Ein Interview in der WOCHE war Auslöser

WOCHE: Sind Sie noch immer von Ihrem Schritt, die Koalition mit der FPK aufzukündigen, überzeugt?
MATHIASCHITZ: Auf jeden Fall, es war der richtige Schritt. Wir haben zur Halbzeit Bilanz gezogen …

… und die war total negativ? Nicht total negativ, aber ich sehe komplett unterschiedliche Zugangsweisen. Christian Scheider steht für Luftschlösser, wir für professionelle Umsetzung. Ich fürchte außerdem, dass wir mit der Eishalle ein zweites Stadion produzieren.

Wieso das?
Wenn man kein anständiges Projekt hat mit einem nachvollziehbaren Finanzierungsplan, muss man wirklich
aufpassen.

Sie haben die Koalition drei Jahre lang mitgetragen.
Es ist fair, dem Partner drei Jahre Zeit zu lassen, in sein Amt
hineinzuwachsen. Christian Scheider war ein guter Sozial-referent, aber das ist etwas ganz anders als Bürgermeister: Da müsste er entscheidungsfreudig sein und ganz andere Projekte wie die Verwaltungsreform, das Budget und Großprojekte vorantreiben.

Sie kritisieren auch Scheiders Selbstvermarktung – haben Sie Beispiel dafür?
Einige Projekte können gar nicht umgesetzt werden, weil dem Bürgermeister ein Bild in der Zeitung zehnmal wichtiger ist! Beispiel Schleppe-Alm: Er hat groß angekündigt, dass er dort das Skifahren ermöglichen will – er kündigt etwas an, ohne überhaupt zu schauen, ob es machbar und leistbar ist.

Und am Lendkanal?
Das hat es in der Geschichte des Magistrats noch nie gegeben, dass für ein Foto, das der Bürgermeister vermarkten will, dem Sportamt das Referat entzogen und zwei Tage später wieder zurückgegeben wird.
Scheider warf Ihnen in der WOCHE vorm Koalitions-Aus vor, Sie würden „nerven“.
Wenn ich das Abgehen von seiner Party- und Ankündigungspolitik fordere, damit wir zu seriösen Reformen und Projekten kommen, und er dann sagt, das nervt jetzt schon, sieht man den Unterschied.

Das WOCHE-Interview mit Scheider war der Tropfen – der Auslöser –, der das Fass zum Überlaufen brachte?
Absolut, ja.

Sie werfen dem Bürgermeister Unfähigkeit vor – ist das nicht sehr hart?
Ich bin bekannt für klare Worte. Beispiel Budget: Das Land nimmt der Stadt 3,3 Mio. Euro weg. Villachs Bürgermeister Manzenreiter ruft Scheider an und fragt ihn, „was denn dann in Klagenfurt nicht umsetzbar sein wird“. Scheiders Antwort: ein Achselzucken und „dann haben wir statt 15 eben 18 Mio. Abgang“. Das ist ein Zeichen absoluter Unfähigkeit.

Ist nun der Zug für den Ausbau des Stadions abgefahren?
Wir warten noch immer auf die Entscheidung des Finanzministeriums – wir wissen nicht, wo der Akt ist, und Bürgermeister Scheider hat bis heute keinen Termin beim Finanzministerium! Es wäre seine Aufgabe, in Wien zu signalisieren, dass die Entscheidung lebensnotwendig ist. Würden wir rückbauen, würde dies 13 Millionen Euro kosten, die Nachforderungen für die Oberränge wären gut zehn Millionen Euro. – Und der Bund zahlt nicht.

Sie wären für den Rückbau?
Ich bin damals in meinem eigenen Klub nicht durchgekommen – es hat geheißen, „typisch Frau, die nicht weiß, wie schön so ein Stadion ist“. Für mich ist das Stadion ein absolut negatives Prestigesymbol.

Werden Sie in drei Jahren gegen Scheider kandidieren?
Ich bleibe in der Stadt und werde versuchen die nächsten drei Jahre aufzuzeigen, wie man Politik machen kann. Ja, ich will Bürgermeisterin werden.

Uwe Sommersguter
Foto: Hude

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