Eine Ausstellung zum "Durchschnaufen"

Kunsthistorikerin Christine Wetzlinger-Grundnig im Kulturbeisl "raj" bei einer meidterranen Sommerjause
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„Als Jause bevorzuge ich leichte Köstlichkeiten wie Prosciutto oder Tomaten mit Mozzarella, Oliven, also eher in die mediterrane Richtung“, beginnt Christine Wetzlinger-Grundnig, Direktorin des Museums Moderner Kunst Kärnten (MMKK) in Klagenfurt, die WOCHE-Sommerjause. Sehr passend daher die Wahl des kulinarisch und kulturell über die Grenzen hinausblickenden Szenelokals „raj“ in einer der ältesten Gassen Klagenfurts, der Badgasse.

WOCHE: In Ihrem Reisepass ist als Beruf Kunsthistorikerin angeführt, steckt dahinter auch eine Künstlerin?
Christine Wetzlinger-Grundnig: Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, mich künstlerisch zu betätigen, aber als kreativen Menschen sehe ich mich sehr wohl. Von meiner Persönlichkeit her bin ich ein sehr vielfältiger Mensch, sehr strukturiert, aber auch sehr praktisch veranlagt. Ich bin also nicht die in sich gekehrte Wissenschaftlerin, die nur am Schreibtisch sitzt und Bücher schreibt.
Sie sind seit dreieinhalb Jahre Direktorin des MMKK. Welche Ausbildung bzw. welche Voraussetzungen mussten Sie dafür mitbringen?
Ich habe Kunstgeschichte in Graz und Wien studiert und schon während des Studiums viele Arbeitsbereiche kennen gelernt, von Museumsführungen, Kunstvermittlung über Ausstellungsgestaltung bis hin zu ersten Publikationen. Aufgrund meiner umfangreichen Praxis wurde ich nach dem Studium als Kunsthistorikerin in die Kärntner Landesgalerie aufgenommen, das war 1995. Das Team war sehr klein, daher musste ich von Anfang an in allen Bereichen mitarbeiten. Nach relativ kurzer Zeit durfte ich als stellvertretende Leiterin mehr Verantwortung übernehmen und konnte dadurch auch Erfahrungen in den Bereichen Personalführung und Management sammeln. Ich habe eine berufsbildende Schule mit Wirtschaftsausbildung absolviert, was dabei sehr geholfen hat.
Steht der eigene Geschmack der Objektivität, die es als Direktorin braucht, im Wege?
Nein. Durch Studium und viel mehr noch durch Erfahrung lernt man, Qualitäten einzustufen und den persönlichen Geschmack hintanzustellen.
Sie sind auch für die knapp 6.000 Werke starke Kunstsammlung des Landes verantwortlich und präsentieren diese im Rahmen der „fokus“-Reihe im MMKK, derzeit zum Thema Tiere. Wieso Tiere?
Eher sperrige Themen, wie heuer bereits Fritz Steinkellner oder Jochen Traar, möchte ich mit Ausstellungen abwechseln, bei denen die Besucher auch einmal „durchschnaufen“ können. Daher habe ich für die Sommerausstellung ein „leichtes Thema“ gewählt, das dem Auge viel zu bieten hat.
Sie sind Mutter von drei Kindern, wie vereinbaren Sie Familie und Beruf?
Meine älteste Tochter ist schon 25 und die vernachlässigt eher mich … Ich hab das Glück, dass mein Mann sehr flexibel ist, ohne diese Hilfe wäre es viel schwieriger. Und ich strukturiere und organisiere meine Tage und meine Stunden sehr genau. Aber es ist ein Kraftakt, wie für jede Frau, die Erziehung und Vollzeitbeschäftigung unter einen Hut zu bringen hat.

Sind Ihre Kinder an Kunst interessiert bzw. wie kann man Kinder für Kunst oder Kultur allgemein begeistern/sensibilisieren

Meine große Tochter ist Tänzerin, aber fragen Sie mich nicht, wie sie das geworden ist. Ich denke, wenn Kinder in einer Umgebung aufwachsen, in der Kunst und Kultur ein Thema sind, entwickeln sie auch Interesse daran. Aber in welche Richtung das Interesse geht, das kann man durch Erziehung nicht beeinflussen, und das soll man auch gar nicht.

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