Klagenfurt
Klaus Kuchling - Ein Meister der Orgelmusik

Auf seinem Instrument blüht der Domorganist vollends auf.
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  • Auf seinem Instrument blüht der Domorganist vollends auf.
  • Foto: Stefan Schweiger
  • hochgeladen von Florian Gucher

Von Bach bin hin zur Jazzimprovisation. Klaus Kuchlings Vielseitigkeit am Instrument ist grenzenlos.

KLAGENFURT. Klaus Kuchling stellt sich als passionierter Organist ganz in den Dienst der Musik und fordert mit gewichtigen Kompositionen das Publikum stets aufs Neue heraus. Sein Anspruch ist es, das Maximum aus dem Instrument Orgel herauszuholen. Schließlich wurden die gigantischen Tasteninstrumente dafür geschaffen, musikalische Glücksmomente hervorzuzaubern. Doch was wären sie letztendlich ohne die virtuosen Hände, die sie zum Erklingen bringen?

In allen Sparten unterwegs

Wenn Klaus Kuchling der Königin alle Instrumente wundervolle Klänge entlockt, sitzt er zumeist auf der Orgelempore des Klagenfurter Stadtdoms und ist ganz in seinem Element vertieft. Musik ist für ihn nicht nur eine motorische Aufgabe, sondern erfordert auch geistige und mentale Höchstleistung und ist ein höchst emotionaler Prozess. Doch das ist für den begabten Musiker gerade das Faszinosum. Da braucht es schon mal enorme Geduld und Ausdauer, um das Optimum aus einer gewissen Passage herausholen zu können. Dass der seit 45 Jahren als Organist tätige Tonkünstler nicht berufsmüde wird, ist seinem ständigen Drang nach neuen Herausforderungen geschuldet: „Es ist nahezu unmöglich, den reichen Schatz an Kompositionen, der auch heute noch durch zeitgenössische Werke erweitert wird, gerecht zu werden. Meine Aufgabe ist es jedenfalls, die Möglichkeiten am Instrument bestmöglich auszuschöpfen“, betont der leidenschaftliche Musiker, der neben seinen Hauptberuf als Musikpädagoge im Kärntner Landeskonservatorium, der Gustav Maher Privatuniversität, seine zweite Berufung im Amt des Domorganisten gefunden hat, die er seit fast 30 Jahren mit großer Liebe und Hingabe erfüllt. Sein Bestreben ist es, hochwertige Kompositionen zum Leben zu erwecken, die oftmals aufgrund ihrer Komplexität nicht so im Gedächtnis des Publikums verankert sind. Denn dieses soll nicht nur unterhalten, sondern durchaus auch herausgefordert werden: „Musiker haben einen nicht zu unterschätzenden Bildungsauftrag, Musik die hohe Qualität hat und nicht so populär ist, erfahrbar zu machen. Ein Interpret agiert fast wie ein Archäologe, der einen verborgenen Kunstschatz freilegt und verfügbar macht“, so der Domorganist zu seinem Verständnis von Musik. Schließlich erfordert das Amt des Domorganisten viel an Verantwortung zur Bewahrung einer jahrhundertealten Tradition: „Es ist wie eine Quelle, die nie versiegt“, stellt Kuchling einen passenden Vergleich auf.“ So brachte er bereits große Kompositionen wie das Gesamtwerk Bachs zur Aufführung und entwickelt sich dadurch auch auf persönlich-emotionaler Ebene weiter. „Das Musizieren ist schließlich ein sehr intimer Prozess“, betont er.

Vielseitige Projekte

Ganz in diesem Sinne verschließt er sich auch den ganz großen Aufgaben nicht: „Oftmals arbeite ich monatelang an einem Stück. Mein Rekord an Vorbereitungszeit beträgt über zwei Jahre für ein Opus vom Kärntner Komponisten Alfred Stingl mit dem Titel 'Eteint', das ich zur Uraufführung brachte“, bemerkt der leidenschaftliche Musiker. Kuchling selbst hat sich in seinem Spiel nicht auf einen Spezialbereich eingeschränkt, sondern möchte vielmehr die Vielfalt an Möglichkeiten am Instrument ausloten. Die Spanne weitet sich dabei von klassischen Werken aus der Feder Johann Sebastian Bachs über zeitgenössische Kompositionen bis hin zu Jazzimprovisationen. Das Musizieren gemeinsam mit anderen nimmt dabei nicht nur bei den Lithurgien und kirchlichen Feiern einen großen Stellenwert ein. Kammermusikalische Projekte im Zusammenspiel mit verschiedensten Instrumentalkombinationen halten frisch und sorgen für Abwechslung in einem ohnehin bunten Berufsfeld. Was ebenfalls bedacht werden muss, ist dass es sich auf jeder Orgel anders spielt: „Spielt man auf einer anderen Orgel, muss man zuerst das Instrument studieren, um die Vor- und Nachteile herauszufinden und in weiterer Folge aus der breiten Palette an Klängen, Klangfarben und Registern die passenden auszuwählen. So wählt man Klangfarben aus, bei denen das Instrument am besten zur Geltung kommt. Dies kann verglichen werden mit dem, was ein Komponist beim Instrumentieren macht. Weiß man über die Stärken und Schwächen des Instruments Bescheid, so kann man auswählen, adaptieren, verändern und notfalls auch streichen“, betont der Musikexperte.

Zufällig entdeckte Leidenschaft

Wobei es Kuchling mehr oder minder einen Zufall zu verdanken hat, überhaupt auf die Orgel gestoßen zu sein: „In meiner Jugendzeit hatten wir einen sehr engagierten Kaplan in St. Veit, der als großer Liebhaber der Musik galt. Er motivierte mich, mit dem Orgelspiel zu beginnen, vorerst für sakrale und kirchliche Anlässe. Später begann ich dann mit dem Studium der Kirchenmusik in Wien und das Schicksal nahm seinen Lauf“, so das Allroundtalent. Neben der engen Zusammenarbeit mit dem Carinthischen Sommer ist Kuching im Verein „Orgelland Carinthia“ engagiert, der sich der Pflege der Orgelmusik annimmt. Hierfür werden Orgelkonzerte in ganz Kärnten organisiert. Es liegt ihm schließlich am Herzen, die bereite Vielfalt an Orgelmusik zugänglich zu machen.

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