Erste Festnahme nach Bettelverbot

Dreiste Bettelbanden verärgern Kaufleute in Klagenfurt

27 Strafen und eine Festnahme mit Strafantritt sowie etliche Verwarnungen – so die bisherige Bilanz nach Inkrafttreten des Bettelverbots, das die Landesregierung im Feber beschlossen hat. Seitdem ist das aggressive Betteln, sprich das Anfassen, Am-Ärmel-Ziehen oder mit dem Stock Drohen, strafbar, passives Betteln (ohne Ansprechen) hingegen erlaubt.

Festnahme droht

Wer sich nicht an das Gesetz hält, muss mit Strafen rechnen und im Ernstfall droht auch ein Freiheitsentzug von bis zu 14 Tagen. Nun häufen sich in Klagenfurt die Beschwerden über das Betteln organisierter Banden, die insbesonders in der Kramer- und Wienergasse in der Klagenfurter Innenstadt ihr „Bettelzentrum“ aufgebaut haben.
Für Klagenfurter Wirtschaftstreibende stellt das organisierte Betteln mittlerweile ein erhebliches Problem dar, denn die vielfach sehr jungen Mitglieder der Bettelbanden sind aggressiv, spucken und betreten sogar Geschäfte. Das führt vielfach dazu, dass Kunden sich nicht ins Geschäft trauen, wenn ein Bettler direkt davor sitzt.
Barara Lesjak-Schuscha von Mode Schuscha betont: „Ich bitte die Behörden einzuschreiten. Das Betteln direkt vor der Türe ist unangenehm.“ Ähnlich ergeht es Gabriele Puppitz von der Douglas-Filiale: „Ich finde es furchtbar, dass diese Bettler Krankheiten vortäuschen.“

Einbußen durch Bettler

Wolfgang Germ, Stadtrat und Sicherheitssprecher der FPK, ist das Problem nicht unbekannt und er zeigt Verständnis für die Ängste der Kaufleute vor möglichen Geschäftseinbußen aufgrund der Bettler. Germ verweist auf die Strafen: „In Klagenfurt gibt es nach einer Verwarnung eine 100, 200, 300 und 365 Euro hohe Strafe. Wird diese nicht erbracht, droht eine Ersatzfreiheitsstrafe.“ Trotz vieler Ermahnungen bettelt auch die „Ein-Euro-Frau“ in Klagenfurt weiter und macht dies auch, ganz ohne Scheu, direkt vor dem Rathaus, stets mit Blick auf freigiebige Touristen. Germ: „Wo kein Kläger, da kein Richter. Es beschweren sich viele über die Frau, doch Anzeige gibt es bisher keine. Dies wäre aber notwendig, damit Maßnahmen getroffen werden können. Die Behörde wird bei ihr härter eingreifen.“

Für Helmut Zechner, Inhaber der Buchhandlung Heyn und Gegner des Bettelverbots, wird viel zu hart eingegriffen: „Ich möchte jedem Bürger und Politiker anbieten, sich in die Rolle eines Bettlers zu versetzen.“
In Klagenfurt soll es bei organisierten Banden weitere Festnahmen geben. „Ich hoffe, dass es besser wird“, so Germ.

Katja Juliane Auer
Foto: KK

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