Klagenfurt: 90 Minuten Parken um 60 Cent

Klagenfurter Stadtsenat beschließt neue Parkgebühren: Die ersten 1,5 Stunden kosten 60 Cent.

INNENSTADT. Parken in Klagenfurt wird billiger: In der heutigen Sitzung des Klagenfurter Stadtsenates wurde beschlossen, dass die Parkgebühr in der Innenstadt für die ersten 1,5 Stunden 0,60 Euro betragen wird - so viel waren bisher für 30 Minuten zu bezahlen. "Somit wurde dem Wunsch der Innenstadtkaufleute für ein bürger- und wirtschaftsfreundliches Parken Rechnung getragen und alle Klagenfurter haben nun die Möglichkeit zu einem sehr günstigen Tarif von 60 Cent ihren Erledigungen nachzugehen", so Bürgermeister Christian Scheider.
Nach wie vor müssen aber Autofahrer die Ankunftszeit im Fahrzeug hinterlegen, danach gib es eine Toleranzzeit von 10 Minuten, die nicht zu bezahlen sind.

Auch die Parkraumbewirtschaftung außerhalb der Ringe soll verbessert werden: Mit dem zuständigen Stadtrat Peter Steinkellner wird ein Modell ausgearbeitet, das nach der Sommerpause beschlossen werden soll.
Die neue Parkordnung bedarf zwar noch der Zustimmung des Gemeinderates, wurde aber von Bürgermeister Christian Scheider schon vorgenehmigt und tritt mit 11. August in Kraft.

Laut Scheider arbeite man außerdem "fieberhaft an einer möglichen Veränderung der Rahmenbedingungen für eine Verbesserung der Toleranzzeit".

Grüne dagegen
Die Grünen sind gegen eine Verbilligung: "Die neue Variante, quasi eine Gratis-Parkstunde light ist nicht finanzierbar: Heuer sind 400.000 Euro und nächstes Jahr nochmals 800.000 Euro fällig – das ist totaler Wahnsinn!", so Grüne-Stadträtin Andrea Wulz. Die Einführung des verbilligten Parkens sei angesichts der budgetären Lage der Stadt Klagenfurt eine absolute Fehlentscheidung, außerdem sei Verwirrung bei den Autofahrern vorprogrammiert.

"Unverantwortlich"
Auch die SPÖ Klagenfurt trägt die Entscheidung nicht mit: "Es widerspricht jeglicher Logik, dass ein bestehendes System - an welches sich die Bevölkerung gerade zu gewöhnen begonnen hat - verlassen und ein komplett neues System implementiert wird", so Stadtrat Jürgen Pfeiler, „jetzt ist das Chaos total perfekt, da das neue System Monate an Umgewöhnungszeiten brauchen wird." Jetzt werde ein Konzept aus dem Jahr 2008 beschlossen, das für ein halbes Jahr ausprobiert wurde. Pfeiler kritisiert auch, dass es die bisherigen 20 Gratis-Minuten nicht mehr gibt - mit dem neuen Konzept müsse innerhalb von zehn Minuten ein Parkticket gekauft werden. Nach wie vor müsse aber die Ankunftszeit sofort im Auto angezeigt werden. "Der Umstand, der derzeit bei der Bevölkerung für absolutes Unverständnis sorgt, nämlich bereits einen Strafzettel zu kassieren, während man sich auf dem Weg zum Parkautomaten befindet, ändert sich nicht!"
Weiters ist es für Pfeiler unverantwortlich, dass das „neue“
Parkraumbewirtschaftungssystem aus Rücklagen finanziert wird. Laut
Kostenschätzung der Fachabteilung werden sich die Kosten auf rund 1,2 Millionen
Euro pro Jahr belaufen.

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