Klagenfurt
Ernst Peter Prokop – Die unscheinbarsten Momente verzaubern

Historische Persönlichkeiten aus der Vergangenheit werden im Band "Ansichtssache" mit all ihren Geschichten und Erzählungen präsentiert.
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  • Historische Persönlichkeiten aus der Vergangenheit werden im Band "Ansichtssache" mit all ihren Geschichten und Erzählungen präsentiert.
  • Foto: Ernst Peter Prokop
  • hochgeladen von Florian Gucher

Food-Fotografie trifft im diesjährigen fotografischen Programm Ernst Peter Prokops auf kulturhistorisch bedeutsame Portraits. Zwei Positionen, die nicht divergierender sein könnten, aber gerade dadurch die Buntheit seines fotografischen Alltags aufzeigen.

KLAGENFURT. Von der Werbefotografie bis hin zum Stillleben: Erst Peter Prokop schöpft fotografisch aus dem Vollen und gibt Atmosphären und Stimmungen aus dem Leben wieder. Die schönsten Momente sind oft dem Zufall verschuldet und erfordern daher umso mehr Ausdauer und Geduld.

Vielerlei Kontraste

Zwei Fotobücher, zwei so unterschiedlichen Welten und ein Fotograf, der mit seiner Vielseitigkeit all diese Dinge zusammenhält. Neben dem kürzlich erschienenen Zeitdokument „Ansichtssache“, das auf authentische Weise das Milieu der Kulturschaffenden aus den 60er bis 70er Jahren einfängt, beteiligte sich Prokop Anfang dieses Jahres illustrativ an einem Kochbuch. Vergleicht man die beiden Projekte, fällt es schwer zu glauben, dass sie von ein und derselben Person stammen, so unterschiedlich sind sie. Der Schein trügt: 62 Jahre an Berufserfahrung hinterlassen schließlich tiefgreifende Spuren, wenngleich das abwechslungsreiche Schaffen in Prokops Naturell liegt und ihm damit schon von Beginn an mitgegeben war: „Von der reinen Porträtfotografie wollte ich mich immer distanzieren, da ich stets vielschichtig und universell arbeitete“, betont der Bildexperte.

Direkt aus dem Leben gegriffen

Als Fotograf baute er sich allmählich ein breites Netz an Connections auf, sichtbar im neuen im Hermagoras-Verlag herausgegebenen Text-Bild Band „Ansichtssache“, der eine Vielzahl an Künstlerpersönlichkeiten mit ihren Geschichten wiedergibt. Sein breiter Freundeskreis an Künstlern ermöglichte es ihn, authentische Momente aus dem Leben unmittelbar aus den „Wohnzimmern“ der Künstler, aus ihren Stammcafés und Ateliers, herauszugreifen und abzulichten. Bilder, die viel an Persönlichem preisgeben und dann wieder umschlagen in ganz nüchterne und sachliche Bestandsaufnahmen. Personen wie Christine Lavant, Kiki Kogelnik, Valentin Oman oder Gert Jonke begegnen uns nicht nur äußerlich, sondern diese Porträts scheinen tief im Inneren zu uns zu sprechen und ihre verborgenen Emotionen offen zu legen. Dabei ist seine Geduld des Abwartens von passenden Momenten ausschlaggebend für zwanglose und gelockerte Stimmung der Bilder: „Ich mag es lieber, wenn sich die Leute unbeobachtet fühlen. Dann sind sie natürlicher und haben den Ausdruck, der mir gefällt.“ So lassen die Bilder nicht nur eine längst verborgene Zeit aufleben, sondern haben bei genauerem Blick das Potential, zu Charakterstudien zu mutieren. Gekonnt lässt Prokop seine Fotografien durch das Ausloten von Nähe und Distanz ausdrucksstark wirken und dringt dabei in ganz intime Räume des Privaten vor. Ganz unscheinbar kommt der Zeitgeist in Prokops Werken zu Geltung, denn wenn die 1968er Stimmung bildhaft im wehenden Zigarettenqualm zur Geltung kommt, ist es gerade die Fähigkeit des Bildes, Dinge auszudrücken, die bloße Worte nicht vermögen. Die Publikation der kulturhistorischen Aufnahmen im Zuge eines eigenständigen Bandes ergab sich für ihn eher unerwartet und zufällig: „In der Coronazeit nahm ich mir die Zeit, altes Fotomaterial auszugraben und einzuscannen. In weiterer Folge trat Günter Schmidauer, der Herausgeber des Bandes, an mich heran und wollte unbedingt ein Buch daraus machen. Nach einigen Zögern ließ ich mich trotz des enormen Aufwandes, der hinter einem solchen Projekt steht, dazu überreden.“ Das Buch wird von einer Ausstellung im Musil-Museum begleitet, wo ein Teil der Fotos zu sehen ist.

Mit den Augen "schmecken"

Ganz anders, aber nicht minder behutsam und akribisch, geht Prokop in seinen Still-Life Fotografien vor, mit dessen Fotomaterial die Publikation eines Kochbuches mit dem Titel „La Cucina della Terra Sarda“ verbunden ist. Um spezielle kontrastreiche Lichteffekte zu erzeugen, wurden die Bilder mit einem eigenen Verfahren, dem sogenannten „Light-Painting“ gefertigt: „Ein stockfinsterer Raum wird in diesem Verfahren mit einer Lampe ausgemalt. Gezielte Platzierungen der Lampe lösen partielle Beleuchtungen aus, wodurch sehr nahe und irritierende Effekte entstehen, die sich speziell für Stillleben gut eignen. Der Gegenstand erhält dadurch Räumlichkeit und Tiefe“, so der Berufsfotograf. Auf diese Weise setzt er Obst und Gemüse in Szene, so wie man es selten zuvor gesehen hat. Die Kamera beginnt buchstäblich zu „malen“ und setzt künstlerisch Akzente, hebt besondere Elemente hervor und bringt Gegenstände zum Leuchten, ganz in Analogie zu der Arbeit der alten Meister der Malerei. Prokop inszeniert damit scheinbar banale Lebensmittel so, dass sie auch visuell zum Augenschmaus werden. Nicht zufällig besitzt er besonderes Gespür für die Inszenierung von Momenten, an denen meist wir ahnungslos vorbeigehen, denen wir kaum Beachtung schenken. Mit Licht und Schatten spielend, erzeigt Prokop Stimmungen mit der Kamera, die den Betrachter in den Sog ziehen und haucht Menschen wie auch Gegenständen ein Leben ein. Müde scheint der mittlerweile 80-jährige Fotograf noch lange nicht zu werden. Eher begreift er den Ruhestand als die Zeit, wo er sich ungezwungen ausprobieren kann. Sprießen die Eingebungen nicht ganz gelöst von jeglichen Zwängen am besten?

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