Letzter Akt für Koller

Dagmar Koller, im WOCHE-Interview über Kindheit und den Jungbrunnen.

WOCHE: Sie sind in Klagenfurt geboren - was verbinden Sie mit ihrem Heimatort?
KOLLER: Meine Kindheit in der Khevenhüllerstraße war schön und bescheiden. Die Lebensqualität in solch einer Stadt ist enorm. Meine Kindheit war sehr prägend und man hängt sehr stark an der Heimat.

Sie sehen richtig jung aus – was ist Ihr Jungbrunnen?
Die Neugierde. Ich schlafe sehr wenig und bin sehr aktiv, und versuche gesund zu leben. Ich nehme deshalb auch das Alter leicht hin. Lustig ist die Zahl 72 nicht (Anm. d. Red.: schmunzelt). Ich sage immer: „Ich bin im letzten Akt meines Lebens.“

Sie gelten als „Grande Dame der Bühne” – Empfinden Sie das als ein Kompliment oder gar als eine Beleidigung?
Das rührt mich. Früher war man ein Star oder eine Diva –jetzt sagt man halt „Grande Dame“. Die echte „Grande Dame“ war für mich aber Paula Wessely.

In einen Interview stand: „Dagmar Kollers größtes Talent ist die Inszenierung des Gesamtkunstwerks Koller” – Wie stehen Sie dazu?
Ich mache alles alleine, ohne ein Management. Ein Manager würde von mir nur lernen.

Sie waren 32 Jahre lang mit Helmut Zilk verheiratet. War es eine Bilderbuch-Ehe?
Meine Ehe war so ideal, wie man sie nie mehr wieder sieht. Ich sehe heute viele Ehen und sehe dabei nur selten Beziehungen, wo beide Partner starke Persönlichkeiten sind. Helmut und ich hatten unterschiedlich Berufe, und dennoch passten wir uns einander an. Ich habe alles über die Politik gelesen und er liebte die Künstler und Schauspieler, die er auch sehr förderte.
Haben Sie sich für die Karriere und gegen eigene Kinder entschieden?
Ich konnte mir Kinder nicht leisten, da ich immer in Top-Positionen war. Später, als ich Kinder wollte, war es leider zu spät, aber ich hätte wirklich gerne Kinder. Heute bin ich dafür die liebste Tante.

Karriere statt Kinder – Das ist doch ein großer Verzicht oder?
Das stimmt. Heute will ich auf nichts mehr verzichten. Das ist das Einzige, was traurig macht im Leben: Dass man vieles nicht nachholen kann, auf das man vorher verzichtet hat.

Wie schwer ist es für Frauen, Familie und Karriere zu vereinbaren?
Das kann man nicht vereinbaren, deshalb konnte auch ich keine Familie gründen. Das finde ich sehr schade.

Katja Juliane Auer
Foto: Lobitzer M.

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