Ein heiteres "Prost" in der Fastenzeit ist keine Sünde

Schleppe-Braumeister Friedl Koren ist für das Klagenfurter Fastenbier verantwortlich. Für Zuhause gibt's den Doppelbock im Schleppe-Shop zu kaufen.
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  • hochgeladen von Katja Kogler

FESCHNIG. In der Lindwurmstadt braut sich was zusammen - Das traditionelle Fastenbier der Schleppe Brauerei hilft, die Zeit vor Ostern leichter zu überstehen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist Alkohol in der Fastenzeit nicht verboten.

Idee deutscher Mönche

"Die Mönche haben, vor allem in Deutschland, in ihren Klöstern früher sehr viel Bier gebraut", erklärt Braumeister Friedl Koren. "Zur Fastenzeit wurde stärkerer Gerstensaft hergestellt. Die Nahrung war ja sonst sehr karg." Der Papst ließ sich der Legende nach ein Fass schicken, bis zur Ankunft im Vatikan war das Bier aber längst verdorben. Der Heilige Stuhl befand das Gebräu als grässlich, und somit dem Seelenheil der Mönche förderlich. Die Ordensbrüder durften seitdem ihre Krüge bis zu fünfmal täglich füllen - der wochenlangen Reise eines einzelnen Bierfasses über die Alpen sei Dank.

Hoher Nährwert

Bier hat den Ruf, ein wahrer Dickmacher zu sein. Allerdings hat es deutlich weniger Kalorien als beispielsweise Milch. "Die höhere Stammwürze von über 16 Grad und somit mehr Restextrakte verleihen dem Fastenbier einen hohen Nährwert", so Koren. Es handelt sich dabei um sogenannten Doppelbock, ein dunkles Starkbier mit acht Prozent Alkoholgehalt. In der Schleppe Brauerei sind für heuer rund 30 Hektoliter des speziellen Gerstensaftes produziert worden. Erhältlich ist es in ausgewählten Gasthäusern und als Drei-Liter-Nostalgieflasche im Schleppe-Shop.

Nur einmal vergoren

Mit den üblichen Schwarzbieren hat das Fastenbier wenig zu tun. "Trappisten- und andere Schwarzbiere, wie sie auch heute noch in Klöstern produziert werden, sind beispielsweise mehrmals vergoren. Das heißt, dass dem Sud nach einer gewissen Zeit einfach nochmal etwas hinzugefügt wird. Beim Fastenbier ist das nicht der Fall", sagt der Braumeister. Damit ist es zwar dunkel, bleibt aber noch durchsichtig. Geschmacklich beschreibt er es als "süss und vollmundig sowie leicht bitter im Abgang".

Starkes Gebräu

Der Schleppe Doppelbock wird, der Tradition verpflichtet, speziell für die Fastenzeit produziert. Bock- beziehungsweise Starkbiere sind seit ihrer Entstehung um das Jahr 1630 allerdings durch neue Brautechniken auch ganzjährig herstellbar. Freunde des Gerstensaftes können das kräftige Gebräu also genießen, wann imer sie möchten. Eins ist somit sicher: der dunkle Gerstensaft wird auch weiterhin in (fast) aller Munde sein.

ZUR SACHE
Fastenbier entstand um das Jahr 1630 in München. Das Starkbier hat immer mindestens 18 Grad Stammwürze und einen Alkoholgehalt zwischen fünf und zwölf Prozent.

Die Schleppe Brauerei produziert zur Fastenzeit dunkles Bier. Es gibt aber auch helle Fasten- beziehungsweise Bockbiere.

Neben der Schleppe Brauerei gibt es noch andere Betriebe, die in Kärnten Fastenbier produzieren. Bei der Gasthausbrauerei Drucker-Bräu in Zweikirchen, Bezirk St. Veit, wird die saisonale Spezialität beispielsweise ebenfalls gebraut.

Wenngleich die Tradition hochgehalten wird, sind Bockbiere mittlerweile ganzjährig erhältlich. Freunde des starken Gerstensafts können diesen also genießen, wann immer sie möchten.

Bockbier und Doppelbock kommen ursprünglich – wie könnte es auch anders sein – aus der Braumetropole München. Dort ist seit Entstehen dieser Tradition die Fastenzeit auch als "fünfte Jahreszeit" bekannt. Die kräftigen Biere bekamen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg Fantasienamen, die allesamt auf -ator enden. Salvator, Triumphator, Animator, Maximator, Operator – rund 200 solcher Namen sind bis heute registriert. Die Paulaner-Mönche bekamen 1751 als erste die Erlaubnis, ihr damals "Heilig-Vater-Bier" genanntes Bockbier außerhalb der Klostermauern auszuschenken.

Schleppe-Braumeister Friedl Koren ist für das Klagenfurter Fastenbier verantwortlich. Für Zuhause gibt's den Doppelbock im Schleppe-Shop zu kaufen.
Verkosten ist wichtig: Kärntner Gaumen haben hohe Ansprüche, und das Fastenbier stellt als saisonale Spezialität ein kleines, kulinarisches Highlight dar.

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