"Illusion, dass wir in 5 Jahren e-mobil sind"

ARBÖ-GF Thomas Jank engagiert sich privat für den Fußball. Deshalb ist der ausgewählte Park für das Gespräch diesmal der Sportpark
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SPORTPARK (vep). Im Gegensatz zum Beruf spielen Autos beim Kärntner ARBÖ-Chef Thomas Jank im Privaten keine große Rolle – ganz im Gegensatz zum Fußball. Das ist auch der Grund, warum das Sommergespräch diesmal im Sportpark in Klagenfurt stattfindet. Denn im Privatleben von Thomas Jank gibt es fast kein Wochenende ohne Fußball - er selbst ist seit zwei Jahren ehrenamtlich für den Kärntner Fußballverband als Vorstandsmitglied in der Nachwuchsarbeit tätig. Sein 14-jähriger Sohn Alexander spielt in der Kärnten-Auswahl und könnte sich durchaus eine Profi-Karriere vorstellen. Auch Janks siebenjährige Tochter Lilly spielt bereits und die 4-jährige Lola kommt auch gerne mit auf den Fußballplatz.
"Sport spielt in unserer Familie eine wichtige Rolle", so Jank. Und ist auch Ausgleich dafür, dass er ein vielfaches seiner Zeit im Dienstauto zwischen Wien, Graz und Kärnten verbringt. "Ca. 15.000 km sind es pro Jahr. Zwei Mal pro Woche bin ich in Graz, mehrmals pro Monat in Wien." Dass er dann dabei über die Südautobahn, wenn es nach manchen Politikern geht, mit Tempo 100 fahren müsste – das hält der ARBÖ-Chef für eine Schnapsidee.

"Tempo 100 ist Schnapsidee"

"Die derzeit größte in Kärnten diskutierte Schnapsidee ist das Tempo-100-Limit auf der Südautobahn. Meiner Meinung nach ist das der Vorwahlzeit geschuldet", ärgert sich Jank. "Damit werden die Autofahrer schikaniert und die Lärmerreger Nummer 1, der Schwerverkehr, hingegen außen vor gelassen." Dass das Thema die Autofahrer bewegt, merkt Jank täglich beim ARBÖ: "Neben zahlreichen Schreiben kommen viele zu uns und bieten sogar an, an einem Sitzstreik teilzunehmen. Aktionismus heißen wir natürlich nicht gut, aber es zeigt, wie sehr das Thema die Menschen bewegt."

Aus Jux steigt keiner ins Auto

Die Autofahrer werden finanziell laut Jank ohnehin schon vielfältigst belastet. "In Kärnten aufgrund der Topografie sogar noch mehr als im Rest Österreichs. Das öffentliche Verkehrsnetz wurde in den vergangenen Jahren ausgedünnt, viele sind auf das Auto angewiesen." Jank ist der Meinung, dass kaum jemand aus Jux und Tollerei mit dem Auto unterwegs ist, sondern weil es nicht anders geht.
Den Vorschlag, zwischen Städten mit dem Zug zu pendeln, lässt Jank nicht so ganz gelten: "In der Theorie klingt das toll, aber alleine wer Kinder in Betreuungseinrichtungen zu bringen hat weiß, dass die Realität eine andere ist. Und wenn der Kindergarten dann noch anruft, dass die Tochter wegen Fieber sofort abzuholen ist, kann ich mich schlecht in den nächsten ICE setzen. Das funktioniert in Wien und Graz, aber leider nicht in Kärnten", so Jank.
Auch andere Rahmenbedingungen würden mitspielen, dass die Menschen auf das Auto angewiesen sind: "Heute wird für einen Arbeitssuchenden beim AMS ein bis zu 40 Kilometer entfernter Dienstort als zumutbar erachtet. Wie er allerdings dahin kommt, spielt dann keine Rolle."

E-mobil sind wir lange nicht

Mit einem sauberen Antrieb wird es wohl so schnell nicht der Fall sein, denn das Voranschreiten der E-Mobilität sieht Jank kritisch: "Es ist mehr Schein als Sein. Die Zulassungen in Österreich und Deutschland zeigen deutlich, dass diese Technologie in der Lebenswelt der Menschen noch nicht angekommen ist. "Es ist nicht ausgereift und die dazugehörige Infrastruktur ist absolut nicht vorhanden." Auch für ihn kommt deshalb in den nächsten Jahren der Kauf eines E-Autos nicht in Frage. Aber: "Ich bin überzeugt, dass die Technologie ihren Weg machen wird. Aber es ist eine Illussion, das wir in fünf Jahren den halben Dieselfuhrpark auf e-mobile Fahrzeuge umrüsten werden."

ARBÖ-GF Thomas Jank engagiert sich privat für den Fußball. Deshalb ist der ausgewählte Park für das Gespräch diesmal der Sportpark
Gespräch im besonders großen Park: Im Sportpark Klagenfurt, am Rasen des Stadions mit ARBÖ-Kärnten-Geschäftsführer Thomas Jank

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