien zu gelangen." Das entsprechende Kapitel trägt den Titel: "Eine langfristige Perspektive auf den Umgang mit Wasser im Raum Kärnten seit dem Mittelalter".
Erkannt habe man dabei auch Zusammenhänge mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNO: "Das Seminar hat sich mit dem ‚Wasser‘ einem zentralen Thema der nachhaltigen Entwicklung angenommen, das unter anderem in den Zielen 6 und 14 direkt angesprochen wird. Doch ohne Wasser ist keines der Ziele erreichbar."

Wirtschaftlich

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften untersuchte das "Trinkwasser im Spannungsfeld von öffentlicher und privater Versorgung". Die begleitende Rechtswissenschaftlerin Doris Hattenberger betont, dass die aktuelle Tendenz zur Privatisierung und damit Kommerzialisierung der Wasserversorgung die Rechte der Menschen außer Acht lasse. "Mit dem Buchbeitrag soll vor allem ein Beitrag zur Rationalisierung dieser Diskussion geleistet werden", schließt sie, als Ergebnis der Untersuchung, die Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor nicht aus, sofern "die staatliche Verantwortung für eine konstante und nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser" sichergestellt sei.

Kulturwissenschaftlich

Die Fakultät für Kulturwissenschaften näherte sich dem Thema anhand einer Analyse des
Dokumentarfilms "Die Hüter des Wassers – Karnien wehrt sich" ("I custodi dell'acqua. La Carnia si ribella") von Giulio Squarci (Italien 2015) über die Wasserprivatisierung im nördlichen Friaul. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Romanistin Angela Fabris wurde untersucht, inwiefern ein (Dokumentar-)Film taugt, um die Zuseher für ein Thema zu sensibilisieren und welche filmischen Mittel dazu mehr oder weniger beitragen. Die, unter verschiedenen Blickwinkeln untersuchte, Wirkung des Filmes fasst Fabris so zusammen: "Für das Wasser – das heißt letztlich für das Leben – sollte man sich engagieren. Unaufhörlich."

Mathematisch

Was die Mathematik zum Thema Wasser errechnen kann, erörtert das vierte Kapitel, das sich der "Schadstoffausbreitung im Wasser" widmet. Darin wird gezeigt, "wie mathematische Mittel zur Lokalisierung der Schadstoffquelle einer Wasserverschmutzung beitragen können, was für die Säuberung und Wiederherstellung der Wasserqualität eine unverzichtbare Rolle spielt", erklären die beiden begleitenden Wissenschaftlerinnen Barbara Kaltenbacher und Romana Boiger.

Autor:

Christian Lehner aus Klagenfurt

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