"Man muss wissen, wo seine Grenzen sind"

KLAGENFURT (vp). "Ich war gerade bei einem Freund, als wir in einer Online-Zeitung gelesen haben, dass in Klagenfurt erstmals zahlreiche Flüchtlinge ankommen sollen. Unsere erste Reaktion: helfen! Über einen langjährigen Kontakt zur Caritas habe ich die Hilfe der Muslimischen Jugend Österreich angeboten und sofort Leute mobilisiert. Einige sind sogar extra von Villach oder St. Veit gekommen." - So beschreibt Mario El Shamy (22), Mitglied der Landesorganisation der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ), die Anfänge als Flüchtlingshelfer im Klagenfurter Transitquartier.
Die MJÖ ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation von Jugendlichen für Jugendliche.

Helfen mit Arabisch

Heute helfen regelmäßig um die 15 Jugendliche der MJÖ - zwischen 16 und 25 Jahre alt - als Dolmetscher. "Wir helfen mit Arabisch aus, Syrer und Iraker verstehen uns. Ich selbst bin zwar hier geboren und im Rosental aufgewachsen, habe aber ägyptischen Hintergrund."

Aufklärung

Kommt nun ein Anruf vom Einsatzleiter des Transitquartiers, ist El Shamy die Kontaktperson und organisiert über eine eigene WhatsApp-Gruppe die MJÖ-Dolmetscher. "Wir sind immer bei der Sanitärstation dabei oder mit im Krankenhaus. Wir klären die Flüchtlinge auf, wo sie sind und wie es weitergeht. Viele denken, sie seien in Wien oder Graz."

Manches nimmt einen mit

Der Student der Sozialen Arbeit an der FH Feldkirchen spricht von einer unglaublichen, auch psychischen Belastung der Dolmetscher: "Das Problem ist, dass wir alles verstehen, was die Flüchtlinge sagen. Da sind Leidensgeschichten dabei, die einen wirklich mitnehmen."
Als Dolmetscher ist man auch die erste Ansprechperson bzw. Informationsquelle für die Flüchtlinge. "Da kann es natürlich sein, dass man die Info weitergibt, dass in einer Stunde ein Bus für die Weiterfahrt kommt und dann ist es nicht so. Oft ist das dann eine schwierige Situation."

Zeitlimit für Schüler

Man darf nicht vergessen: Junge Leute der MJÖ helfen im Transitquartier, einige gehen noch zur Schule. "Für die Schüler haben wir ein Zeitlimit gesetzt, denn schließlich dürfen sie die Schule nicht vernachlässigen. Mit einigen mussten wir direkt streiten, dass sie nachhause gehen."

Hilfsbereite Kärntner

Nicht nur zeitlich ist die Tätigkeit als Dolmetscher belastend, eben auch psychisch. "Man muss wissen, wo seine Grenzen sind. Auch mir ist vieles nahe gegangen und ich musste mich zwischendurch herausnehmen." Das, was man von den Flüchtlingen zurückbekommt, entschädige aber für einiges. Überrascht ist El Shamy, dass die Kärntner so hilfsbereit sind.

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