Mobilität Klagenfurt
Mit Schulbeginn startet Busnetz "neu"

Heiligengeistplatz wird nur mehr normale Haltestelle
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  • hochgeladen von Verena Polzer

Seit eineinhalb Jahren plant die Stadt Klagenfurt am neuen Bussystem. Vor allem mit 10-Minuten-Fahrttakten will man das öffentliche Verkehrsnetz attraktivieren. Start ist am 9. September mit Schulbeginn. 

KLAGENFURT (hm, vep). Mit dem Projekt "Öffentlicher Verkehr neu" will die Stadt Klagenfurt bekanntlich das Busnetz attraktivieren, andererseits auch Klimaziele erreichen. Laut Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz und Stadtrat Markus Geiger wird ab September die erste Linie in Klagenfurt im Zehn-Minuten-Takt fahren. 
Auf die weiteren Linien wird die Taktung stufenweise umgesetzt. Mathiaschitz: "Uns ist schon wichtig, keine falschen Erwartungen zu wecken. Bis alle Hauptlinien im Zehn-Minuten-Takt fahren, kann es noch dauern." In erster Linie betrifft die Umstellung die Hauptlinien (Nord, Süd, Ost, und West) und dicht besiedelte Gebiete.

Linie 61 ab Schulbeginn im 10-Minuten-Takt

Umwelt- und Mobilitätsreferent StR Frank Frey erläutert die Details: "Ab dem 9. September zum Schulstart wird die Linie 61 als Pilotprojekt von 6 bis 20 Uhr im 10-Minuten-Takt fahren." Neu ist dabei auch die Ansteuerung des Hauptbahnhofes. Frey erklärt: "Die Stehzeiten der Busse werden deutlich verringert.  Der Heiligen-Geist-Platz ist dann eine normale Haltestelle. Die Zeit, in der der Bus bisher dort Stehzeiten hatte, wird nun für eine zusätzliche Fahrt bis zum Hauptbahnhof genutzt." Bedeutet: Mit der Linie 61 geht es dann von Welzenegg über den Heiligen-Geist-Platz bis zum Hauptbahnhof. 

Genaue Evaluierung

Frey sagt weiter: "Wir haben verlernt, in kurzen Takten zu fahren, das werden wir nun mit dem Piloten wieder ändern." Die neue Taktung müsse genau evaluiert werden, denn eine dreiminütige Verspätung aufgrund von Stau oder Ampel-Schaltung wirke sich bei einem Zehn-Minuten-Takt viel massiver aus, als etwa jetzt. "Wir müssen auch genauestens schauen, ob das mit den Ampelschaltungen so funktioniert und wir pünktlich sein können", ergänzt Frey. 

2020 weitere Linien-Umstellungen 

Im neuen Jahr würden dann weitere Linien umgestellt. "Voraussichtlich - aber bitte noch mit Vorbehalt - Annabichl und Waidmannsdorf, da sie zu den am stärksten frequentierten Linien zählen", sagt Frey. 

In Viktring soll Bus über neue Keltenstraße fahren 

Auch in Viktring werde es Umstellungen geben, auch hinsichtlich der Linienführung. Frey: "Wenn die Keltenstraße neu fertig ist, werden wir den Bus hier durch die Straße führen. Er wird dann über die Glanfurtgasse und über das Stadion fahren." 

Randgebiete und flexible Lösungen 

Und was ist mit den Randgebieten? Bürgermeisterin Mathiaschitz ergänzt: "Wo jetzt nur zwei Mal in der Stunde eine Bus fährt, möchten wir das auf drei Mal die Stunde takten." Bei Linien, die gar nicht in die Stadt fahren, wie z. B. beim Flughafen, sind ebenfalls Verbesserungen geplant. Geiger berichtet: "Wir überlegen auch mit kleineren Bussen gewisse Gegengen abzudecken, wo sich ein großer Bus nicht auszahlen würde."

Nachtlinien werden anders gestaltet 

Laut Frey werden auch die Nachtlinien durch die Umstellung dann neu gestaltet: "Es wird keine eigenen Nachtlinien mehr geben. Die Busse werden einfach auf ihren Linien nach 20 Uhr genauso weiterfahren, allerdings mit verringerter Frequenz." 

