Gefährliche Verkehrsstaus
Eltern-Taxis sorgen vor Schulen für Chaos

Beim Lokalaugenschein in Welzenegg: Morgentliches Verkehrschaos vor der Schule.
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  • Beim Lokalaugenschein in Welzenegg: Morgentliches Verkehrschaos vor der Schule.
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Gefährliche Verkehrsstaus vor Schulen: Im gesamten Bezirk sind Eltern-Taxis wieder im Einsatz.

KLAGENFURT. Keiner will es tun, aber trotzdem gibt es sie offensichtlich: Eltern-Taxis. Dabei handelt es sich um Eltern, die ihre Kinder bevorzugt bis zur Eingangstüre "chauffieren". Für Anrainer wird das Phänomen der Eltern-Taxis zur Belastungsprobe. Was auffällt: Die Eltern-Taxis sind auch an höheren Schulen anzutreffen. Eine Anrainerin (Anm.: Name der Redaktion bekannt) des BG Lerchenfelds schildert die Situation: "Es ist eine Katastrophe, unsere Ausfahrt ist meist von parkenden Eltern zugeparkt." Auch der Höhe der Turnhalle in der Sterneckstraße melden Anrainer der WOCHE, dass die Verkehrssituation durch Eltern-Taxis nicht zumutbar ist. Dort sind Einfahrten regelmäßig zugeparkt.

"Manche fahren am Gehweg"

"Obwohl Christian Scheider (Anm.: der damalige Straßenbaureferent) vor Ort war, ist nichts passiert", sagt die Anrainerin. Die Klagenfurterin hat schon absurde Beobachtungen gemacht: "Die Leute fahren teilweise am Gehsteig bis zur Bushaltestelle, weil sie sonst nicht mehr herauskommen". Zur Erklärung: Es gibt eine schmale Einfahrt zum Eingang des BG Lerchenfeld mit mehreren Parkplätzen. Sorgenfalten bereiten der zweifachen Mutter, dass in unmittelbarer Nähe die VS Kreuzbergl öffnet. Sie rechnet mit der drastischen Zunahme der Eltern-Taxis. Die Aussage: "Ich stehe doch nur kurz in Ihrer Einfahrt", hört sie mehrmals am Tag. Seit fünf Jahren beobachtet sie dieses Phänomen. "Die Gymnasiasten werden bis vor die Türe gebracht und wieder abgeholt. Man könnte sie schon früher bei der Bushaltestelle auf Höhe Delikatessen Jäger oder der Sterneckstraße auslassen, ein Jugendlicher kann doch zu Fuß gehen", sagt die zweifache Mutter. Dass es keine Busanbindung in diesem Bereich gibt, kann nicht als Ausrede genannt werden: In der Radetzky- und der Sterneckstraße bestehen Haltestellen. "In sieben Minuten ist man vom Heiligen-Geist-Platz bei der Schule", sagt die Anrainerin.

In Moosburg wird's eng

"Achtung, Stau!" heißt es auch gerade in den Morgenstunden am Bildungscampus Moosburg. Dort bringen Eltern von Kindergarten, Volksschule und Mittelschule ihre Kinder – immer wieder bis vor die Türe. Die Marktgemeinde hat das Problem der Elterntaxis erkannt und vor Jahren eine Kiss&Go-Zone errichtet. Das Problem: Diese wird einfach nicht gut genug angenommen. Dies berichtet zumindest Gemeindevorstand Bernhard Gräßl (Liste FPÖ). "Es ist häufig, dass die Kinder einzeln vor der Schule abgegeben werden, jedoch speziell im Kleinkindbereich. Kindergarten, Krabbelstuben. Leider Gottes wird es von Pendlern nicht wirklich angenommen. Die Kinder werden "Just in Time" abgegeben. Es sind keine 100 Meter von der Kiss&Go-Zone bis zur Schule." Um 7.30 Uhr geht es laut dem Gemeindevorstand vor dem Bildungscampus rund. "Da stockt der Verkehr, dann fährt noch der Schulbus zu, dann kommt der Verkehr teilweise zum Erliegen". Das Problematische daran: Teilweise müssen Autos auf den Gehweg ausweichen. Das sorgt für gefährliche Situationen. "Als ich vor Jahren Elternvereinsobmann war, mussten wir einen Parkplatz mit Betonschwellen ausrüsten, weil es durch Zufahrten für die Kinder zu gefährlichen Situationen gekommen ist", sagt Gräßl. Der Schulbus wird gut angenommen, die Zahl der Pendler, die ihre Kinder zur Schule bringen, ist jedoch immer noch zu hoch. Wieso die Kiss&Go-Zone noch immer nicht angenommen wird, kann sich der Gemeindevorstand nicht erklären.

Kiss & Go wäre von Vorteil

Eine Mutter aus Welzenegg, die in unmittelbarer Nähe zur Schule wohnt, sieht die Situation vor den Volksschulen problematisch. "Gefühlt ist mehr Verkehr als nötig, weil viele Eltern ihre Kinder bis direkt vor die Schule fahren", sagt sie. Die einzige Möglichkeit, die die Mutter zweier Schulkinder sieht, ist, die Eltern zu animieren, nicht bis vor die Schule zu fahren. "Der Schulweg tut den Kindern auch gut, aber ich kann auch verstehen, dass in der Früh jede Minute zählt." Die Direktorin der Volksschule 14 in Welzenegg, Elisabeth Jäger, sieht die Situation ähnlich. "Besonders bei Regen ist es so, dass Eltern teilweise den gesamten Gehweg zuparken", sagt sie. Die Einrichtung von sogenannten "Kiss-&-Go"-Zonen im Schulbereich, wo Eltern ihre Kinder aussteigen lassen können, ohne den Verkehr zu behindern, wären hilfreich. "Durch die recht engen Straßen um unser Haus wäre das auf alle Fälle von Vorteil", so Jäger. Die Schülerlotsen vor Ort sorgen für etwas Sicherheit, können aber auch keine Wunder vollbringen. "Leider sind auch viele Schüler aus der nahen Umgebung, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden", sagt die Direktorin.

Ein Lokalaugenschein in Welzenegg bestätigt dieses Bild: Im Minutentakt bleiben Autos am Rand der engen Straße stehen, um Kinder aussteigen zu lassen. Teilweise fahren sie nach zehn Sekunden weiter, teilweise parken sie, die Eltern steigen mit aus und geben dem Kind die Schultasche vom Rücksitz. Ob dahinter der Bus wartet, oder fünf Autos, ist den Autofahrern offensichtlich vollkommen egal.

Den Standpunkt der Elternvertreter lesen Sie hier:

Umdenken bei den Eltern ist gefragt

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