Ein "Möbelpacker" für die Wespen

Friedrich Kach mit einem ehemaligen Hornissen-Nest
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  • Friedrich Kach mit einem ehemaligen Hornissen-Nest
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

EBENTHAL (vp). Alles fing mit einem Hummel-Brutkasten an, den Friedrich Kach aus Ebenthal mit drei Jahren von seinem Vater geschenkt bekam. „Da bin ich das erste Mal mit solchen Tieren in Berührung gekommen“, sagt er, der als „Insekten-Fritz“ bekannt ist. Seit 35 Jahren ist Kach auch Imker.

Wespen sind Nützlinge

Bekannt ist er auch dafür, dass er Wespen und Hornissen übersiedelt, statt sie zu vergiften. Und das, obwohl er selbst Allergiker ist. „Das hat sich durch meinen Job bei der Berufsfeuerwehr ergeben. Zuerst wurden Nester immer vernichtet, doch wir sind draufgekommen, dass die Tiere Nützlinge sind. Und die Feuerwehr steht ja für Tierrettung.“ Denn sie erbeuten eine Vielzahl an Schadinsekten.

Überzeugungsarbeit

Wichtiger als eine Übersiedelung ist für Kach die Überzeugungsarbeit: „Ich bin stolz, wenn ich die Leute davon überzeugen kann, dass sie schon Monate mit den Tieren gelebt haben, ohne es zu merken. Und dass sie es jetzt auch noch zwei Monate aushalten.“

Ein neuer Lebensraum

Ist die Überzeugung nicht möglich, wird über das Nest, zu dem man gut dazukommen muss, ein Plastiksack gestülpt. Es kommt dann in extra gefertigte „Brutkästen“ und diese werden nach einigen Tagen an einen Waldrand gebracht. Kach: „Der neue Lebensraum muss mindestens zehn Kilometer weit entfernt vom alten Nistplatz sein, sonst finden die Tiere zum ursprünglichen Standort zurück.“

Wespen heuer früher dran

Heuer sind die Wespen wegen des Wetter früher dran, normalerweise beginnen Kachs Umsiedelungen erst im September. „Hornissen gibt es heuer nicht so viele, dafür aber Erdwespen.“

Volk stirbt

Und mit welchen Irrtümern hat es der Insekten-Experte bei seiner Arbeit zu tun? „Eben, dass die Leute glauben, die Wespen sind von einen Tag auf den anderen plötzlich da. Dabei lebt man schon länger mit ihnen, nur schlüpfen dann die Jungen. Weiters glauben viele, das Nest lebt quasi ewig weiter, wird im nächsten Jahr noch größer. Nein. Das Volk stirbt immer ab - bis auf die Königin. Das alte Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder besetzt.“

Zur Sache - Tipps vom Experten:

Für ein Essen im Freien:
Aus Erfahrung am wirksamsten ist laut Kach gemahlenen Kaffee in einer feuerfesten Schale anzünden und unter den Tisch stellen.

Geplante Party draußen:
Der Experte: "Ist es kein spontanes Essen, sondern eine geplante Party, kann man eine Woche vorher beginnen, die Wespen gezielt abseits anzufüttern - etwa mit alter Marmelade. Sie merken sich, dass sie dort etwas bekommen."

Wenn man gestochen wurde ...
... Gift nicht mit dem Mund aussaugen, da es sich sonst über die Schleimhäute verteilt.
... Einstichstelle mit Wärme behandeln. Also etwa mit Kerzenwachs, warmen Kompressen oder auch ein Messer mit einem Feuerzeug erhitzen und aufdrücken. Kach: "Die Wirkung ist so, wie wenn man ein Ei in die Pfanne wirft. Das Eiweiß, das die Wespe einspritzt, wird hart und verteilt sich nicht mehr."
Auch ein "Stichheiler" (elektronisches Gerät, das die Stelle erhitzt) kann helfen.
... Allergiker sollten ihren EpiPen immer dabei haben. Es gibt auch sehr gute Medikamente. Kach: "Auch Nicht-Allergiker sollten sich vom Hausarzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben lassen und immer daheim haben."

Welche Pflanzen Wespen gerne haben:
Flieder ist ein beliebtes Baumaterial für die Nester. In Weidenbäumen holen sie sich gerne den Nektar von Blattläusen.

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