Höhere Attraktivität durch 365-Euro-Ticket

Bgm. Mathiaschitz sieht in der Attraktivierung des Busnetzes das neue 365-Euro-Jahresticket, das es seit Juli gibt, ebenso als "Errungenschaft". Frey: "Was viele nicht wissen: Dieses Jahresticket ist aliqot auch monatlich abbuchbar, man muss nicht sofort den vollen Preis im Voraus bezahlen." Mit dem Ticket ist das gesamte städtische Bussystem plus der gesamten Nextbike-Flotte um einen Euro pro Tag nutzbar.

Verhandlungen mit den ÖBB

Derzeit laufen laut Frey gerade mit den ÖBB Verhandlungen, dass Besitzer des neuen Jahrestickets auch die sieben S-Bahn-Stationen in Klagenfurt (Ebenthal, Hauptbahnhof, Ostbahnhof, Bahnhof West, Lendbahnhof, Mössingerstraße und Annabichl) mitbenützen können. "Das wäre eine weitere Errungenschaft. Denn mit der S-Bahn ist man beispielsweise von Annabichl schneller im Strandbad, als mit jeglichem anderen Verkehrsmittel", sagt Frey. 
Im Grunde wären es aber laut Mathiaschitz nicht nur die Preise, sondern die Attraktivität der Linie, die die Menschen zur Nutzung des öffentlichen Verkehrsmittelnetzes bringt. Das will man vor allem mit der Zehn-Minuten-Taktung erreichen. Auch am Plan steht übrigens eine Anbindung des Industriegebietes.

Verdoppelung der Kilometer und Busfahrer 

Für das Busnetz Neu strebt die Stadt Klagenfurt eine Verdoppelung der Kilometerleistung an. Frey: "Von derzeit ca. 2,7 Mio. km auf ca. 5,6 Mio km." Dafür braucht es sowohl mehr Busse, allem voran aber deutlich mehr Busfahrer. "Derzeit sind ca. 120 bis 130 Busfahrer im Einsatz. Wir werden im Endausbau 80 bis 100 Fahrer mehr brauchen", sagt Frey. Sukzessive solle die Zahl parallel mit den neuen Linien erhöht werden. 

Öffentlicher Verkehr immer Minus-Geschäft

Das bedeutet naturgemäß deutliche Mehrkosten. Doch diese sollen nicht auf die Fahrgäste abgefedert werden, so Frey: "Alle politischen Vertreter wissen, dass der öffentliche Verkehr in Städten immer bezuschusst werden muss. Die Frage ist, in welcher Höhe." Derzeit gibt die Stadt Klagenfurt für das Öffi-System 17 Millionen Euro aus. "3,2 Mio. an Einnahmen erhalten wir durch die Schülerfreifahrten, 3,3 Mio. durch die Fahrgäste. Ein wenig erhalten wir auch durch die interkommunale Zusammenarbeit mit Ebenthal." Den Rest zahlt die Stadt selbst. Frey: "Im Endausbau wird uns das neue Bussystem etwa fünf Millionen Euro mehr kosten, allerdings gehen wir auch davon aus, dass die Zahl der Fahrgäste aufgrund der Attraktivität zunimmt." 

Gemeinsamer Verkehrsraum

Mathiaschitz betont die Wichtigkeit eines gemeinsamen Verkehrsraumes. "Dazu gehören Busse, Räder und auch E-Scooter. Die Leuten müssen diesen Raum gemeinsam positiv nutzen. Es geht um Rücksicht und Respekt", erklärt sie. "Aufgrund der Struktur von Kärnten, Klagenfurt und den Umlandgemeinden kann man nicht für jeden den perfekten ÖPNV (Anm. Öffentlicher Personennahverkehr) finden. Man muss aber trotzdem auch für Leute, die z.B. nur zwei Mal in der Woche in die Stadt fahren, passende Angebote bieten", erzählt Geiger.

Heiligengeistplatz wird nur mehr normale Haltestelle
Mobilitäts- und Umweltreferent StR Frank Frey erläutert Details zum neuen Busnetz
Autor:

Verena Polzer aus Klagenfurt

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