Heißer Winter auf den Terassen

Horst Binder vom Vitalgarten Lendorf grillt im Winter am liebsten mit dem Dutch Oven. Kleines Highlight für Gäste: Salzstein-Grillen
  • Horst Binder vom Vitalgarten Lendorf grillt im Winter am liebsten mit dem Dutch Oven. Kleines Highlight für Gäste: Salzstein-Grillen
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LENDORF (vep). In der Kälte auf offenem Feuer Essen zubereiten weckt wohl so manchen Ur-Instinkt. Tatsächlich wird Wintergrillen immer beliebter, denn es macht Spaß, schmeckt und das mittlerweile meist hochwertige Grillequipment will schließlich nicht nur im Sommer genutzt werden. "Manche bereiten im Winter am Griller Glühwein zu, andere grillen ganze Menüs", sagt Horst Binder vom Vitalgarten Lendorf. Er ist im Klagenfurter Raum einer der Grillprofis schlechthin; seit 25 Jahren ist das nicht nur sein Hobby, er ist auch geprüfter Juror der World BBQ Association und war Juror bei Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften. Seit sechs Jahren nimmt er regelmäßig mit sieben weiteren Grillprofis als "Vitalgarten-BBQ-Club" an Meisterschaften teil. Und gibt sein Wissen in Grillkursen weiter.

Im Winter wird's Wild

Jetzt im Winter eignet sich laut Binder besonders Wildfleisch für den Grill: "Vom Reh bis zum Wildschwein, dazu passt hervorragend Wintergemüse wie Fenchel, Sellerie, Karotten oder gefüllte Zwiebel und Rote Rüben." Natürlich geht's auch klassisch: Fleisch oder Fisch lässt sich auch im Winter hervorragend auf den Rost legen.

Gas- oder Kohle?

Am einfachsten ist das Wintergrillen naturgemäß mit dem Gasgriller, da hier die Hitze entsprechend einfach kontrolliert werden kann. Auch ein Pelletssmoker hält die Hitze über viele Stunden. Aber auch mit dem Kohle-Kugelgrill funktioniert's, wenn man angesichts der tiefen Außentemperaturen einiges beachtet (siehe Tipps unten). Binder verrät: "Es gibt eigene Winterbriketts, die die Hitze länger halten. Zum Beispiel Kokos- und Bambusbriketts." Einen Tipp sollten alle Wintergriller beherzigen: "Immer mit Temperaturfühler grillen", sagt Binder. Je häufiger der Griller-Deckel "gelupft" wird und man den Garpunkt kontrollieren will, desto schneller geht die mühevoll aufgebaute Hitze verloren.

"Kamoter" Dutch Oven

Wenn Binder privat für seine Familie grillt, hat er einen klaren Favoriten: Den Dutch Oven. Ein gusseiserner Topf, der auf die heißen Brikets im Kugelgrill gestellt wird und zusätzlich am Deckel mit Brikets bedeckt wird. Binder: "Im Dutch Oven gelingt alles; vom perfekten Gulasch bis zum Chili con Carne. Und es schmeckt definitiv anders, als vom Herd." Der große Vorteil, vor allem im Winter: Der jeweilige Grillmeister muss nicht beim Griller stehen bleiben, sondern kann sich um Gäste und Familie kümmern. "Und mit ihnen z. B. einen Winterspaziergang machen, damit alle Hunger bekommen", schmunzelt Binder. Auch ein Schweinsbraten mit knuspriger Kruste gelingt laut dem Grillprofi darin perfekt – wegen der Unter- sowie Oberhitze.

Salzstein als Alternative

Wer etwas Besonders auftischen möchte, für den hat Binder noch einen Tipp: Grillen am Salzstein. "Dazu den Salzstein im Griller auf 180-200 Grad erhitzen. Danach bei Tisch auf Holzbretter legen und dort z. B. Garnelen auf dem erhitzten Stein braten." Abwechslung bringt auch der Einsatz von Zedernholz. Dieses ca. zwei Stunden in Wasser einweichen und danach in den Grill legen. "Lachs oder ähnliches kurz darauf ziehen lassen bis das Eiweiß oben stockt", sagt Binder. Natürlich eignen sich diese Dinge auch für den Sommer, schmunzelt er.

Hitze-Tipps fürs Wintergrillen

Im Winter stets mehr Kohle bzw. Brennstoff als üblich einplanen.
Gute Vorbereitung! Nichts ist schwieriger, als mit zu wenig Hitze Speisen vor- und zuzubereiten.
Kalte Temperaturen sorgen für eine schnellere Wärmeabstrahlung. Wird zu oft der Deckel geöffnet, geht noch mehr Hitze verloren.
Bei tiefen Temperaturen: Reserve-Anzünder bereithalten.Mindestens einen halbvollen Kaminanzünder mit Kohle oder eine warme Gasflasche.
Wer Töpfe auf den Grill stellt: Nicht den neuesten nehmen, der Ruß ist nur schwer entfernbar.
Beim Servieren der Speisen entweder sehr schnell sein oder sich wärmehaltende Maßnahmen (Styroporbox oder vorgewärmte Teller) treffen.
Für Frostbeulen: Feuersäulen, Heizpilz oder einen Pavillion aufstellen.

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